Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Mannheimer Forschende an globaler Nature-Studie beteiligt

Unter Beteiligung von mehreren Wissenschaft­ler*innen aus Mannheim zeigt eine Metastudie: Selbst bei identischen Datensätzen kommen Forschende oft zu unter­schiedlichen Schlussfolgerungen.

Mehrere Wissenschaft­ler*innen aus Mannheim waren an einer internationalen Großstudie beteiligt, die am 1. April in der Fach­zeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Zu den Autor*innen der Studie zählten unter anderem der VWL-Junior­professor Wladislaw Mill sowie Dr. Elias Naumann und Dr. Nicole Schwitter von Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES). 

An der Metastudie waren insgesamt mehr als 450 Forschende weltweit beteiligt. Sie analysierten identische Datensätze aus den Sozial- und Verhaltens­wissenschaften, kamen dabei jedoch häufig zu unter­schiedlichen Ergebnissen. Die Studie zeigt, dass wissenschaft­liche Schlussfolgerungen stark davon abhängen können, welche methodischen Entscheidungen Forschende bei der Auswertung treffen.

Die Autor*innen betonen, dass diese Unter­schiede kein Zeichen mangelnder Qualität sind, sondern auf die sogenannte analytische Variabilität zurückgehen – also auf unter­schiedliche, aber jeweils vertretbare wissenschaft­liche Herangehensweisen.

Insgesamt plädiert die Studie dafür, künftig stärker auf Trans­parenz zu setzen und mehrere Analysewege parallel offenzulegen. So könne besser sichtbar werden, wie stabil – oder auch wie unsicher – wissenschaft­liche Er­kenntnisse tatsächlich sind.

In der gleichen Nature-Ausgabe erschien zudem eine Publikation unter Beteiligung der Mannheimer Soziologin Dr. Johanna Gereke und des Politik­wissenschaft­lers Prof. Nan Zhan, Ph.D. Darin zeigen die Autor*innen anhand einer großen Zahl von Studien, dass nur etwa die Hälfte der Ergebnisse in den Sozial- und Verhaltens­wissenschaften exakt reproduzierbar ist. Die Metastudie betont die Notwendigkeit einer besseren Datenverfügbarkeit und größerer Trans­parenz, um die wissenschaft­liche Verlässlichkeit zu erhöhen.

Originalpublikationen:

Aczel, B., Szaszi, B., Clelland, H.T. et al. Investigating the analytical robustness of the social and behavioural sciences. Nature652, 135–142 (2026). https://doi.org/10.1038/s41586-025-09844-9

Miske, O., Abatayo, A.L., Daley, M. et al. Investigating the reproducibility of the social and behavioural sciences. Nature652, 126–134 (2026). https://doi.org/10.1038/s41586-026-10203-5

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