„Die Entscheidung für die Universität Mannheim war eine der besten, die ich treffen konnte“
Zubair Ashfaq stammt aus Lahore, Pakistan und macht seinen Master in Wirtschaftsinformatik. In seiner myUniMA story erzählt er, wie es war, seine Heimat und eine beginnende Karriere hinter sich zu lassen, und was er am Studium in Mannheim besonders schätzt.
Warum hast du dich entschieden, an der Universität Mannheim zu studieren?
Ich wollte meinen Master gern im Ausland machen und habe mich an mehreren Universitäten in Deutschland und Italien beworben. Nachdem ich mehrere Zusagen bekommen hatte, habe ich mich dann doch für Deutschland entschieden. Einer der Hauptgründe, warum ich die Universität Mannheim gewählt habe, sind ihre guten Rankingergebnisse im Bereich Informatik.
Hast du direkt nach deinem Bachelorabschluss den Master angeschlossen?
Nein. Nach meinem Bachelor in Pakistan habe ich zunächst angefangen zu arbeiten und war dabei, mir eine Karriere aufzubauen. Deshalb war es für mich auch keine einfache Entscheidung, meine berufliche Laufbahn zu unterbrechen und für den Master hierherzukommen. In meinem sozialen und beruflichen Umfeld haben mir auch einige Leute davon abgeraten. Aber zum Glück haben mich einige Freunde und auch meine Familie dazu ermutigt, meine Komfortzone zu verlassen und diesen Schritt zu wagen. Rückblickend war die Entscheidung für Deutschland und insbesondere für die Universität Mannheim eine der besten, die ich treffen konnte.
Deine Familie hat dich also darin bestärkt, nach Mannheim zu gehen?
In meiner Familie sind wir nur zwei Brüder, mein älterer Bruder und ich. Meine Mutter wollte zunächst nicht, dass ich im Ausland studiere, insbesondere nicht in Deutschland, weil es so weit entfernt ist. Sie hatte Zweifel, vor allem weil ich bereits einen guten Job in meinem Heimatland hatte – zuletzt war ich Manager in einem IT-Unternehmen – und wir nicht viele Geschwister in der Familie sind. Ich glaube aber, um etwas Neues zu erreichen, muss man sich von etwas Altem lösen. Als meine Eltern dann gesehen haben, wie sicher ich mir bin, haben sie mich dann doch unterstützt.
Als du in Mannheim angekommen bist – was oder wer hat dir geholfen? Kannst du etwas über diesen Prozess erzählen?
Als ich die Zulassung zur Universität Mannheim erhalten habe, bin ich über einen Facebookpost, mit dem ich nach einer Wohnung gesucht habe, in Kontakt mit einem Alumnus der Universität gekommen. Asad Ellahi hat auch Wirtschaftsinformatik hier studiert und ehrlich gesagt, war er für mich wie ein Engel, weil er mir beim Übergang von Pakistan nach Deutschland und auch beim Einleben hier sehr geholfen hat.
Bis heute stehen wir in engem Kontakt – er ist inzwischen mein bester Freund hier in Deutschland. Er hat mir auch empfohlen, mich an das International Office zu wenden, was das Beste war, was mir passieren konnte. Angela Dörflinger und ihr für internationale Vollzeitstudierende zuständiges Team haben dafür gesorgt, dass all meine Fragen beantwortet wurden, und sie haben mich in jeder möglichen Weise unterstützt – vom ersten Onboarding über die Wohnungssuche bis hin zur Anmeldung in der Stadt und Fragen zur Arbeitserlaubnis. Sie waren bei jedem Schritt an meiner Seite.
Du machst deinen Master in Wirtschaftsinformatik. Wie gefällt dir dein Studium? Was schätzt du daran besonders?
Ich denke, im Vergleich zu meinem Bachelorstudium in Pakistan, das ebenfalls im Bereich Informatik war, gibt es hier in Deutschland viel mehr praktische Elemente. Mein aktuelles Studium in Wirtschaftsinformatik ist eine Mischung aus Betriebswirtschaft und Informatik.
Ich habe das Gefühl, dass hier viel mehr Praxisbezug vorhanden ist als in meinem Heimatland, und das gefällt mir sehr. Außerdem bin ich jetzt fast im letzten Semester – mir fehlen nur noch die Masterarbeit und ein Fach. Ich hatte bereits die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in meinem Fachbereich zu sammeln, und möchte das in Zukunft weiter ausbauen. Am liebsten möchte ich nach meinem Abschluss in Deutschland als Softwareentwickler arbeiten.
Hast du aus deiner Erfahrung Tipps für andere, die in Deutschland studieren möchten?
Ich bin bei der Recherche sehr strukturiert vorgegangen und das kann ich wirklich empfehlen. Am Anfang, wenn man nach einem Master sucht, sollte man sich auf die Hauptfächer konzentrieren, für die man sich interessiert. Informatik zum Beispiel ist ja ein sehr breites Feld, daher sollte man sich spezialisieren – etwa auf Künstliche Intelligenz, allgemeine Informatik oder Wirtschaft. Ich persönlich wollte von Anfang an in Richtung Wirtschaftsinformatik gehen. Wenn man sich für ein Land entschieden hat, sollte man passende Studiengänge auswählen, die Anforderungen genau lesen und sich dann einfach bewerben. Wenn ein IELTS-Test erforderlich ist, sollte man sich darauf vorbereiten, die Prüfung ablegen und sich anschließend bewerben. Ich denke, es ist relativ einfach, eine Zulassung in Deutschland zu bekommen, wenn man gut vorbereitet ist. Man sollte die Anforderungen der Universitäten genau prüfen. Wenn man sie erfüllt, sollte man sich bewerben – die Chancen auf eine Zulassung stehen wirklich gut. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sprachbarriere. Man sollte sich möglichst schon vor der Anreise damit beschäftigen. Es wäre ideal, wenn man bereits vor der Ankunft Deutsch lernt. Falls das nicht möglich ist, sollte man nach der Ankunft Sprachkurse besuchen. Die Universität Mannheim bietet solche Kurse zum Teil kostenlos an – das ist eine große Hilfe. Deshalb würde ich jedem empfehlen, diesen Schritt zu wagen.
Interview: Emma-Lena Sester I Mai 2026
