Universitätsallianz U7+: Universitäten fordern engere Partnerschaft zwischen Politik und Hochschulen

Das Gipfeltreffen der Universitätsallianz U7+ in Paris, das unter dem Motto „Die gesellschaftliche Rolle der Universitäten in einer gespaltenen Welt“ stand, wurde von den drei Hochschulen Sciences Po, Université Paris Cité und École Polytechnique ausgerichtet. In ihrer gemeinsamen Erklärung rufen die Mitglieder die Regierungen der G7-Länder zur Einbindung von Universitäten in globale politische Entscheidungsprozesse auf: Mithilfe nationaler und internationaler Konsultationen zu Künstliche Intelligenz (KI) und Demokratie könnten Universitäten dazu beitragen, gesellschaftliche Gräben zu überbrücken und verantwortungsvolle technologische Entwicklung zu fördern.
In der Abschlusserklärung betont die U7+ Allianz die zentrale gesellschaftliche Rolle von Universitäten in einer zunehmend polarisierten und von Krisen geprägten Welt: Als Orte der Bildung, Forschung und des öffentlichen Vertrauens trügen Hochschulen wesentlich zur Stärkung von Demokratien, zur wirtschaftlichen und sozialen Innovation sowie zur internationalen Zusammenarbeit bei. Die U7+ Allianz unterstreicht die Verantwortung der Universitäten, verlässliches Wissen zu schaffen, kritisches Denken zu fördern, konstruktiven Dialog zu ermöglichen und KI so weiterzuentwickeln, dass Gesellschaften weltweit von ihren Möglichkeiten profitieren. Die U7+‑Mitglieder verpflichten sich in der Erklärung deshalb zu exzellenter, leicht zugänglicher Bildung, wirkungsorientierter Forschung und der aktiven Förderung von zivilem Diskurs. Gleichzeitig sehen sich Hochschulen mit Vertrauenskrisen, steigenden Bildungskosten, Angriffen auf die akademische Freiheit und der Verbreitung von Desinformation konfrontiert und fordern deshalb von den G7 Staaten eine verlässliche Finanzierung des Hochschulsektors sowie den Schutz der Wissenschaftsfreiheit.
Die Präsident*innen von 30 U7+ Universitäten unterzeichneten die Erklärung. „Mit dem Aufstieg extremer politischer Kräfte in vielen Ländern, der Abkehr vom faktenbasierten Argumentieren und Angriffen auf die Wissenschaftsfreiheit sowie dem rasanten Fortschritt im Bereich der KI stehen wir großen gesellschaftlichen Herausforderungen gegenüber“, so Fetzer über die Erklärung, die er im Namen der Universität Mannheim unterzeichnete, „die Universitäten können und wollen ihren Beitrag leisten, um diesen Herausforderungen zu begegnen.“
Zur Erklärung der U7+ Universitäten
Am 15. April wurde die Erklärung Frankreichs Staatspräsidenten Emmanuel Macron, der in diesem Jahr Gastgeber des G7-Gipfels ist, überreicht. Er empfing die Mitglieder des Leitungsgremiums von U7+ (Presidential Steering Committee), unter ihnen Rektor Prof. Dr. Thomas Fetzer, im Élysée-Palast. Der Empfang bot den Mitgliedern von U7+ die Gelegenheit, dem Staatschef ihre Überlegungen zur Rolle der Universitäten angesichts technologischer, demokratischer, klimatischer, geopolitischer und demografischer Umbrüche vorzutragen. Auch das schwindende Vertrauen in wissenschaftliche Einrichtungen und Fakten war Thema des Austauschs. Präsident Macron ermutigte die Universitäten, sich in der öffentlichen Debatte zu engagieren, um wissenschaftliche Fakten und Argumente gegen Meinungen, Überzeugungen und Falschinformationen einzubringen.
Fetzer leitete außerdem ein Panel zu Klimawandel und Nachhaltigkeit, in dem die Teilnehmenden unter anderem über die Frage diskutierten, welche Rolle Universitäten im Bereich Nachhaltigkeit in ihren Handlungsfeldern Forschung, Lehre und Transfer einnehmen. Das Panel wurde von der U7+Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit und Klimawandel“ vorbereitet, deren Co-Vorsitzender Prof. Dr. Moritz Fleischmann, Prorektor für Nachhaltigkeit und Internationales, ist, der auch am Gipfel teilnahm. „Es ist essenziell, dass wir das Thema Nachhaltigkeit nicht aus den Augen verlieren, auch wenn Kriege und wirtschaftliche Krisen für viele Menschen derzeit dringender erscheinen“, so Fleischmann, „deshalb engagieren sich viele Mitglieder von U7+ beispielsweise bei den UN-Klimakonferenzen und wir fördern den Austausch von Best Practices im Bereich universitärer Nachhaltigkeit innerhalb der Allianz. U7+ bietet dafür einen einzigartigen Rahmen.“
Über die U7+ Allianz
Die U7+ Allianz ist eine internationale Koalition von 48 Universitäten vorrangig aus den G7-Mitgliedstaaten, die das Ziel hat, einen wissenschaftlichen Beitrag zur Lösung der großen gesellschaftlichen und politischen Fragen unserer Zeit zu leisten. Die Universität Mannheim ist eines der Gründungsmitglieder der Allianz und durch Prof. Dr. Thomas Fetzer in ihrem Presidential Steering Committee vertreten. Die Mitglieder der Allianz treffen sich jährlich, um eine gemeinsame Agenda aufzustellen und Schlüsselbereiche für koordinierte Maßnahmen zu ermitteln. Gemeinsam verpflichten sich die Präsidenten der U7+ Universitäten im Namen ihrer Institutionen zu konkreten Maßnahmen, um die dringendsten Herausforderungen der Welt auf lokaler, regionaler und globaler Ebene anzugehen.
Seit 2025 ist die U7+ Alliance of World Universities offiziell als G7 Engagement Group anerkannt und vertritt den Hochschulsektor der G7-Länder und darüber hinaus. Das heißt, sie wird von der G7-Präsidentschaft als beratendes Organ zu zivilgesellschaftlichen Fragen herangezogen.
Allgemeine Informationen zur U7+ Allianz und zu den Erklärungen der letzten Jahre: https://www.uni-mannheim.de/universitaet/internationales/u7/
