Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Trauer um Politik­wissenschaft­ler Max Kaase

Die Universität Mannheim trauert um Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Max Kaase, der am 27. Oktober 2026 im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Kaase war 19 Jahre Professor an der Universität Mannheim und engagierte sich im Universitäts­rat. 2013 erhielt er die Universitäts­medaille in Gold.

Max Kaase wurde am 14. Mai 1935 in Krefeld geboren. Dem Abitur folgte ein Studium der Volkswirtschafts­lehre, Soziologie und Politik­wissenschaft an der Universität zu Köln, das er 1959 als Diplom-Volkswirt abschloss. Im Jahr 1964 promovierte er ebenda. Danach war er als Wissenschaft­licher Assistent bei Rudolf Wildenmann am neu eingerichteten Lehr­stuhl für Politische Wissenschaft I der Wirtschafts­hochschule bzw. – ab 1967 – Universität Mannheim tätig. Nach mehreren Aufenthalten in den USA habilitierte sich Kaase im Jahr 1972 an der Universität Mannheim. 

Max Kaase war ab 1974 außerplanmäßiger Professor für Politik­wissenschaft an der Universität Mannheim und Geschäfts­führender Direktor des neu gegründeten Zentrums für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA), das später in GESIS – Leibniz Institut für Sozial­wissenschaften aufging. Von 1980 bis 1993 hatte er den Lehr­stuhl für Politische Wissenschaft und international vergleich­ende Sozialforschung an der Fakultät für Sozial­wissenschaften der Universität Mannheim inne, bevor er zum Wissenschafts­zentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) wechselte. 

Von 2007 bis 2013 war Kaase Mitglied des Universitäts­rats, von 2010 bis 2013 hatte er dessen Vorsitz inne. Im Jahr 2013 wurde Kaase für seine Verdienste mit der Universitäts­medaille in Gold ausgezeichnet. 

Max Kaase hat sich als herausragender Vertreter der empirisch-analytisch orientierten politischen Soziologie in Deutschland und international einen Namen gemacht. Sein umfangreiches wissenschaft­liches Werk (sechs Monographien, 16 Herausgeberwerke, über 30 Zeitschriftenaufsätze und weit über 100 Buchbeiträge) weist ihn als quanti­tativ-empirischen Chronisten und Analytiker aus, der seinen Schwerpunkt auf die Beschäftigung mit der Beziehung der Bürger*innen bzw. Wähler*innen mit der demokratischen Ordnung der BRD und anderen westlichen Demokratien legte.

Darüber hinaus bleibt er als visionärer Wissenschafts­manager in Erinnerung, der grundlegende daten­orientierte Infrastrukturen initiierte, welche die Er­kenntnisgrundlagen der sozial­wissenschaft­lichen Gemeinschaft langfristig verbessert haben. So geht unter anderem der European Social Survey (ESS), der mit über 30 beteiligten Ländern heute eines der qualitativ besten Umfrage­projekte weltweit ist, auf sein Engagement zurück. Zudem brachte er seine Expertise in zahlreichen Gremien ein, unter anderem dem Scientific Board der Swiss Foundation for Research in the Social Sciences (FORS) sowie bei der Deutschen Forschungs­gemeinschaft (DFG), dem Wissenschafts­rat und als Präsident der International Political Science Foundation (IPSA).

Die Universität Mannheim und die Fakultät für Sozial­wissenschaften werden Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Max Kaase ein ehrendes Andenken bewahren. 

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