GBP-Monitor: Krieg im Nahen Osten belastet deutsche Unternehmen – stille Reserven schwinden, Steuersenkung noch wichtiger als Energiekostenzuschuss

Die anhaltende militärische Eskalation im Nahen Osten hat zunehmend auch globale wirtschaftliche Folgen. Seit Ende Februar hat sich die militärische Auseinandersetzung zwischen den USA, Israel und dem Iran zu einem größeren regionalen Konflikt ausgeweitet. Spätestens mit der Sperrung der zentralen Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus sind die Energiepreise deutlich gestiegen und internationale Lieferketten erheblich gestört. Eine kurzfristige Entspannung ist trotz laufender Friedensgespräche derzeit nicht absehbar.
Die Auswirkungen sind auch in Deutschland spürbar. Das zeigt der aktuelle GBP-Monitor aus dem April 2026: Fast jedes zweite Unternehmen (49,6 Prozent) berichtet bereits von finanziellen Belastungen infolge des Konflikts. Hauptursachen sind stark gestiegene Energiekosten (72,8 Prozent) sowie zunehmende Planungsunsicherheit (39,0 Prozent) und gestörte Lieferketten (22,8 Prozent).
Kostendruck wächst – finanzielle Puffer schmelzen
Die finanziellen Belastungen gehen zunehmend mit einem Abbau stiller Reserven einher. Während Unternehmen vor dem Krieg gezielt bilanzielle Spielräume nutzten, um finanzielle Puffer aufzubauen, ist dies in der aktuellen Lage deutlich eingeschränkt. Der Anteil der Unternehmen, die gewinnmindernde Bilanzpolitik einsetzen, ist seit Kriegsbeginn von 33,8 auf 18,1 Prozent gesunken. „Das ist ein klares Zeichen dafür, dass die finanziellen Spielräume der Unternehmen schwinden und ihre Fähigkeit, auf weitere Belastungen zu reagieren, abnimmt. Das kann länger anhaltende negative Folgen für Investitionsentscheidungen und Beschäftigung haben“, erklärt Prof. Dr. Jannis Bischof, wissenschaftlicher Projektleiter des German Business Panel.
