Das schwierige Jahrzehnt. Thomas Mann zwischen 1901-1911

Thema: Die in diesem Jahr von Tilmann Lahme vorgelegte Biographie Thomas Manns beschreibt das Leben des Autors als lebenslange qualvolle Auseinandersetzung mit der homosexuellen Disposition. Als besonders schwierig wird das erste Jahrzehnt des 20. Jahrhundert bewertet. Thomas Mann kämpft mit seiner „conträren Sexualempfindung“. Er versucht sich durch die Heirat mit Katia Pringsheim eine (bürgerliche) „Verfassung“ zu geben.
Aber nicht nur die private Lebensgestaltung erweist sich als herausfordernd. Nach dem Erscheinen der „Buddenbrooks“ (1901 zweibändig veröffentlicht, 1903 in einer – deutlich günstigeren – einbändigen Ausgabe publiziert, die zum Bestseller wurde) sucht der junge deutsche Star-Autor nach Möglichkeiten, an den genialischen Romanerstling anzuschließen. Erst mit dem 1911 entstandenen „Tod in Venedig“ gelingt ihm aber wieder ein in der Selbsteinschätzung großer und von der Kritik fast durchgängig gefeierter Text, dem Höhenkamm zugehörig.
Die Tagung beschäftigt sich einerseits mit den biographischen Herausforderungen von Thomas Manns ‚schwierigem‘ Jahrzehnt, die ablesbar sind etwa im – für diesen Zeitraum nur bruchstückhaft erhaltenen – Briefwechsel mit Otto Grautoff; dem Briefwechsel mit Heinrich Mann, mit dem er sich über dessen Roman „Jagd nach Liebe“ (1903) entzweit; mit Katia Mann, vor der er sich als Brautwerber in Positur stellt. Sie nimmt andererseits aber vor allem die Versuche literarischer Weiterentwicklung in ihrer je spezifischen Faktur in den Blick, die von der Angst grundiert waren, an das Niveau des Erstlingsromans nicht anschließen zu können.
Programm: Das Programm können Sie rechts auf dem Plakat einsehen oder herunterladen.
Termin: 18. und 19. Juni 2026
Veranstalter: Claudia Liebrand und Thomas Wortmann
Ort: SO 418 (Universität Mannheim: Schloss: Schneckenhof Ost: Bahnhofsturm)