Vortrag: „Why Sustainability Law Fails“ auf der JNR 2026 in Istanbul

Auf dem von Lara Schmidt (Max Planck Institut für ausländisches und internationales Privatrecht, Hamburg) moderierten Panel unter dem Titel „Are We Failing Sustainability?“ stellte Flemming Maltzahn mit seinem Vortrag die These zur Diskussion, dass die vielfach zu beobachtende Wirkungslosigkeit des Nachhaltigkeitsrechts vor allem auf einen mangelnden gesetzgeberischen Willen und weniger auf dem Nachhaltigkeitsrecht eigene Defizite zurückzuführen sei. Am Beispiel von unterschiedlichen zentralen EU-Rechtsakten mit dem Ziel einer nachhaltigen Entwicklung verdeutlichte Flemming Maltzahn, dass es sich bei Nachhaltigkeitsrecht vielfach nur um symobolische Gesetzgebung handele. An konkreten Gesetzgebungsverfahren verdeutlichte er ein besonders im Nachhaltigkeitsrecht zu beobachtendes „watering down of legislation“. Die beobachtenden Phänomene erläuterte Flemming Maltzahn schließlich unter Rückgriff auf die Political Choice Theory sowie das psychologische Phänomen der self-deception.
Unter dem Titel „Fear, Faith, and Formalism: Why Climate Adaptation Litigation Fails to Emerge in Bangladesh?“ trug in der Session zudem Hossain Mohammad Reza (University of Melbourne, Australia) und unter dem Titel „Whose Time Counts? Anthropocentric Temporality and the Limits of Intergenerational Justice“ Elif Naz Němec (Institute of State and Law of the CAS, Czechia) vor. Das gesamte Programm findet sich hier.
Die JNR 2026 wurde organisiert von Biset Sena Güneş, Gökçe Kurtulan-Güner, Cem Veziroglu, Vincent Hoppmann, Lara Schmidt und Verena Kahl. Der Call for Abstracts der Tagung stieß international auf ein großes Interesse und führte zu mehr als 250 Beitragsvorschlägen aus über 50 Nationen. Die Vorträge der Tagung werden in erweiterer Form in einem zeitnahe erscheinenden Tagungsband (Nomos) veröffentlicht.