Frauenquoten stärken das Arbeits­engagement – wenn Beschäftigte sie kennen

Frauenquoten können mehr bewirken als eine ausgewogenere Besetzung von Führungs­positionen.

Eine Studie von Forschenden der Universität Mannheim und der Rotterdam School of Management zeigt, dass sie auch das Arbeits­engagement der Beschäftigten stärken können – allerdings nur, wenn Mitarbeitende die Maßnahmen kennen und als Ausdruck der Unter­nehmens­werte wahrnehmen.

Forschungs­arbeiten zu Frauenquoten befassten sich bislang mit den Aus­wirkungen von Quoten auf organisatorischer Ebene, etwa mit der Zusammensetzung von Vorständen und der Unter­nehmens­leistung. Es gibt jedoch kaum Unter­suchungen dazu, wie sich diese Quoten auf die Belegschaft auswirken. Und das, obwohl eines der Ziele solcher Quoten darin besteht, die Gleich­stellung der Geschlechter in einem breiteren Kontext zu fördern. 

Dabei kann die Wahrnehmung von Frauenquoten einen wichtigen Unter­schied machen. Das zeigt eine neue Studie von Dr. Madleen Meier-Barthold, heute an der Rotterdam School of Management, und Prof. Dr. Torsten Biemann von der Universität Mannheim. Sie haben herausgefunden, dass Frauenquoten das Arbeits­engagement der gesamten Belegschaft steigern können – allerdings nur dann, wenn Beschäftigte die Maßnahme wahrnehmen und kennen. Das ist jedoch häufig nicht der Fall: Die Studie belegt, dass mehr als 42 Prozent der Mitarbeitenden nichts von bestehenden Frauenquoten in ihrem Unter­nehmen wissen. Weitere 30 Prozent gehen fälschlicherweise davon aus, dass eine solche Regelung existiert.

Für ihre Unter­suchung analysierten die Forschenden Daten des Linked Personnel Panel, eines repräsentativen deutschen Datensatzes mit Angaben von 2.270 Arbeitgebern und Beschäftigten. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass Beschäftigte ein höheres Engagement zeigen, wenn sie die Maßnahme als Ausdruck der Werte und Prioritäten ihrer Organisation verstehen, etwa als Zeichen eines ernst gemeinten Einsatzes für Geschlechter­gerechtigkeit. Diese positiven Effekte fallen jedoch schwächer aus, wenn Frauenquoten gesetzlich vorgeschrieben sind. „Frauenquoten können ein Signal dafür sein, welche Werte einer Organisation wichtig sind. Dieses Signal verliert jedoch an Wirkung, wenn die Quote gesetzlich vorgeschrieben ist“, erklärt Erstautorin Meier-Barthold.

„Maßnahmen und Richtlinien existieren nicht einfach nur. Sie werden wahrgenommen, häufig übersehen oder missverstanden und anschließend interpretiert“, konstatiert Biemann. „Das wirft die grundsätzliche Frage auf: Wie viele andere Regelungen am Arbeits­platz bleiben von genau den Menschen, für die sie gedacht sind, unbemerkt oder werden falsch verstanden?“

Die Studie „Signaling Effects of Women's Quotas: An Analysis of Workforce Perceptions and Reactions“ wurde in der Fach­zeitschrift „Human Resource Management“ veröffentlicht.Meier-Barthold war bis 2023 Doktorandin an der Universität Mannheim und wechselte anschließend an die Rotterdam School of Management.

Die Meldung basiert auf einer KI-gestützten Über­setzung eines Artikels aus dem Forschungs­portal RSM Discovery der Rotterdam School of Management, Erasmus University Rotterdam: www.rsm.nl/discovery/2026/effective-workplace-diversity-policy

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