Kunst im Schloss
Hellenistische Skulpturen im Antikensaal, Vernissagen in der Bibliothek, Gemälde und Fotografien an den meterhohen Wänden: Seit jeher ist das Barockschloss auch ein Ausstellungsraum für Kunst. Mit einem neuen Konzept lädt die Universität Mannheim Studierende, Mitarbeitende und Gäste ein, sich über Kunst auszutauschen.

Hinter den rot-gelben Mauern und den großen Glastüren des Mannheimer Barockschlosses verbirgt sich nicht nur ein Ort zum Lernen, Forschen und Arbeiten, sondern auch eine Adresse für Kunstbegeisterte. Denn wer die geräumigen Flure betritt, kommt nicht an den Figuren, Fotografien und Bildern vorbei, die ihre Wände zieren. „Wir möchten dem Thema Kunst an der Universität eine neue Präsentationsfläche geben – nicht nur auf ästhetischer Ebene, sondern auch als eine Art Gesellschaftsspiegel“, sagt Dr. Benedikt Kastner, Kunstbeauftragter der Universität.
Anfang 2025 erarbeitete Kastner dafür ein umfassendes Gesamtkonzept. Für den Kunstliebhaber „eine Herzensangelegenheit“, betont er. Ziel sei es, gesellschaftliche, kulturelle und politische Veränderungen in Form von Kunst abzubilden. „So möchten wir einerseits zum Diskurs anregen und andererseits ein neues Publikum gewinnen, das ansonsten wahrscheinlich nicht ins Schloss kommen würde.“ Neben seiner Arbeit als Gremienmanager der Universität baut Kastner daher seit einigen Monaten den Kontakt zu Künstler*innen auf, organisiert und bewirbt Ausstellungen, Hängungen und Vernissagen. So möchte er Kunst erlebbar machen – für alle.
Die Premiere stand Ende Oktober 2025 an, als der autodidaktische Maler Jake Sandquist seine Werke bei einer Vernissage im Schneckenhofforum (Schloss Ostflügel) präsentierte. „In der Regel bleiben die Bilder ein paar Monate hängen“, erklärt Kastner. „Ab dem Frühjahr 2026 planen wir eine große Ausstellung des Fotografen und Mannheimer Alumnus Rolf Großmann zum Thema ,Was ist Glück?‘. Seine Schwarz-weiß-Fotos werden im Schneckenhofforum und im grünen Flur des Ostflügels zu sehen sein.“

Hockeyschläger und Cocktailkleid
Elegante Abendkleidung trifft auf Sportausrüstung – unter diesem Motto haben die Fotografen Matthias Hangst und Rudolf Lange Stipendiat*innen des Spitzensport-Stipendiums Metropolregion Rhein-Neckar in Szene gesetzt. Die Studierenden tragen Kleidungsstücke aus beiden Lebenswelten: Trainingsanzug kombiniert mit Lackschuhen im Hörsaal; Cocktailkleid, Schlittschuhe und Eishockeyschläger präsentiert in der Bibliothek. Wer die Bilder live betrachten will, habe dazu noch bis Ende August 2026 Gelegenheit, informiert Kastner. Sie hängen im ersten Obergeschoss des Ehrenhofs Ost an neu installierten Galerieschienen aus.
„Das ist natürlich erst der Anfang“, betont Kastner. Neben der Foto-Ausstellung von Großmann sei er unter anderem mit Viktor Boecking von der Universitätsbibliothek im Austausch, der Expositionen im Ausleihzentrum Schloss Westflügel organisiert. Dort ist noch bis Frühjahr 2026 eine Ausstellung zu „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ zu sehen.
Grundsätzlich sei der Gedanke, den verschiedenen Fluren Themengebiete zuzuordnen – beispielsweise Hoffnung, Klimawandel oder Geschichte. Für Letzteres habe Kastner bereits eine Idee: „Im Schlosskeller befinden sich einige Porträts von Mitgliedern der Akademie der Wissenschaften“, verrät er. „Das ist zwar mit einem gewissen finanziellen Aufwand verbunden, aber ich hoffe, dass wir die Bilder bald ausstellen können.“
Weitere Infos zu Ausstellungen und Kunst an der Universität Mannheim finden Sie auf der Kunst-Webseite.
Text: Jessica Scholich / April 2026
