Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Universitäts­tag 2026: Entwicklung, Ehrungen und Einblicke in die Forschung

• Rektor Prof. Dr. Thomas Fetzer gibt Einblick in aktuelle Entwicklungen • Verleihung der Universitäts­medaille an Klaus Greinert, Prof. Dr. Rosemarie Tracy und Prof. Dr. Jens Wüstemann • Lehr­preise für Dr. Julia Görtz und Prof. Dr. Valentin Lang • Festvortrag von Prof. Dr. Thomas Bräuninger

Pressemitteilung vom 22. Mai
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Rund 180 geladene Gäste aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft feierten am 20. Mai den Universitäts­tag der Universität Mannheim im Rittersaal des Schlosses. Die Veranstaltung würdigte nicht nur außergewöhnliche Verdienste um die Universität, sondern bot auch einen Ausblick auf die strategische Weiter­entwicklung in Forschung, Lehre und Trans­fer.

In seiner Eröffnungs­rede dankte Rektor Prof. Dr. Thomas Fetzer allen Mitgliedern der Universität – Forschenden, Lehr­enden, Mitarbeitenden, Studierenden sowie Fördernden – für ihr Engagement und ihren Beitrag zur Weiter­entwicklung der Hochschule.

„Wir sind heute exzellent aufgestellt“, sagte Fetzer. „Auf diesem Erfolg wollen wir uns aber nicht ausruhen. Deshalb haben wir intensiv daran gearbeitet, unsere Strukturen mit Blick auf die kommenden Runden der Exzellenz­strategie zukunfts­fähig weiterzuentwickeln.“ Internationale Spitzenforschung entstehe heute selten im Alleingang, sondern vor allem in enger Zusammenarbeit – von kleineren Teams bis hin zu großen Forschungs­verbünden. Genau hier setze die neue Forschungs­strategie der Universität an.

Ein zentraler Baustein sei das im Februar 2026 gegründete Center for Advanced Studies (CAS). Es bietet Professor*innen die Möglichkeit, im Rahmen eines sechsmonatigen Fellow­ships gemeinsam an innovativen Forschungs­fragen zu arbeiten. „Wir schaffen damit bewusst Freiräume für konzentrierte, kreative Zusammenarbeit über Fächergrenzen hinweg – Freiräume, aus denen neue Kooperationen und später große Verbund­projekte entstehen können“, so Fetzer. Die Fellow­ships werden maßgeblich von Dr. Hans-Peter Wild finanz­iert.

Ein weiterer Baustein sei UMAXplore, ein neues internes Förder­programm, das Inkubations­räume für Verbundforschung schafft. Es ermögliche Wissenschaft­ler*innen, aufbauend auf bestehenden Vorarbeiten antragsreife Verbund­projekt­initiativen zu entwickeln. Unter­stützt werden sie dabei durch wissenschaft­liche Mitarbeitende und Projektmanager*innen. Der Start des Programms ist für November 2026 vorgesehen, finanz­iert wird es durch Spenden, die im Rahmen einer Fundraisingkampagne eingeworben wurden.

Darüber hinaus habe die Universität ihre Forschungs­schwerpunkte im vergangenen Jahr in einem partizipativen Prozess neu definiert. Vier zentrale Themenfelder bündelten nun disziplin­übergreifend die wissenschaft­lichen Stärken der Universität und bildeten die Grundlage für neue Kooperationen über Fach­grenzen hinweg.

Auch in der Lehre sei die Universität exzellent aufgestellt. Rund 21.000 Bewerbungen zum Herbst-/Wintersemester 2025/26 belegten die hohe nationale und internationale Attraktivität des Studien­angebots. Dies zeige sich auch in den hervorragenden Ergebnissen des aktuellen CHE-Rankings. Im Bereich digitaler Prüfungen habe die Universität zudem landes­weit eine Vorreiterrolle übernommen.

Mit Blick auf die rasanten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz betonte Fetzer zugleich die Notwendigkeit weiterer Veränderungen. Um das Studien­angebot zukunftsfest aufzustellen, habe die Universität einen gesamtuniversitären Strategie­prozess gestartet. Als ersten konkreten Schritt habe sie im Rahmen des Trans­formations­programms des Landes vier neue Professuren beantragt, die fakultäts­übergreifend KI-Kompetenzen in die Studien­gänge einbringen sollen.

Ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Forschung, Lehre und gesellschaft­lichem Trans­fer sei die Einrichtung zweier neuer psychotherapeutischer Ambulanzen an der Universität. Sie stärkten die Forschung, ermöglichten eine praxis­orientierte Ausbildung und böten zugleich konkrete Therapieangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Mannheim.

Auch die europäische Hochschul­allianz ENGAGE.EU verbinde Forschung, Lehre und Trans­fer auf beispielhafte Weise. „Sie hat sich als fester Pfeiler unserer Internationalisierungs­strategie etabliert, und wir bereiten uns intensiv auf die nächste Förder­phase vor – mit dem Ziel einer langfristigen Verstetigung“, so Fetzer.

Auch im Bereich Gleich­stellung verzeichne die Universität spürbare Fortschritte. So sei der Anteil von Professorinnen auf W3-Niveau seit dem vergangenen Universitäts­tag von 21,8 auf 24,5 Prozent gestiegen. „Unser Ziel bleibt 30 Prozent bis 2030“, sagte Fetzer. 

Mit Blick auf die aktuellen globalen Entwicklungen verwies der Rektor auf die gesellschaft­liche Verantwortung von Wissenschaft und Universitäten. Demokratien stünden weltweit unter Druck, internationale Konflikte nähmen zu und Wissenschaft­ler*innen sowie Wissenschafts­institutionen sähen sich in vielen Ländern massiven Einschränkungen und Anfeindungen ausgesetzt. 

„All das motiviert uns als Universität, durch Forschung, Lehre und den Dialog mit Gesellschaft, Politik und Wirtschaft dazu beizutragen, anstehende Trans­formations­prozesse erfolgreich zu gestalten – und damit zur Resilienz der Gesellschaft, demokratischer Institutionen, der Wirtschaft und auch der Individuen beizutragen“, so Fetzer. „Dass wir uns dabei auf so viele engagierte Menschen innerhalb und außerhalb der Universität stützen können, stimmt mich sehr zuversichtlich.“

Verleihung der Universitäts­medaille an Klaus Greinert, Prof. Dr. Rosemarie Tracy und Prof. Dr. Jens Wüstemann
Im Rahmen der Veranstaltung wurde Klaus Greinert, Prof. Dr. Rosemarie Tracy und Prof. Dr. Jens Wüstemann die Universitäts­medaille verliehen. Die Universität vergibt die Ehrung als Zeichen des Dankes und der Anerkennung an Personen, die sich in besonderem Maße um die Hochschule verdient gemacht, diese finanz­iell oder ideell gefördert oder als akademische Botschafter gewirkt haben.

Klaus Greinert ist Ideengeber, Initiator und Hauptförderer des Spitzensport-Stipendiums Metropolregion Rhein-Neckar, eines bundes­weit einmaligen Förder­programms für studierende Spitzensportler*innen. 2009 an der Universität Mannheim gegründet, leistet das Spitzensport-Stipendium heute an drei Hochschul­standorten wertvolle Unter­stützung für die Vereinbarkeit von Spitzensport und Studium. Das Spitzensport-Stipendium wirkt dabei weit über die individuelle Förderung der Stipendiat*innen hinaus. Es setzt Zeichen der Anerkennung für Leistungs­bereitschaft, Disziplin und Durchhaltevermögen und stärkt die gesellschaft­liche Vorbildfunktion von Spitzensportler*innen. Klaus Greinerts Wirken umfasst weit mehr als die finanz­ielle Förderung des Spitzensport-Stipendiums: Mit hohem persönlichen Einsatz begleitet er die strategische Entwicklung und steht dem Team und den Stipendiat*innen stets zur Seite. Er bestärkt sie dabei, nicht zuletzt aufgrund seiner eigenen Vita mit großer Authentizität, ihren anspruchsvollen sportlichen und beruflichen Weg mit Vertrauen und Stärke weiterzuverfolgen. Klaus Greinert ist über das Spitzensport-Stipendium hinaus der Universität seit Jahrzehnten tief verbunden.

Prof. Dr. Rosemarie Tracy war von 1995 bis 2019 Professorin für Anglistische Linguistik und bis 2025 Seniorprofessorin an der Philosophischen Fakultät. Unter ihrer Leitung entwickelten sich die Mannheimer Sprach­wissenschaften zu einem international führenden Forschungs­bereich. Sie schlug Brücken zwischen theoretischer Linguistik, Psycholinguistik und Sprach­erwerbsforschung und machte Mannheim zu einem Zentrum der Mehrsprach­igkeits­forschung. Besonders hervorzuheben ist, dass sie mit ihrem Wirken nicht nur maßgeblichen Einfluss auf wissenschaft­liche Diskurse genommen hat, sondern ihre Er­kenntnisse auch aktiv in die Praxis übersetzt hat. Wirkungen ihrer Arbeit finden sich heute in Kitas, Schulen und pädagogischen Kontexten in ganz Deutschland. Ein Meilenstein ihres Engagements war weiterhin die Mitgründung des Mannheimer Zentrums für Empirische Mehrsprach­igkeits­forschung (MAZEM). Dieses Zentrum steht exemplarisch für das, was ihre Arbeit auszeichnet: wissenschaft­liche Exzellenz, verbunden mit einem ausgeprägten Verantwortungs­bewusstsein für die gesellschaft­liche Wirkung. Darüber hinaus zeichnete sich Prof. Dr. Rosemarie Tracy durch ein außergewöhnlich hohes Engagement in der akademischen Selbstverwaltung der Universität Mannheim als Prodekanin der Philosophischen Fakultät, als Mitglied des Senats und von 2015 bis 2018 als Prorektorin für Forschung, Gleich­stellung und wissenschaft­lichen Nachwuchs aus.

Prof. Dr. Jens Wüstemann ist seit 2002 Inhaber des Lehr­stuhls für Allgemeine Betriebs­wirtschafts­lehre und Wirtschafts­prüfung. Von 2010 bis 2025 war er Präsident der Mannheim Business School gGmbH (MBS) und trug während dieser Zeit maßgeblich zum beeindruckenden Wachstum der MBS bei. Unter seiner Führung verdoppelten sich die Anzahl der Studien­programme sowie die Anzahl der Studierenden. Die Platz­ierungen der MBS in nationalen und internationalen Rankings entwickelten sich in bemerkenswerter Weise, so dass die MBS heute in allen relevanten Rankings Spitzenplätze erreicht. Darüber hinaus war Prof. Dr. Jens Wüstemann für die Planung und den Bau des MBS Study & Conference Centers im Kohlenkeller des Schlosses verantwortlich. Damit leistete er einen bedeutenden Beitrag zur zukunfts­fähigen Entwicklung der Gebäudeinfrastruktur der MBS, die weit über seine Amtszeit hinaus von Bedeutung ist. 

Preise für herausragende Lehr­leistungen
Als Anerkennung für ihre herausragenden Lehr­leistungen erhielten Dr. Julia Görtz und Prof. Dr. Valentin Lang den Lehr­preis der Universität Mannheim. Die beiden Preisträger*innen überzeugen durch ein hohes Maß an didaktischer Vielfalt, Praxisnähe und persönlichem Einsatz. Es gelingt ihnen nicht nur, die Lehr­inhalte anschaulich und fundiert zu vermitteln, sondern auch, ihre Studierenden nachhaltig zu motivieren und zu hervorragenden Lernerfolgen zu führen.

Festvortrag zum Thema Informations­krieg
Den Festvortrag des Abends hielt der Politik­wissenschaft­ler Prof. Dr. Thomas Bräuninger. Er zeigte, wie Verschwörungs­theorien entstehen, angenommen werden und sich von Erklärungen zu singulären Ereignissen weiterentwickeln zu Erzählungen in größeren Kontexten.

Pressefotos finden Sie unter: https://www.uni-mannheim.de/newsroom/presse/pressefotos/ 

Kontakt:
Linda Schädler
Leiterin Kommunikation / Pressesprecherin
Universität Mannheim
Tel.: 0621 181-1434
E-Mail: schaedleruni-mannheim.de