Ausstellung: Trash People – 30 Jahre um die Welt
Die Universität Mannheim zeigt vom 28. September bis 15. Oktober eine Jubiläumsausstellung des Aktionskünstlers HA Schult im Ostflügel des Schlosses. Interessierte sind zur Ausstellung und zum Besuch des Begleitprogramms herzlich eingeladen.
Pressemitteilung vom 30. September 2026
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HA Schults lebensgroße menschenähnliche Figuren aus Dosen, Elektroschrott und Konsumabfällen konfrontieren uns mit Themen wie Ressourcenverbrauch, Nachhaltigkeit und Ökologie. Seit drei Jahrzehnten sind seine so genannten Trash People bereits auf ihrer Reise um die Welt: Sie standen auf der Chinesischen Mauer, vor den Pyramiden von Gizeh, auf dem Roten Platz in Moskau, in Washington D.C., Paris, Rom und vielen weiteren Orten. Überall stellen sie dieselbe Frage: Wie gehen wir mit unserer Umwelt um?
Anlässlich des 30. Jubiläums der „Wanderschaft“ der Trash People präsentiert die Universität Mannheim eine Ausstellung, die Kunst und Wissenschaft in den Dialog bringt. „Nachhaltigkeit spielt an der Universität Mannheim schon seit vielen Jahren eine wichtige Rolle – in Forschung und Lehre ebenso wie im universitären Betrieb. Gerade unsere Sozial- und Wirtschaftswissenschaften leisten einen wichtigen Beitrag dazu, die Herausforderungen des Klimawandels in ihren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und sozialen Folgen zu verstehen und erfolgreich meistern zu können. Die Ausstellung der Trash People eröffnet einen weiteren, ganz unmittelbaren Zugang zu diesen Fragen und fordert uns zur direkten Auseinandersetzung mit dem Thema auf. Kunst und Wissenschaft haben einiges gemeinsam: Sie stellen gleichermaßen Gewissheiten infrage und eröffnen neue Perspektiven. Deshalb schaffen wir an der Universität bewusst Raum für Kunst, um über unseren Lehrplan hinaus Studierende, Mitarbeitende sowie die Stadtbevölkerung zum Nachdenken, zum Austausch, zum Widerspruch und Finden von Gemeinsamkeiten anzuregen“, so Rektor Prof. Dr. Thomas Fetzer.
Für HA Schult ist Kunst kein Ornament, sondern ein Mittel gesellschaftlicher Erkenntnis. Während Wissenschaft Zusammenhänge erklärt, macht Kunst sie unmittelbar erfahrbar. HA Schults Arbeiten zeigen das ökologische Ungleichgewicht nicht als abstrakte Theorie, sondern als sichtbare Realität. Die Universität Mannheim wird damit zum Ort eines Dialogs zwischen Forschung, Kunst und Gesellschaft – über Nachhaltigkeit, Verantwortung und die Zukunft unseres Planeten. Die Ausstellung wurde von Dr. Benedikt Kastner, Kunstbeauftragter der Universität Mannheim, kuratiert und unter anderem durch Spenden der Freunde der Universität Mannheim und der Stiftung Universität Mannheim ermöglicht. „Für die Universität Mannheim ist diese Ausstellung eine besondere Bereicherung. Mit HA Schult ist ein international renommierter Künstler zu Gast, dessen Trash People seit 30 Jahren weltweit auf Tournee sind. Zugleich bringt die Ausstellung Kunst und Wissenschaft miteinander ins Gespräch und eröffnet Studierenden und Mitarbeitenden sowie der Stadtgesellschaft eine besondere Perspektive auf ein Thema, das uns alle betrifft. Als Freunde der Universität freuen wir uns sehr, dieses außergewöhnliche Projekt zu ermöglichen“, sagt Andreas Hilgenstock, Vorsitzender der Freunde der Universität Mannheim.
Die Ausstellung wird durch ein Begleitprogramm abgerundet. Am 1. Oktober sprechen der Künstler HA Schult und Dr. Carsten Gerhard, Vorsitzender der Circular Valley Foundation, ab 17:15 Uhr bei der Podiumsdiskussion „The Art of Circular Economy“ darüber, wie Kunst, Nachhaltigkeit und zirkuläres Denken neue Perspektiven auf unseren Umgang mit Ressourcen eröffnen können. Ebenfalls am 1. Oktober besteht die Möglichkeit, den Künstler ab 18:30 Uhr in der Ausstellung zu treffen und mit ihm ins Gespräch zu kommen („Meet the Artist“). Am 6. Oktober um 10:30 Uhr und am 13. Oktober um 15 Uhr findet jeweils eine Führung durch die Ausstellung statt. Prof. Dr. Michaela Wänke (Lehrstuhl für Konsumentenpsychologie und Ökonomische Psychologie) hält am 6. Oktober um 17:30 Uhr einen Vortrag zum Thema „Psychology for the Future – Konsumenten – psychologische Aspekte umweltrelevanten Verhaltens“. Zum Abschluss der Ausstellung am 15. Oktober gibt es um 18:15 Uhr eine Keynote zum Thema: „Bin ich ein Trash People?“.
Interessierte sind zur Ausstellung und den Veranstaltungen herzlich eingeladen.
Öffnungszeiten: 28. September bis 15. Oktober 2026, jeweils montags bis freitags von 8 bis 19 Uhr sowie samstags von 9 bis 14 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist die Ausstellung geschlossen.
Der Künstler HA Schult
HA Schult (*1939) zählt zu den international bedeutendsten deutschen Aktionskünstlern und gilt als einer der Pioniere ökologischer Kunst. Bereits seit den 1960er Jahren macht er Umweltzerstörung, Konsum und Ressourcenverschwendung zum Gegenstand seiner Arbeiten – lange bevor Nachhaltigkeit zu einem gesellschaftlichen Leitmotiv wurde. Er studierte an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Otto Götz gemeinsam mit Gerhard Richter und Sigmar Polke. 1972 und 1977 nahm er an der documenta teil. Seine Werke wurden weltweit gezeigt und befinden sich in bedeutenden Sammlungen, darunter dem Solomon R. Guggenheim Museum und dem Museum of Modern Art in New York, der Tate Gallery of Modern Art in London, dem Centre Pompidou in Paris sowie der Kunsthalle Mannheim. Mit den Trash People schuf HA Schult eines der bekanntesten Kunstprojekte der Gegenwart: Tausend lebensgroße Figuren aus Wegwerfmaterialien, die seit 1996 als Botschafter für Umweltbewusstsein und globale Verantwortung um die Welt reisen.
Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogramm: www.uni-mannheim.de/trash-people
Kontakt:
Linda Schädler
Leiterin Kommunikation
Tel. 0621 181-1434
E-Mail: schaedler@uni-mannheim.de
