Center for Advanced Studies
Mit dem Center for Advanced Studies (CAS) stärkt die Universität Mannheim gezielt ihre interdisziplinäre Verbundforschung. Im Fokus stehen neue Forschungsallianzen, innovative Themen und die Vernetzung von Fellows aus unterschiedlichen Fakultäten.

„Mit dem Center for Advanced Studies schaffen wir einen Raum, in dem exzellente Forschung auch jenseits von Fakultäts- und Fächergrenzen neue Impulse erhalten kann“, sagt Rektor Prof. Dr. Thomas Fetzer. Die Prorektorin für Forschung, Prof. Dr. Jutta Mata, ergänzt: „Das CAS ist ein zentraler Baustein unserer neuen Forschungsstrategie: Wir schaffen gezielt Freiräume, in denen Forschungskooperationen und Netzwerke entstehen können, die die Grundlage künftiger Sonderforschungsbereiche und Exzellenzcluster bilden.“
Pro Jahr werden bis zu zehn Fellowships vergeben, verteilt auf zwei Kohorten: im Frühjahrs-/Sommersemester und im Herbst-/Wintersemester. Ein Fellowship umfasst eine Professurvertretung und wird mit Hilfe von Drittmitteln finanziert. Maßgeblich unterstützt wird die Universität Mannheim bei der Finanzierung der Fellowships von Dr. Hans-Peter Wild, der als Förderer der Stiftung Universität Mannheim das ‚Beste-Köpfe-Programm‘ initiiert hat.
Erste Kohorte startet
Für die erste Ausschreibungsrunde wurden im vergangenen Frühjahr sechs Fellows aus drei Fakultäten ausgewählt. Sie forschen gemeinsam am Projekt Knowledge acquisition, representation and application in human minds and machines (Wissenserwerb, -repräsentation und -anwendung in menschlichen und maschinellen Systemen). Im Zentrum steht dabei die Frage, wie Wissensaneignung und Wissensverarbeitung in menschlichen und künstlichen kognitiven Systemen unter realen Bedingungen funktionieren. Schon seit 2018 kooperiert Prof. Carola Trips mit Prof. Charles Yang von der University of Pennsylvania, die gemeinsam die interdisziplinäre Gruppe initiiert haben. Prof. Yang ist internationaler Gast der Kohorte. Im HWS 2025 hat die Kohorte eine gemeinsame Ringvorlesung mit dem Thema „Unwrapping the mind-knowledge, cognition and AI“ angeboten, die großen Anklang fand. Die erste Fellow-Kohorte trifft sich seit diesem Semester wöchentlich in den eigens zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten, ab März finden mittwochabends Gastvorträge statt, die hochschulöffentlich sind. Die Gruppe freut sich auf zahlreiche Teilnahme!
Alle aktuellen Termine finden sich auf der Webseite des CAS.
Text: Redaktion / April 2026
Die erste Fellow-Kohorte stellt sich vor
Allgemeine Psychologie

„Wir sind alle an ganz ähnlichen Themen aus unterschiedlichen Perspektiven interessiert und das ist das Bereichernde an diesem Programm: Dass wir wirklich die Zeit bekommen, uns zusammenzusetzen, unsere Perspektiven auszutauschen und an etwas Größerem zu bauen. Ich bin ein Bastler, der sich gerne gute Experimente überlegt, mit denen man Dinge belegen kann – oft gar nicht leicht beim Thema Kognition. Da ist meine Experimentierfreude gefragt.“
Anglistische Linguistik/ Diachronie

„Ich bin ursprünglich Historische Linguistin und untersuche Sprachwandel anhand von historischen Daten. Die Frage nach dem Warum (wandelt sich Sprache) war aber immer schon wichtiger Gegenstand meiner Forschung. Und da kommt der Spracherwerb ins Spiel und insgesamt die Lernbarkeit (von Sprache). Der interdisziplinäre Blick über den Tellerrand hilft da enorm. Wir als Gruppe haben uns echt was zu sagen, mich inspiriert die Zusammenarbeit sehr.“
Philosophie

„Als Philosoph finde ich natürlich inhaltlich spannend, über was wir hier diskutieren: KI, Spracherwerb, das Vergessen. Gleichzeitig bin ich auch Wissenschaftstheoretiker und mich interessieren auch die Methodologien der Einzelwissenschaften. Ich bin gespannt, wie wir unsere Forschungsinteressen und Herangehensweisen zusammenbringen.“
Kognitive Psychologie/ Kognitives Altern

„Ich habe selbst schon viel gelernt in unserer Zusammenarbeit und mir mitunter präzisere Definitionen für meine Begriffe überlegen müssen, denn hier werden wirklich gute Fragen gestellt. Wir interessieren uns alle für Kognition, sprechen deshalb eine ähnliche wissenschaftliche Sprache und verstehen uns. Ich bringe immer noch die Perspektive des kognitiven Alterns mit in die Diskussionsrunde ein, das ist mir wichtig.“
Informatik/ Natürliche Sprachverarbeitung und Informationsgewinnung

„Als Computerlinguist beschäftige ich mich momentan sehr viel mit Maschinellem Lernen, wie erwirbt die KI ihr Wissen, ihre Sprache. Wenn wir hier zusammenkommen, bekomme ich nochmal ganz andere Sichtweisen auf das Thema. Wie passen meine Erkenntnisse zu denen aus anderen Disziplinen? Mitunter gibt es da wirklich interessante Überschneidungen: Wie altert ein Computer und wie ein menschliches Gehirn?“
Psycholinguistik/ Spracherwerb

„Mein Forschungsinteresse gilt schon lange dem Spracherwerb: Wie werden linguistische Repräsentationen erworben und welche Information werden eigentlich wie gespeichert? Das sind alles ganz zentrale Fragen, die wir uns gemeinsam in diesem Projekt stellen, und die man nur interdisziplinär beantworten kann. Als Psycholinguistin habe ich hier viele Anknüpfungspunkte.“
Linguistik und Computerwissenschaften, University of Pennsylvania

„Ich interessiere mich dafür, wie Menschen lernen und wie sich unser Lernverhalten von dem von KI-Systemen unterscheidet. Durch die Verbindung zur Historical Linguistics Group habe ich eine Gruppe von Forschenden aus der Kognitionswissenschaft in an der Uni Mannheim kennengelernt und freue mich sehr, Teil ihrer vom CAS unterstützten Forschungsinitiative zu sein.“
