Gesellschaft­licher Wandel – wohin geht die Entwicklung?

Die neue DFG-Forschungs­gruppe „RISS“ unter Beteiligung des Mannheimer Politik­wissenschaft­lers Prof. Dr. Richard Traunmüller erhält drei Millionen Euro, um zu erforschen, wie es um die soziale und politische Stabilität in der Gesellschaft steht.

Pressemitteilung vom 29. Juli 2021
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In den großen Firmen arbeiten heutzutage hochqualifizierte Beschäftigte aus der ganzen Welt, Menschen mit Migrations­geschichte gründen Unternehmen und bilden aus. Einerseits erleben wir in diesem Zusammenhang ein hohes Maß an sozialer Mobilität und Teilhabe, andererseits nehmen auch Benachteiligungen und gesellschaft­liche Konflikte zu. Es gibt verschiedene Hypothesen dazu, wie sich der gesellschaft­liche Wandel langfristig auswirken könnte: Führt die sozialstrukturelle Durchmischung von Menschen zu mehr Integration und Einigkeit? Oder ist das Gegenteil der Fall und die Identifikation mit der Gesellschaft schwindet?

Das Projekt mit dem Titel „Rekonfiguration und Internalisierung von Sozialstruktur“ („Reconfiguration and Internalization of Social Structure“, RISS) vereint Sozialstrukturanalyse und Politische Soziologie und schlägt eine neue analytische Perspektive auf sozialen Wandel vor. Sprecherin ist die Soziologin Prof. Dr. Daniela Grunow von der Goethe-Universität Frankfurt, Co-Sprecher ist Prof. Dr. Richard Traunmüller, Inhaber des Lehr­stuhls für Politik­wissenschaft und Empirische Demokratieforschung an der Universität Mannheim. Die Deutsche Forschungs­gesellschaft (DFG) fördert das Vorhaben mit rund drei Millionen Euro für zunächst vier Jahre. RISS nimmt seine Arbeit im Herbst auf. Der Mannheimer Teil der Forschungs­gruppe wird am Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES) angesiedelt sein.

„Wir möchten erforschen, wie Menschen mit Neukombinationen von ehemals unverbundenen Sozialmerkmalen wie Bildungs­erfolg, Geschlechter­verhältnis, Migration und ethnische Vielfalt umgehen und wie sich diese Veränderungen im Selbstverständnis der Menschen niederschlagen“, sagt Traunmüller. Ziel des Vorhabens ist es, eine Theorie zu entwickeln und empirisch zu testen, welche die soziostrukturelle Prägung von individuellen und kollektiven Identitäten erklären hilft.

In Mannheim sollen die verschiedenen RISS-Teil­projekte konzeptionell miteinander verbunden und die wichtigsten Ansätze in einer innovativen empirischen Grundlage verankert werden. Außerdem wird das Mannheimer Team um Richard Traunmüller beispielsweise erforschen, wie islamistische und antimuslimische Gewalt den Zusammenhang zwischen sozialer Struktur, Identität und Verhalten stören.

Zur Pressemitteilung der DFG:  https://www.dfg.de/service/presse/pressemitteilungen/2021/pressemitteilung_nr_26/

Ein Pressefoto von Prof. Dr. Richard Traunmüller finden Sie unter:
https://www.uni-mannheim.de/newsroom/presse/pressefotos/

Kontakt:
Prof. Dr. Richard Traunmüller
Professur für Politik­wissenschaft, Empirische Demokratieforschung
Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung (MZES)
Universität Mannheim
Tel. +49 621 181–3961
E-Mail: traunmueller uni-mannheim.de