Portrait von Aurore Zoé Ikirezi Akuzweyezu. Sie trägt eine weiße Bluse und eine schwarze Jacke mit goldenen Knöpfen.

„Mannheim stand bei mir ganz oben auf der Liste“

Aurore Zoé Ikirezi Akuzweyezu stammt aus dem Süden Ruandas. Nach ihrem Jura-Bachelor und dem Sammeln erster Berufserfahrungen, entschied sie sich dazu, für ihren Master nach Deutschland zu kommen. Mittlerweile studiert sie im zweiten Semester den Master of Comparative Business Law (M.C.B.L.). In ihrer myUniMA story erzählt Zoé von ihrem Studien­alltag und den Herausforderungen als internationale Studentin.

Wo kommst du her und was hast du vor deinem Studium gemacht?

Ich bin in Huye, einer Stadt im Süden Ruandas aufgewachsen. Nach meinem Schul­abschluss habe ich meinen Jura-Bachelor in Ruanda gemacht und anschließend habe ich dort ein Jahr lang in einer Wirtschafts­kanzlei gearbeitet. Dann habe ich geheiratet. Mein Mann hat zu dem Zeitpunkt bereits in Deutschland gelebt und ich habe mich dazu entschieden, zu ihm zu ziehen.

Warum hast du dich für ein Studium an der Uni Mannheim entschieden?

Als mein Mann und ich geplant haben zu heiraten, habe ich begonnen, mich über die Möglichkeiten zu informieren, die ich hier in Deutschland habe. Ich wusste, dass ich mich auf Wirtschafts­recht konzentrieren wollte, weil ich zuvor bereits erste Erfahrungen in dem Bereich gesammelt hatte. Also habe ich mich nach Universitäten mit Master­studien­gängen in Wirtschafts­recht auf Englisch umgesehen. Als ich den Master of Comparative Business Law der Uni Mannheim gefunden habe, hat dieser sofort mein Interesse geweckt, da er eine vergleich­ende Grundlage zwischen verschiedenen Rechts­systemen bietet. Damit stand Mannheim ganz oben auf meiner Liste. Ich habe ich mich dafür beworben und bin glücklicherweise angenommen worden.

Was gefällt dir an deinem Studium besonders gut?

Als Erstes würde ich sagen, dass der Studien­gang nicht nur theoretisch, sondern auch praxis­orientiert ist. Die Professor*innen haben oft einen praktischen Hintergrund und versuchen, einen Bezug zum Geschäfts­leben herzustellen. So bekommt man einen Einblick in die Realität und sieht, wie alles in der Praxis funktioniert. Zudem ist das Studium sehr flexibel und ich kann mir meine Zeit recht frei einteilen. Außerdem gefällt mir, dass man mit Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen studiert, da es sich um ein internationales Programm handelt. Man lernt dadurch viele neue Leute und Kulturen kennen.

Wie sieht ein typischer Tag in deinem Leben aus?

Im Moment habe ich keinen festen Tagesablauf, da ich an meiner Abschlussarbeit arbeite. Das ist momentan mein Hauptaugenmerk im Studium. Aber ich bin gerade auch aktiv auf der Suche nach einem Werkstudentenjob. In meiner Freizeit verbringe ich oft Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und erkunde gerne neue Orte. Mein Lieblingsort in Mannheim ist die Thalia Buchhandlung. Die Leseecken dort eignen sich gut zum Lernen oder Entspannen. 

Was vermisst du am meisten an deinem Heimatland?

Ich würde sagen, dass ich am meisten die Wärme vermisse – nicht nur in Bezug auf das Wetter, sondern auch in Bezug auf die Menschen. Ich vermisse das Gefühl der Zugehörigkeit, das Gefühl, zu Hause zu sein. Und ich vermisse meine Familie.

Wo siehst du dich nach deinem Studien­abschluss?

Nach meinem Abschluss möchte ich gerne in einer internationalen Anwaltskanzlei oder in der Rechts­abteilung eines internationalen Unter­nehmens arbeiten. Ich interessiere mich für Tätigkeiten im Bereich Compliance oder Gesellschafts­recht.

Hast du zum Abschluss noch Tipps für andere internationale Studierende?

Seid geduldig! Wenn man in ein neues Land kommt, ist man voller Hoffnungen und Träume. Man denkt sich: „Oh, ich würde gerne dies tun und ich würde gerne das tun“. Man gerät dadurch schnell in Hektik und hat das Gefühl, Zeit zu verlieren. Macht einen Schritt nach dem anderen. Irgendwann fügt sich alles, aber das braucht seine Zeit.

Interview: Tamara Gminsky I März 2026