„Mannheim ist mein neues Zuhause“
Zu ihrer Schulzeit in Bulgarien träumt Sara Shabanova viel eher von einem Leben in Spanien als in Mannheim. Dennoch entscheidet sie sich nach ihrem Abschluss dazu, gemeinsam mit ihrem Bruder nach Deutschland zu ziehen. Aktuell studiert sie im achten Semester BWL an der Universität Mannheim. In ihrer myUniMAstory erzählt sie, wie es dazu kam und verrät, wieso man beim Backen auch etwas für das Leben lernen kann.
Wie war dein Leben in Bulgarien?
Ich bin in der Hauptstadt Sofia geboren und dort mit meinem Bruder aufgewachsen. An meine Schulzeit habe ich viele positive Erinnerungen. Ich habe damals Englisch und Spanisch in der Schule gelernt und habe überlegt, nach dem Abschluss nach Spanien zu gehen, weil mich die Sprache und der spanische Lebensstil sehr interessiert haben.
Wie bist du dann nach Deutschland gekommen?
Mein Bruder hat ein Angebot von einem Heidelberger Fußball-Kreisligaverein bekommen, was er auch angenommen hat. Meine Eltern haben mich dann ermutigt, mir einen Studienplatz in Deutschland zu suchen, damit wir zusammen sein können. Anfangs habe ich gezweifelt, dann aber doch meine ersten Deutschkurse in Bulgarien belegt. Nach unserem Umzug habe ich erstmal über das Studium Generale Deutschkurse an der Universität Mannheim besucht, bevor ich mich auf einen Studiengang beworben habe.
Bist du so auf die Idee gekommen, an der Uni zu studieren?
Nein, die Universität kannte ich schon eine Weile vor meinen Sprachkursen. Die Tochter eines Bekannten hat hier studiert, ich habe sie nach unserem Umzug getroffen und sie hat mich über den Campus geführt. Das hat mich überzeugt, weil mir das Schloss und die Bibliotheksräume sehr gefallen haben. Für BWL habe ich mich beworben, weil ich später gerne meine eigene kleine Bäckerei eröffnen möchte, da ich es liebe, Kuchen und andere Backwaren herzustellen. Das betriebswirtschaftliche Studium hier gibt mir die nötigen Kenntnisse, die ich zur Unternehmensführung benötige und ich kann mit Gleichgesinnten in den Austausch gehen.
Wie war die Anfangszeit in Deutschland für dich?
Die ersten Monate waren herausfordernd, aber ich habe mich schnell eingelebt. Durch die Sprachkurse kam ich schon vor meinem Studium mit vielen internationalen Studierenden in Kontakt, weshalb ich mich nicht so alleine gefühlt habe. Mittlerweile fühle ich mich angekommen, Mannheim ist mein neues Zuhause. Die Stadt hat die perfekte Größe für mich und ich mag die zentrale Lage. Immer wenn ich in den vergangenen Jahren im Ausland war, habe ich Mannheim vermisst (lacht).
Wo hast du denn weitere Auslandserfahrung gesammelt?
2024 habe ich ein Auslandssemester in Spanien absolviert. Diese Erfahrung werde ich nie vergessen, sie hat mich kulturell sehr bereichert. Ich habe viele Austauschstudierende kennengelernt und jetzt Freunde auf der ganzen Welt (lacht). Letztes Jahr war ich dann im Rahmen eines Traineeships für zwei Monate im Europäischen Parlament in Brüssel. Was mich sehr gefreut hat, waren die vielen positiven Reaktionen von Kolleg*innen, wenn ich gesagt habe, dass ich in Mannheim studiere. Viele kannten die Universität als sehr renommierte Hochschule; es war mir vorher gar nicht bewusst, dass sie so einen guten Ruf hat.
Welchen Rat würdest du internationalen Studierenden mitgeben?
Mein Rat ist, trotz aller Herausforderungen nicht so schnell aufzugeben. Es ist wie bei einem Rezept: Als ich mit dem Backen angefangen habe, waren meine ersten Versuche nicht sehr erfolgreich. Ich habe es dann immer wieder versucht und irgendwann hat es geklappt. Wenn man trotz anfänglicher Schwierigkeiten weitermacht, merkt man, wie stark man doch ist.
Weißt du schon, wie es nach dem Bachelorabschluss weitergeht?
Ich möchte auf jeden Fall meinen Master hier an der Universität Mannheim machen. Danach kann ich vielleicht schon mein eigenes kleines Business gründen, aber mal sehen, was noch so kommt.
Interview: Tina Ratajczyk I April 2026
