Wikipedia-Projekt: Studierende stärken öffentliches Wissen zu europäischer Identität

Die Studierenden arbeiteten an insgesamt elf Artikeln in der deutsch- und englischsprachigen Wikipedia. Die Bandbreite reichte von empirischen Datengrundlagen wie dem European Social Survey – eine länderübergreifende Datenerhebung, die Einstellungen und Verhaltensmuster der europäischen Bevölkerung misst – über sozialpsychologische Konzepte wie der Kontakthypothese – die Annahme, dass Kontakt zwischen Mitgliedern verschiedener sozialer Gruppen unter bestimmten Bedingungen zur Reduktion von Vorurteilen beitragen kann – , bis hin zu kulturpolitischen Initiativen wie den Europäischen Kulturhauptstädten. Geleitet wurde das Seminar „From Erasmus to Eurovision: Sociological Perspectives on European Identity“ von Dr. Nicole Schwitter vom Lehrstuhl für evidenzbasierte Politikwissenschaften.
Für die Studierenden hatte das Seminar einen besonderen Reiz: Statt eine Hausarbeit ausschließlich für die Lehrperson zu verfassen, schrieben die Studierenden für eine potenziell weltweite Öffentlichkeit. Das Seminar zielte bewusst darauf ab, neben inhaltlicher Expertise auch digitale Kompetenzen zu fördern. Die Studierenden mussten Quellen kritisch prüfen, bestehende Artikel evaluieren, Neutralitätsregeln und Wikimedia-Normen beachten und wissenschaftliche Standards in einem offenen Online-Format umsetzen. Das Thema des Seminars eignete sich besonders für diese Art der Bearbeitung: „Europäische Identität wird politisch und gesellschaftlich intensiv diskutiert. Umso wichtiger ist es, dass fundierte Forschungsergebnisse verständlich und frei zugänglich aufbereitet werden“, so Dr. Nicole Schwitter.
