Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

GIP Policy Brief 3/26

GIP Policy Brief 3/26 von Prof. Richard Traunmüller:

Meinungs­freiheit in Deutschland: Subjektives Empfinden und tatsächliche Erfahrungen.

Die Reihe „Wie tickt Deutschland?“ macht in regelmäßig erscheinenden kurzen Reports ausgewählte Zahlen, Fakten und Analysen des German Internet Panels (GIP) einer interessierten Öffentlichkeit, Journalisten und gesellschaft­lichen Entscheidungs­trägern zugänglich.
Damit möchte die Serie einen evidenz­basierten Beitrag zu aktuellen, gerade auch kontroversen gesellschaft­lichen und politischen Debatten leisten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein relevanter Teil der Bevölkerung fühlt sich nicht nur bei kontroversen Themen wie Migration oder dem Israel-Palästina-Konflikt, sondern auch bei allgemeinen politischen Fragen und selbst bei Regierungs­kritik in der öffentlichen Meinungs­äußerung gehemmt.
  • Die Daten stützen weder das Stereotyp des zum Schweigen gebrachten ‚alten weißen Mannes‘ noch die Annahme, Frauen oder ausländische Staats­bürger empfänden die geringste Meinungs­freiheit. Wahrgenommene Ungleich­heiten in der Meinungs­freiheit verlaufen entlang von Bildung, Ost-West-Unter­schieden und vor allem politischer Einstellung.
  • Jährlich werden schätzungs­weise 5,5 bis 8,0 Millionen Menschen in Deutschland für ihre Meinungs­äußerung als ‚extrem‘ bezeichnet.
    Persönliche Angriffe in sozialen Medien aufgrund ihrer politischen Meinungen
    betreffen 1,9 bis 5,1 Millionen im Jahr. Weitere 1,9 bis 2,9 Millionen Personen pro Jahr verlieren Freunde, 0,6 bis 1,5 Millionen erfahren berufliche Probleme und 0,3 bis 0,9 Millionen rechtliche Probleme.
  • Das subjektive Empfinden von Meinungs­freiheit wird maßgeblich von tatsächlichen Sanktions­erfahrungen geprägt. Das heißt nicht, dass es sich nicht auch aus anderen Quellen speist – es lässt sich aber nicht als ‚bloßes Gefühl‘ abqualifizieren.

GIP Policy Brief 3/26

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