Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Kindheits­traumata und Depression: Geschlechts­unter­schiede in Exposition und Krankheits­last

Eine aktuelle Gesundheits­studie der Nationalen Kohorte (NAKO) zeigt: Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend Traumata wie Misshandlung oder Vernachlässigung erlebt hatten, hatten im Erwachsenenalter ein etwa doppelt so hohes Risiko, an einer Depression zu erkranken – Frauen häufiger als Männer. An der Studie war unter anderem die Gesundheits­psychologin Prof. Dr. Jutta Mata von der Universität Mannheim beteiligt.

Weltweit leiden Menschen unter den körperlichen und psychischen Folgen von Missbrauch und Vernachlässigung in Kindheit und Jugend – Erfahrungen, die unter dem Begriff „Kindheits­trauma“ zusammengefasst werden. „Wir haben in unserer Studie unter­sucht, ob die verschiedenen Formen von Kindheits­traumata im Erwachsenenalter unter­schiedlich stark mit der Krankheits­last durch Depressionen assoziiert waren, und ob es geschlechts­spezifische Unter­schiede gab“, sagt Maja Völker, Doktorandin in der Abteilung Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI).

Die Forschenden unter Federführung des ZI analysierten hierfür Daten von 159.045 Teilnehmenden der NAKO Gesundheits­studie im Alter von 19 bis 72 Jahren, von denen knapp die Hälfte Frauen waren. Knapp 26 Prozent der NAKO-Teilnehmenden berichteten von mindestens einer Form von Kindheits­traumata. 13 Prozent der Befragten gaben an, im Laufe ihres Lebens schon einmal eine Depression gehabt zu haben (Frauen; 17,7 Prozent; Männer: 10,1 Prozent). Aktuelle depressive Symptome berichteten 7,5 Prozent der Teilnehmenden (Frauen: 9,0 Prozent; Männer: 5,9 Prozent).

Die Auswertungen der Daten zeigten deutliche Zusammenhänge zwischen Kindheits­traumata und der psychischen Gesundheit: Personen mit belastenden Kindheits­erfahrungen hatten ein mehr als doppelt so hohes Risiko, im Laufe ihres Lebens an einer Depression zu erkranken. Für aktuelle – also gegenwärtig noch anhaltende – depressive Symptome lag das Risiko sogar fast dreimal so hoch. Besonders ausgeprägt waren die Zusammenhänge zwischen Missbrauchserfahrungen in der Kindheit und der Krankheits­last im Erwachsenenalter bei emotionaler Misshandlung und emotionaler Vernachlässigung.

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