Künstliche Intelligenz (KI), Big Data, das Internet der Dinge oder intelligente Fabriken sind nur einige Schlagworte, die in der heutigen Welt immer wichtiger werden. Die Universität Mannheim trägt mit interdisziplinären Forschungsprojekten dazu bei, die Führungskräfte von morgen auf diese neue Welt vorzubereiten. Hier stellen wir Ihnen deshalb zentrale Projekte im Bereich Digitalisierung vor.
Die Digitalisierung beeinflusst und verändert nahezu alle Bereiche unseres Lebens. Das Land Baden-Württemberg hat eine Digitalisierungsstrategie (digital@bw) definiert, um diesen Wandel aktiv zum Wohle von Mensch und Gesellschaft voranzubringen. Ein Baustein von digital@bw ist der von der Universität Mannheim koordinierte Forschungsverbund „Gesellschaft im digitalen Wandel“, dem acht universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen aus ganz Baden-Württemberg angehören. Im Forschungsverbund erarbeiten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, im Austausch mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf den Einzelnen sowie die Gesellschaft hat. Das Land fördert die Erforschung der „Gesellschaft im Digitalen Wandel“ mit 2,1 Millionen Euro.
Die Universität Mannheim und das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung haben 2019 1,1 Millionen Euro Förderung für den Aufbau eines leistungsstarken Forschungsdatenzentrums im Bereich der Wirtschaftswissenschaften erhalten. Das Mannheimer Business and Economic Research Data Center (BERD) soll die zunehmende Menge an Daten für die Forschung besser nutzbar machen. Es wird als eines von insgesamt vier Forschungsdatenzentren in Baden-Württemberg für drei Jahre im Rahmen der Digitalisierungsstrategie digital@bw des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Das Konsortium des Forschungsdatenzentrums ist mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ZEW, des Mannheim Centers for Data Science sowie der Universitätsbibliothek Mannheim und der Universitäts-IT Mannheim besetzt.
Das Institut für Enterprise Systems (InES) an der Universität Mannheim ist eine interdisziplinäre, fakultätsübergreifende Zentraleinrichtung, die den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis aktiv fördert. InES bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen, insbesondere Betriebswirtschaft, Informatik, Volkswirtschaft, Soziologie, Psychologie und Rechtswissenschaft zusammen. Das Institut wurde 2011 gegründet und befasst sich mit der Entwicklung und dem Einsatz von modernen Informationssystemen in den verschiedensten Bereichen eines Unternehmens: von der Buchhaltung und Personalverwaltung über die Produktion bis hin zu Marketing, Vertrieb und Logistik. Damit ermöglichen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern neue Abläufe und Geschäftsmodelle in Unternehmen.
In einem aktuellen Projekt entwickeln die Forschenden eine optimierte Version des Vertriebsassistenten Sally. Sally 2.0 soll künftig in der Lage sein, ein Nutzerprofil der Kundin oder des Kunden in Echtzeit zu erstellen und die Ansprache zu optimieren. Ein anderes Beispiel ist die so genannte „Emmas App“, ein soziales Lebensmittel-Liefersystem für den ländlichen Raum. InES wirkt dabei an der Logistik mit: Die Forschenden entwickelten einen intelligenten Algorithmus, um zukünftige Wege von angemeldeten Mitbringerinnen und Mitbringern vorherzusagen und ihnen passgenaue Vorschläge für mögliche Mitnahmefahrten zu geben.
Große Datenmengen (Big Data) und die Verarbeitung dieser Informationsflut stellen Firmen, Wirtschaft und Gesellschaft, aber auch individuelle Nutzerinnen und Nutzer vor völlig neue Herausforderungen. Die Nutzbarmachung solcher Datenberge mit Hilfe von Datenanalyse und Künstlicher Intelligenz (KI) ist für die Untersuchung von wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fragestellungen besonders bedeutsam. Sie kann beispielsweise helfen, das Verhalten von Kundinnen und Kunden zu prognostizieren oder soziale Entwicklungen besser zu verstehen.
Aus diesem Grund wurde an der Universität Mannheim das interdisziplinäre Mannheim Center for Data Science (MDS) gegründet. Hier werden Aktivitäten im Bereich Data Science vernetzt, um die Forschung zum Umgang mit strukturierten und unstrukturierten Daten auszubauen. Das MDS hilft, das Potenzial der Mannheimer Wirtschaftsinformatik noch besser in anderen Fächern zu nutzen.
Ein Beispiel für die interdiszlinäre Zusammenarbeit ist das Projekt „Consequences of Artificial Intelligence for Urban Societies“ (CAIUS). Im Rahmen des Projekts wird in Kooperation mit Praxispartnerunternehmen in der Metropolregion Rhein-Neckar zum einen der Einsatz von Internet-der-Dinge-Sensoren zur Verkehrskontrolle erforscht. Zum anderen nehmen die Forschenden die Auswirkungen von KI-Systemen auf sozio-ökonomische Ungleichheit in einer Stadt in den Blick.
Ein anderes Beispiel ist das interdisziplinäre Projekt „Kartellrechtskonforme KI (KarekoKI)”, bei dem die Forschenden Rechtsrahmen und Strategien zur technischen Verhinderung von KI-basierter Preisabsprache erarbeiten.