Gegenwart als Krise. Die Ökonomie des Erzählens in Literatur und Film Argentiniens nach 2000.
Wenn ein Haushalt (gr. oikonomia) eines kleineren oder größeren Gemeinwesens in Unordnung gerät, geraten seine Bewohner in eine Krise. ‚Gegenwart‘ scheint heute allenthalben nur noch im Zeichen der Krise bedacht und zur Sprache gebracht werden zu können: jedenfalls suggeriert das die Rede der Öffentlichkeit über sich selbst.
Anhand von Beispielen aus Daniel Burmans Esperando al mesías (2001), Adolfo Aristarains Lugares comunes (2002) und Juan José Campanellas Luna de Avellaneda (2004) beschäftigt sich der Vortrag mit der Frage, was Literatur und Film über den Menschen und über die ‚Anthropotechniken‘ unter Bedingungen der Krise wissen, und wie dieses Wissen zur Sprache kommt bzw. ins Bild gesetzt, wie es also in eine je spezifische Erzählökonomie übersetzt wird.’
