„Schule macht stark“: Universität Mannheim begleitet Schulen in sozial herausfordernden Lagen

Bildungs­forscherin Prof. Dr. Karina Karst und ihr Team von der Universität Mannheim sollen künftig 50 Schulen im Süden Deutschlands begleiten, beraten und unterstützen. Dafür erhält die Universität Mannheim rund zwei Millionen Euro vom Bunde­ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des nationalen Projekts „Schule macht stark – SchuMaS“. An diesem neuen Forschungs­verbund sind neben der Universität Mannheim noch zwölf weitere Institutionen aus ganz Deutschland beteiligt.

Pressemitteilung vom 29. Januar 2021
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„Schule macht stark“ heißt eine gemeinsame Bund-Länder Initiative, die das Ziel hat, Schulen in sozial herausfordernden Lagen zu unterstützen. Bund und Länder haben sich bereit erklärt, 125 Millionen Euro in bessere Bildungs­chancen für sozioökonomisch benachteiligte Schüler zu investieren – dar­unter in die wissenschaft­liche Begleitung des Projekts. Ein wichtiger Baustein der Initiative soll der Transfer wissenschaft­licher Konzepte und Strategien zur Schul- und Unterrichts­entwicklung in die Schulen sowie der Vernetzung der Schulen untereinander sein.

Nun hat das BMBF ein wissenschaft­liches Verbund­projekt aus 13 Institutionen bewilligt, das die Umsetzung von „Schule macht stark“ übernimmt. Zum Verbund gehört das Team um die Mannheimer Professorin Karina Karst. Die Bildungs­forscherin bekam den Zuschlag, eines von vier regionalen SchuMaS-Zentren in Mannheim einzurichten. Dieses soll als Drehplattform für den Süden fungieren und künftig circa 50 Schulen aus dem Süden Deutschlands betreuen. Dafür stehen ihr rund zwei Millionen Euro für die kommenden fünf Jahre zur Verfügung.

Die Aufgabe der Mannheimer Forschenden besteht darin, Schülerinnen und Schüler, aber auch Lehr­erinnen und Lehrer sowie die Schulleitungen zu beraten und zu begleiten. Durch Maßnahmen zur Unterrichts­entwicklung sollen Kinder beispielsweise beim Lesen, Schreiben und Rechnen gefördert werden. Der Fokus liegt dabei auf den Fächern Deutsch und Mathematik. Das Besondere an dem Projekt ist die ko-konstruktive Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wissenschaft: „Es ist ein innovativer Ansatz, bei dem wir zunächst nach dem jeweiligen Bedarf der Schulen schauen und darauf ausgerichtet Konzepte und Strategien weiterentwickeln. Es soll nichts einfach übergestülpt werden“, so Karst. „Ich bin davon überzeugt, dass es wichtig ist, evidenz­orientiert mit den Schulen zu arbeiten. Das heißt zum Beispiel, den Unterricht auf der Grundlage eines objektiv erfassten Wissensstands der Kinder zu gestalten.“

Zum Konzept gehört es auch, den Sozialraum zu nutzen, in dem die Schulen angesiedelt sind, und die Entwicklung von innovativen Schul­netzwerken zu initiieren: Welche Angebote in der Region sind bereits vorhanden, die man in die Schule integrieren könnte? Kann die Schule mit benachbarten Institutionen zusammenarbeiten, um ihr Angebot zu erweitern? Dabei sollen die Schulen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der SchuMaS-Zentren in regionalen Schulverbünden von sechs bis acht Schulen zusammenarbeiten. Deren Aufgabe wird es unter anderem sein, Fortbildungs­angebote für Lehr­erinnen und Lehrer sowie für die Schulleitungen zu organisieren. Sie dienen auch dem Austausch zwischen den Schulen und der Entwicklung von sogenannten Best-Practice Verfahren.

„Ich gratuliere Professorin Karst und ihrem Team zu ihrem Erfolg. Die Universität Mannheim ist ein wichtiger Standort für empirische Bildungs­forschung, der Zuschlag stärkt den hervorragenden Ruf der Mannheimer Sozial­wissenschaften – und wir leisten einen konkreten Beitrag für verbesserte Bildungs­chancen in unserer Stadt, der Region und darüber hinaus“, kommentiert der Rektor der Universität Mannheim, Prof. Dr. Thomas Puhl.

Zur Pressemitteilung des BMBF: https://www.bmbf.de/de/karliczek-ernst-bildungschancen-fuer-sozial-benachteiligte-schuelerinnen-und-schueler-13629.html

Weitere Informationen zum Projekt „Schule macht stark“ auf der Webseite des BMBF:

https://www.bmbf.de/de/schule-macht-stark-9954.html

Kontakt:
Prof. Dr. Karina Karst
Juniorprofessur für Unterrichtsqualität in heterogenen Kontexten
Universität Mannheim
E-Mail: karst uni-mannheim.de

Yvonne Kaul
Forschungs­kommunikation
Universität Mannheim
Tel.: +49 621 181–1266
E-Mail: kaul uni-mannheim.de