Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Universitäts­allianz U7+: Universitäten fordern engere Partner­schaft zwischen Politik und Hochschulen

Mehr als 30 Mitglieder der internationalen Universitäts­allianz U7+ trafen sich diese Woche im Vorfeld des G7-Gipfels in Frankreich / Universitäten rufen G7-Regierungen zu nationalen und internationalen Konsultationen zu KI und Demokratie auf / Empfang durch Präsident Macron

Das Gipfeltreffen der Universitäts­allianz U7+ in Paris, das unter dem Motto „Die gesellschaft­liche Rolle der Universitäten in einer gespaltenen Welt“ stand, wurde von den drei Hochschulen Sciences Po, Université Paris Cité und École Polytechnique ausgerichtet. In ihrer gemeinsamen Erklärung rufen die Mitglieder die Regierungen der G7-Länder zur Einbindung von Universitäten in globale politische Entscheidungs­prozesse auf: Mithilfe nationaler und internationaler Konsultationen zu Künstliche Intelligenz (KI) und Demokratie könnten Universitäten dazu beitragen, gesellschaft­liche Gräben zu überbrücken und verantwortungs­volle technologische Entwicklung zu fördern.

In der Abschluss­erklärung betont die U7+ Allianz die zentrale gesellschaft­liche Rolle von Universitäten in einer zunehmend polarisierten und von Krisen geprägten Welt: Als Orte der Bildung, Forschung und des öffentlichen Vertrauens trügen Hochschulen wesentlich zur Stärkung von Demokratien, zur wirtschaft­lichen und sozialen Innovation sowie zur internationalen Zusammenarbeit bei. Die U7+ Allianz unter­streicht die Verantwortung der Universitäten, verlässliches Wissen zu schaffen, kritisches Denken zu fördern, konstruktiven Dialog zu ermöglichen und KI so weiterzuentwickeln, dass Gesellschaften weltweit von ihren Möglichkeiten profitieren. Die U7+‑Mitglieder verpflichten sich in der Erklärung deshalb zu exzellenter, leicht zugänglicher Bildung, wirkungs­orientierter Forschung und der aktiven Förderung von zivilem Diskurs. Gleich­zeitig sehen sich Hochschulen mit Vertrauenskrisen, steigenden Bildungs­kosten, Angriffen auf die akademische Freiheit und der Verbreitung von Des­information konfrontiert und fordern deshalb von den G7 Staaten eine verlässliche Finanzierung des Hochschul­sektors sowie den Schutz der Wissenschafts­freiheit.

Die Präsident*innen von 30 U7+ Universitäten unter­zeichneten die Erklärung. „Mit dem Aufstieg extremer politischer Kräfte in vielen Ländern, der Abkehr vom fakten­basierten Argumentieren und Angriffen auf die Wissenschafts­freiheit sowie dem rasanten Fortschritt im Bereich der KI stehen wir großen gesellschaft­lichen Herausforderungen gegenüber“, so Fetzer über die Erklärung, die er im Namen der Universität Mannheim unter­zeichnete, „die Universitäten können und wollen ihren Beitrag leisten, um diesen Herausforderungen zu begegnen.“

Zur Erklärung der U7+ Universitäten

Am 15. April wurde die Erklärung Frankreichs Staats­präsidenten Emmanuel Macron, der in diesem Jahr Gastgeber des G7-Gipfels ist, überreicht. Er empfing die Mitglieder des Leitungs­gremiums von U7+ (Presidential Steering Committee), unter ihnen Rektor Prof. Dr. Thomas Fetzer, im Élysée-Palast. Der Empfang bot den Mitgliedern von U7+ die Gelegenheit, dem Staats­chef ihre Über­legungen zur Rolle der Universitäten angesichts technologischer, demokratischer, klimatischer, geopolitischer und demografischer Umbrüche vorzutragen. Auch das schwindende Vertrauen in wissenschaft­liche Einrichtungen und Fakten war Thema des Austauschs. Präsident Macron ermutigte die Universitäten, sich in der öffentlichen Debatte zu engagieren, um wissenschaft­liche Fakten und Argumente gegen Meinungen, Über­zeugungen und Falsch­informationen einzubringen.

Fetzer leitete außerdem ein Panel zu Klimawandel und Nachhaltigkeit, in dem die Teilnehmenden unter anderem über die Frage diskutierten, welche Rolle Universitäten im Bereich Nachhaltigkeit in ihren Handlungs­feldern Forschung, Lehre und Trans­fer einnehmen. Das Panel wurde von der U7+Arbeits­gruppe „Nachhaltigkeit und Klimawandel“ vorbereitet, deren Co-Vorsitzender Prof. Dr. Moritz Fleischmann, Prorektor für Nachhaltigkeit und Internationales, ist, der auch am Gipfel teilnahm. „Es ist essenziell, dass wir das Thema Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verlieren, auch wenn Kriege und wirtschaft­liche Krisen für viele Menschen derzeit dringender erscheinen“, so Fleischmann, „deshalb engagieren sich viele Mitglieder von U7+ beispielsweise bei den UN-Klimakonferenzen und wir fördern den Austausch von Best Practices im Bereich universitärer Nachhaltigkeit innerhalb der Allianz. U7+ bietet dafür einen einzigartigen Rahmen.“

Über die U7+ Allianz
Die U7+ Allianz ist eine internationale Koalition von 48 Universitäten vorrangig aus den G7-Mitgliedstaaten, die das Ziel hat, einen wissenschaft­lichen Beitrag zur Lösung der großen gesellschaft­lichen und politischen Fragen unserer Zeit zu leisten. Die Universität Mannheim ist eines der Gründungs­mitglieder der Allianz und durch Prof. Dr. Thomas Fetzer in ihrem Presidential Steering Committee vertreten. Die Mitglieder der Allianz treffen sich jährlich, um eine gemeinsame Agenda aufzustellen und Schlüssel­bereiche für koordinierte Maßnahmen zu ermitteln. Gemeinsam verpflichten sich die Präsidenten der U7+ Universitäten im Namen ihrer Institutionen zu konkreten Maßnahmen, um die dringendsten Herausforderungen der Welt auf lokaler, regionaler und globaler Ebene anzugehen.

Seit 2025 ist die U7+ Alliance of World Universities offiziell als G7 Engagement Group anerkannt und vertritt den Hochschul­sektor der G7-Länder und darüber hinaus. Das heißt, sie wird von der G7-Präsidentschaft als beratendes Organ zu zivil­gesellschaft­lichen Fragen herangezogen.

Allgemeine Informationen zur U7+ Allianz und zu den Erklärungen der letzten Jahre: https://www.uni-mannheim.de/universitaet/internationales/u7/

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