Bilder der sechs im FORUM porträtierten Professorinnen in bunten Farben. Darunter der Schriftzug: "Im Schwerpunkt: Berufung Professorin"

Im Porträt: Dr. Gerhard Metzger

Vom Stipendiaten zum Stifter: Dr. Gerhard Metzger kehrt am Ende seiner Karriere nach Mannheim sowie an seine Alma Mater zurück und engagiert sich seither leidenschaft­lich – als Stifter, Testamentsstifter und Stipendiengeber. Ein Gespräch über ein erfülltes Berufsleben, Perspektivwechsel und jahrzehntelange Freundschaften.

Den Weg zum Besprechungs­raum im Schloss, den muss Gerhard Metzger niemand erklären. Der Alumnus kennt sich aus – sogar die alten Schleichwege seien ihm noch bestens vertraut, erklärt der 68-Jährige beim Wiedersehen an seiner Alma Mater. Kein Wunder: Seit seiner Rückkehr nach Mannheim 2023 verbringt er als Mitglied von ABSOLVENTUM und den Freunden der Universität Mannheim regelmäßig Zeit vor Ort, besucht Bibliotheksführungen, Vorträge oder ist Gast bei der jährlichen Stipendienfeier. „Außerdem befindet sich meine Wohnung in den B-Quadraten, ich lebe sozusagen im Schatten der Universität“, erzählt Metzger, lächelt und beginnt in seinen Erinnerungen zu kramen. Schulzeit, Studium, Promotion – eine längst vergangene Zeit, in der einiges anders war. Metzgers Anekdoten sind gründlich erinnert und druckreif erzählt, der Blick in den Rückspiegel bereitet Freude: dem Erzähler und seinen Zuhörenden.  

Freunde fürs Leben

Aufgewachsen ist Metzger auf der anderen Rheinseite, im pfälzischen Limburgerhof, das Gymnasium besuchte er in Speyer. Zum Studium dann ging es für ihn über den großen Fluss in seine Geburtsstadt Mannheim. Sowohl was den Studien­ort als auch das Studien­fach Betriebs­wirtschafts­lehre angeht, folgte der junge Pfälzer damit einer familiären Tradition: „Mein Vater hatte schon an der damaligen Wirtschafts­hochschule Mannheim Betriebs­wirtschafts­lehre studiert, sehr bald, nachdem er aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kam.“ Im Wintersemester 1978/79 ist es für Metzger soweit – und diese ersten Wochen des Studiums gehen ihm bis heute nicht aus dem Kopf. Geradezu erschlagen habe ihn die große Zahl an BWL-Studierenden, erzählt er lachend: „Der damalige Audimax, der hatte 435 Sitzplätze und da passten wir gar nicht alle rein. In diesem übervollen Hörsaal also habe ich in den ersten Tagen meiner Studien­zeit, wirklich in den ersten Tagen des ersten Semesters, vier Kommilitonen kennengelernt, mit denen ich bis heute freundschaft­lich verbunden bin, zuletzt haben wir uns 2025 getroffen und auch für 2026 ist wieder ein Treffen geplant!“ Die gewonnenen Freunde geben Halt, das Studium treibt Metzger mit Fleiß voran und dank eines Stipendiums kann er sich vollkommen auf den Stoff konzentrieren. Auch seine spätere Promotion unter Prof. Dr. Gaugler absolviert er als Stipendiat – innerhalb von zwei Jahren.  

1986 folgt der Einstieg ins Berufsleben: „Fahrzeugbau, Maschinenbau – das hätte ich mir vorstellen können, hatte ich doch an einer baden-württembergischen Uni studiert“, erinnert sich Metzger und muss grinsen. Dass es dann doch die BASF wurde? Ebenfalls eine Familientradition, erzählt Metzger: „Meine Eltern arbeiteten beide bei der BASF, haben sich dort auch kennengelernt. Von Seiten meiner Mutter bin ich die vierte Generation im Unter­nehmen gewesen.“ Metzger erhält nach seiner Bewerbung ein Angebot aus dem Controlling, ist sich aber zunächst unsicher, ob es das Richtige für ihn ist. Er fragt seinen Doktorvater um Rat. Bis heute erinnert er sich an den exakten Wortlaut seiner Antwort: „Es könnte sich aber später mal als töricht erweisen, dieses Angebot nicht anzunehmen.“ Metzger ergänzt: „Man nimmt ja nicht für die gesamte Berufszeit an. An die Worte meines Doktorvaters habe ich noch oft denken müssen in meinem Leben.“

Das Arbeits­gebiet im Controlling hat ihm auf Anhieb gefallen, durch die Chemie habe er sich zunächst durchbeißen müssen. Und obwohl man ein Angebot nicht zwangs­läufig fürs ganze Berufsleben annimmt, bleibt Metzger der BASF doch tatsächlich treu. Es folgen: 35 Jahre im Unter­nehmen, davon 22 Jahre in Ludwigshafen, danach fünf Jahre in Lemförde (Niedersachsen) und acht Jahre in Schwarzheide (Brandenburg). Ein Berufsweg, auf den der Alumni gern und mit Stolz zurückblickt. Und auch wenn er die letzten Jahre woanders lebte, hat er seine Wohnung in Mannheim immer behalten und kehrte nach Eintritt in den Ruhestand zurück in die geliebte Quadratestadt.  

Vom Stipendiaten zum Stifter  

Dass Metzger sich nun verstärkt vor Ort und auch an der Uni engagiert, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit: „Ich habe der Universität viel zu verdanken, hier habe ich das Rüstzeug bekommen, um meinen Beruf erfolgreich auszuüben. Ich war Zeit meines Lebens engagiert in Ehrenämtern – in der Lokalpolitik, der Kirche und aktuell als Schöffe – und das jeweils vor Ort, wo ich eben gerade wohnte“. Bei seinem Engagement als Stifter der Stiftung Universität Mannheim nutzt er sowohl die Möglichkeit der Zustiftung als auch des Deutschland­stipendiums; ebenso hat er seine Alma Mater in seinem Testament bedacht.  

Im vergangenen Herbst lernte er bei der Stipendienfeier die Studentin kennen, die derzeit von seinem Deutschland­stipendium profitiert: „Eine beeindruckende junge Unter­nehmens­juristin, die sich gerade auf ihr erstes Staats­examen vorbereitet und sich dank des Deutschland­stipendiums ganz in Ruhe auf die Prüfungen vorbereiten kann.“ Rundum zufrieden wirkt Metzger, wenn er von seiner Stifter­tätigkeit spricht. Ihm gefällt, dass sich der Kreis nun schließt: „Man kommt wieder zurück an die Uni und man kann vieles aus einer anderen Perspektive wieder erleben. Nicht als Geförderter, sondern jetzt als Fördernder. Das macht mir eine besondere Freude!“ 

Text: Jule Leger / April 2026


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