Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Politische Ausnahmezustände und der Einsatz von Milizen: Neues Forschungs­projekt an der Universität Mannheim

Emine Ari, Ph.D., wird zwei Jahre lang unter­suchen, wie Ausnahmezustände die Reaktion von Regierungen auf politischen Widerstand beeinflussen. Dabei geht sie insbesondere der Frage nach, warum manche Regierungen auf Milizen zurückgreifen, um oppositionelle Kräfte zu unter­drücken – und wie sich diese Strategie verändert, wenn ein Ausnahmezustand ausgerufen wird. Die Politik­wissenschaft­lerin von der Universität Idaho, USA, ist die dritte Humboldt-Stipendiatin, die für einen Forschungs­aufenthalt an den Lehr­stuhl von Prof. Sabine Carey, Ph.D. kommt.

Pressemitteilung vom 5. Oktober 2026
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Ob in Bürgerkriegen, bei politischen Unruhen oder im Kampf gegen oppositionelle Gruppen: Regierungen stehen immer wieder vor der Frage, welche Akteure sie einsetzen, um politische Gewalt und Widerstand zu kontrollieren. Neben regulären Sicherheits­kräften können dabei auch Milizen oder andere nichtstaatliche bewaffnete Gruppen zum Einsatz kommen. Wie entscheiden Regierungen jedoch, welche Akteur*innen sie einsetzen, um politischen Widerstand zu unter­drücken? Und wie ändern sich diese Entscheidung nach der Ausrufung eines Ausnahmezustands? Mit diesen Fragen wird sich Emine Ari während ihres zweijährigen Forschungs­aufenthalts an der Universität Mannheim beschäftigen.

Im Zentrum ihres Projekts steht die Rolle von Ausnahmezuständen. Dafür wertet sie umfangreiche Daten zu politischen Konflikten in Ländern wir die Türkei, Kolumbien oder Peru aus und verwendet statistische Modelle, um systematische Veränderungen im Einsatz von Milizen vor und nach der Ausrufung von Ausnahmezuständen zu unter­suchen. 

Ihr Forschungs­aufenthalt in Mannheim wird durch das Henriette Herz-Scouting-Programm der Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht. 2023 erhielt die Mannheimer Politik­wissenschaft­lerin Carey den Zuschlag, bis zu drei Wissenschaft­ler*innen aus dem Ausland für ein Stipendium auszuwählen und so ihr Team zu verstärken. Nach Elena Barham, Ph.D., und Meridith LaVelle, Ph.D., kommt nun die dritte Postdoktorandin an den Lehr­stuhl. Mit ihrem Forschungs­projekt ergänzt Ari das Profil des Lehr­stuhls von Carey, der sich unter anderem mit politischer Gewalt, Konflikten und der Rolle nichtstaatlicher Akteure beschäftigt.

„Für mich verbindet Professor Careys Team wissenschaft­liche Exzellenz mit einer unter­stützenden und ermutigenden Atmosphäre, in der ich mein Forschungs­projekt weiterentwickeln und neue Perspektiven gewinnen kann“, so Ari.

Zum Henriette Herz-Scouting-Programm der Alexander von Humboldt-Stiftung
Für das Henriette Herz-Scouting-Programm der Stiftung werden jährlich etwa 40 herausragende Forschende als Scouts ausgewählt. Dank der Förderung können sie über einen Zeitraum von drei Jahren junge Wissenschaft­ler*innen für ein Forschungs­stipendium auswählen.

Weitere Informationen zum Henriette Herz-Scouting-Programm sind hier abrufbar. 

Die Pressemitteilung der Universität Mannheim anlässlich des Förderzuschlags für Carey im Jahr 2023 ist hier zu finden. 

Kontakt:
Emine Ari, Ph.D.
Postdoktorandin am Lehr­stuhl für Politische Wissenschaft, Internationale Beziehungen
Universität Mannheim
E-Mail: emine.ari.erol.gastuni-mannheim.de

Yvonne Kaul
Forschungs­kommunikation
Universität Mannheim
E-Mail: kauluni-mannheim.de