Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Täuschend echt: Wie künstlich generierte Reichweite die Meinungs­bildung verzerrt

Eine Studie im Auftrag der Landes­anstalt für Medien NRW zeigt Lücken in der Reaktion auf manipulative Verhaltensweisen im digitalen Kommunikations- und Informations­raum. Der Mannheimer Jurist Prof. Dr. Ralf Müller-Terpitz führte die Analyse federführend durch.

Wenn Nutzer*innen auf tausende Likes, Kommentare oder geteilte Beiträge treffen, entsteht schnell der Eindruck allgemeiner, gesellschaft­licher Relevanz. Doch immer häufiger ist unklar, ob hinter dieser vermeintlichen Aufmerksamkeit tatsächlich auch Menschen mit ihren Meinungen und Sichtweisen stehen – oder koordinierte Netzwerke, automatisierte Fake-Accounts und systematische Manipulations­kampagnen. Die gezielte und interessengesteuerte Beeinflussung digitaler Kommunikations­räume entwickelt sich zunehmend zu einer Herausforderung für die freie öffentliche Meinungs­bildung und damit für die Demokratie.


Mit diesem Phänomen hat sich das Gutachten „Analyse des staatlichen Reaktions­gefüges gegen Manipulationen des öffentlichen Informations­raums“ der Landes­anstalt für Medien NRW auseinandergesetzt, das von Prof. Dr. Ralf Müller-Terpitz, Inhaber des Lehr­stuhls für Öffentliches Recht, Recht der Wirtschafts­regulierung und Medien an der Universität Mannheim, ausgearbeitet wurde. Die Studie geht von der Prämisse aus, dass systematische Eingriffe in digitale Kommunikations- und Informations­räume zunehmend die freie öffentliche Meinungs­bildung unter­graben und damit eine erhebliche Bedrohung für die freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellen.

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