Projektmanagement in der Praxis

Lehrveranstaltung: Seminar „Projektmanagement“ (Leitung: Birgit Füreder)
Studiengang: Bachelor of Arts Romanische Sprachen, Literaturen und Medien
Veranstaltung: Besuch der „Langen Nacht der Innovation und Kultur“
Datum: Samstag, 11. April 2026, 18:00 – 23:00 Uhr
Ort: MAFINEX, Mannheim Technologiezentrum (Lindenhof)
Im Rahmen unseres Seminars „Projektmanagement“ im Studiengang Bachelor Romanische Sprachen, Literaturen und Medien an der Universität Mannheim hatten wir am Samstag, den 11. April 2026, die Gelegenheit, die „Lange Nacht der Innovation und Kultur“ im MAFINEX Technologiezentrum in Mannheim-Lindenhof zu besuchen. Das MAFINEX ist als Mittelpunkt für regionale Start-ups und technologieorientierte Neugründungen bekannt. Ziel dieser Exkursion war es, die zuvor gelernten theoretischen Konzepte des Projektmanagements – wie Innovationsprozesse oder Stakeholder-Kommunikation – einmal in der Praxis der regionalen Start-ups zu erleben.
Das Programm der Veranstaltung war sehr vielfältig und verband wissenschaftliche Fachbeiträge mit interaktiven Ausstellungen und kulturellen Programmpunkten. Wir besuchten zuerst zwei sehr unterschiedliche Vorträge: einen Panel-Talk zum Thema Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft und einen weiteren Vortrag zur linguistischen Unternehmensberatung hinsichtlich Neurodiversität und Optimierung von Sprache und Texten in Unternehmen. Danach ging es auf die Ausstellungsfläche, wo junge Unternehmen ihre Projekte präsentierten. Beim 3D-Druck konnten wir live beobachten, wie Schokolade und Schlüsselanhänger hergestellt wurden. Auch nachhaltige Geschenkverpackungen, die sich über eine App geografisch nachverfolgen lassen, oder das digitale Bildungsprojekt TUMO zeigten, wie innovative Ideen strukturiert umgesetzt werden können. Außerdem gab es eine Kaffeerösterei, die ein transparentes Lieferketten-Projekt durch den direkten Kontakt zu Produzenten in Lateinamerika verfolgt, und ein Konzert einer kolumbianischen Sängerin, die sowohl englische als auch spanische Lieder gesungen hat.
Insgesamt hat uns die Veranstaltung durch ihr unglaublich vielfältiges Programm und die informativen Fachbeiträge begeistert. Überall in den Räumen des MAFINEX spürte man einen ‚Gründungsgeist‘ und die Begeisterung für innovative Projekte. Neben theoretischen Vorträgen gab es auch interaktive Attraktionen, wie zum Beispiel tanzende Roboter oder die 3D-Drucker, was das Ganze sehr anschaulich gemacht hat. Auch für das leibliche Wohl war mit gutem Essen bestens gesorgt. Unter anderem hat sich der Besuch für uns gelohnt, da die Beiträge konkrete Perspektiven für unsere eigene berufliche Zukunft aufgezeigt haben. Besonders überraschend und motivierend war es zu sehen, wie vielfältig die Berufsmöglichkeiten – gerade auch für uns Romanist*innen und Sprachstudent*innen – in dieser vermeintlich rein technischen Start-up-Welt sind. Im Gespräch mit dem Leiter eines Sprachtechnologie-Unternehmens haben wir zum Beispiel erfahren, dass im Bereich von Sprache und KI eine fundierte Sprachkompetenz, sprachanalytische Fähigkeiten und gewisse Transferkompetenzen (wie z. B. Projektmanagement) absolut erforderlich sind. Neben der Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, kam auch die Verbindung von Sprache und Kultur an diesem Abend nicht zu kurz. Ein Highlight war hier das Konzert zum Abschluss: Die kolumbianische Sängerin erklärte auf der Bühne sehr bewegend, welche tiefe Bedeutung das Singen traditioneller Lieder und die spanische Sprache für sie persönlich hat.
Wie die Veranstaltung individuell wahrgenommen wurde, zeigt ein persönlicher Erfahrungsbericht aus unserer Gruppe:
Als Student hatte ich schon öfter von MAFINEX und der Start-up-Szene in Mannheim gehört, aber wirklich einen Eindruck davon bekommen habe ich erst bei der „Langen Nacht der Innovation & Kultur“. Schon beim Ankommen war klar, dass das kein gewöhnliches Event ist: Überall standen Gruppen von Leuten, man hörte Gespräche über KI, Gründungen und neue Technologien. Ich bin zuerst durch das MAFINEX-Gebäude gegangen. Dort haben verschiedene Start-ups ihre Projekte vorgestellt. Besonders spannend fand ich, wie offen die Leute waren. Man konnte einfach Fragen stellen, und oft haben sich direkt Gespräche ergeben. Ein Gründer hat mir zum Beispiel erklärt, wie künstliche Intelligenz im Bereich der Linguistik Sprachen transkribieren kann. Außerdem erläuterte er die Qualifikationsanforderungen, welche sich mit Teilen meines Studiums abdeckten. Später habe ich mir einen Science Slam angeschaut. Das war überraschend unterhaltsam, weil komplexe Themen verständlich und teilweise sogar humorvoll erklärt wurden. Es war irgendwie motivierend zu sehen, wie Wissenschaft auch locker und zugänglich präsentiert werden kann. Was mir insgesamt aufgefallen ist: Die Veranstaltung hat viele unterschiedliche Leute zusammengebracht. Studierende, Professoren, Gründer und einfach Neugierige waren gleichzeitig vor Ort. Dadurch entstand eine besondere Atmosphäre. Einerseits fachlich spannend, andererseits sehr offen und entspannt. Am Ende des Abends hatte ich nicht nur einen besseren Einblick in die Innovationsszene in Mannheim, sondern auch das Gefühl, dass solche Themen viel greifbarer sind, als sie im Studium manchmal wirken. Für mich war es definitiv eine Erfahrung, die sich gelohnt hat, und ich kann mir gut vorstellen, nächstes Jahr wieder hinzugehen.
