Stärken Bürgerräte das Vertrauen in die Demokratie?

Neues Projekt unter Beteiligung einer Sozial­wissenschaft­lerin der Universität Mannheim erhält Förderung der VolkswagenStiftung.

Pressemitteilung vom 17. Juli 2026
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Ob der Ausbau neuer Fahrradwege oder die Einführung eines Tempolimits – gerade bei gesellschaft­lich kontroversen Themen kommen immer öfter sogenannte Bürgerräte zum Einsatz. Dabei handelt es sich um Gruppen zufällig ausgewählter Bürger*innen, die gemeinsam Empfehlungen erarbeiten, die allerdings nicht bindend sind. Laut dem Fach­verband „Mehr Demokratie“ wurden 2025 in Deutschland insgesamt 58 Bürgerräte neu gestartet oder abgeschlossen.

Ob Bürgerräte nicht nur die Haltung der Teilnehmenden zur Demokratie verändern, sondern auch in die lokale Öffentlichkeit ausstrahlen, unter­sucht das Projekt „Next-Generation Citizen Councils for Revitalizing Democracy at the Community Level“, das nun von der VolkswagenStiftung eine Förderung von 830.000 Euro erhält. Beteiligt sind Dr. Sebastian Ziaja von GESIS – Leibniz-Institut für Sozial­wissenschaften, Dr. Antonia Carolin May, Postdoktorandin am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) der Universität Mannheim, sowie die Initiative Offene Gesellschaft aus Berlin. 

Die Forschenden wollen belastbare Er­kenntnisse darüber gewinnen, wie Beteiligungs­prozesse mehr Menschen erreichen und die demokratische Resilienz stärken können. Ein bereits abgeschlossenes Pilot­projekt liefert erste Hinweise darauf: Bürgerräte scheinen über die Teilnehmenden hinaus in die gesamte Gemeinde zu wirken. Nun richtet das Forschungs­team gemeinsam mit drei weiteren Gemeinden aus Deutschland und der Initiative Offene Gesellschaft drei neue Bürgerräte ein. Dabei werden neue Wege erprobt, um die Rekrutierung der Teilnehmenden inklusiver zu gestalten und so die Repräsentativität der Gremien zu erhöhen. Geplant sind mehrere Panelbefragungen in der beteiligten Gemeinde.

Das Projekt baut auf einem Vorgänger­projekt auf, das 2024 und 2025 in der Gemeinde Welver durchgeführt wurde. Dort fanden die Forschenden erste Hinweise auf sogenannte Netzwerkeffekte – also darauf, dass Bürgerräte über Gespräche und soziale Beziehungen auch Menschen erreichen können, die nicht selbst an einem Bürgerrat teilgenommen haben.

Insgesamt fördert die VolkswagenStiftung elf trans­disziplinäre Forschungs­projekte, die sich mit dem Wandel von Demokratien beschäftigen.

Zur Pressemitteilung der VolkswagenStiftung: www.volkswagenstiftung.de/de/news/aktuelles/forschung-zu-demokratien-im-wandel-143-mio-euro-fuer-elf-trans­disziplinaere-projekte

Kontakt: 
Dr. Antonia Carolin May
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Tel.: +49 621 181-3494
E-Mail: antonia.mayuni-mannheim.de 

Yvonne Kaul
Forschungs­kommunikation
Universität Mannheim
Tel: +49 621 181-1266
E-Mail: kauluni-mannheim.de