Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

DAAD-Preis 2026 geht an Kseniia Gorokhovska

Kseniia Gorokhovska stammt aus Odessa in der Ukraine und kam durch den russischen Angriffskrieg nach Deutschland. 2023 begann sie ein BWL-Studium an der Universität Mannheim, das sie im Sommer abschließen wird. Während ihrer Studien­zeit engagierte sie sich ehrenamtlich für ihr Heimatland und erzielte herausragende akademische Leistungen. Dafür erhält sie in diesem Jahr den DAAD-Preis.

„Eigentlich hatte ich gar nicht vor, in Deutschland zu studieren“, erzählt Kseniia. Die Ereignisse in ihrem Heimatland veranlassten sie jedoch dazu, 2022 als 16-Jährige mit ihrer Mutter nach Deutschland zu kommen. Da ihr bereits abgelegtes ukrainisches Abitur hier nicht anerkannt wurde, musste sie vor der Aufnahme eines Studiums ein Studien­kolleg besuchen. „Der Besuch hat mir bei der Wahl des richtigen Studien­gangs geholfen“, sagt die heute 21-Jährige. „Im Studien­kolleg musste ich mich für einen fach­lichen Zweig entscheiden und habe einen Wirtschafts­kurs belegt. Das war für mich die perfekte Mischung aus Theorie und Praxis. Am Ende des Studien­kollegs wusste ich, dass ich BWL studieren möchte.“ 

Auf der Suche nach einer passenden Hochschule wurde die Studentin auf die Universität Mannheim aufmerksam. Sie entschied sich aus mehreren Gründen für sie: „Ich habe viel Positives über die Universität gehört und gelesen, besonders in Bezug auf die Fach­richtung BWL. Für mich war auch das eingebaute Auslands­semester ein riesiges Plus und die Kommunikation im Bewerbungs­prozess. Meine Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut.“ Vor allem die internationale Ausrichtung ihres Studien­gangs hat sie in ihrer Studien­zeit zu schätzen gelernt, denn viele Kurse konnte sie auf Englisch belegen. Ihr Auslands­semester an der University of Florida ist ihr ebenfalls besonders in Erinnerung geblieben: „Die Zeit dort hat meine Persönlichkeit geprägt.“ 

Während des Studiums hat sich Kseniia von Anfang an in mehreren Initiativen für Menschen in und aus der Ukraine engagiert – zum Beispiel einer Jugendtreff-Organisation für ukrainische Jugendliche in Mannheim. „Wenn man in Deutschland ankommt und niemanden kennt, ist es sehr schwer, Anschluss zu finden. Unser Ziel war es, dass die Jugendlichen mithilfe der Organisation Freund*innen finden und sich besser in die Gesellschaft integrieren“, erzählt die 21-Jährige. Außerdem hat sie sich online ehrenamtlich für Menschen in der Ukraine engagiert und humanitäre Spenden gesammelt und verteilt. Dabei war sie auch eine zentrale Anlaufstelle für Menschen in der Ukraine, die Hilfe benötigten und konnte diese an entsprechende Hilfsstellen weitervermitteln. 

Neben ihren herausragenden Leistungen im Studium war es vor allem ihr gesellschaft­liches Engagement, das die Auswahl­kommission bei der Vergabe des DAAD-Preises an Kseniia überzeugt hat. „Kseniia hat gezeigt, dass nicht Herkunft oder die Umstände, unter denen man nach Deutschland kommt, darüber entscheiden, welchen Beitrag man für unsere Gesellschaft leisten kann. Mit ihrem Engagement für Geflüchtete ist sie zu einer wichtigen Stütze für andere geworden und zu einem Vorbild dafür, wie Solidarität weitergegeben wird“, begründet Angela Dörflinger vom Akademischen Auslands­amt die Auszeichnung.

Mittlerweile steht die 21-Jährige kurz vor ihrem Bachelor­abschluss und strebt einen Master im Bereich Finanzen an. Auch privat beschäftigt sie sich seit geraumer Zeit mit dem Finanz­thema und investiert bereits in Aktien und ETFs. Wo genau ihre akademische Laufbahn weitergehen soll, weiß sie noch nicht. Zunächst hat sie ein Gap Year geplant, in dem sie Praktika in verschiedenen Unter­nehmen absolvieren und Praxiserfahrungen sammeln möchte. „Ich bin sehr dankbar, dass ich die Möglichkeit dazu habe – vor allem, da viele Unis bei der Bewerbung Praktika voraussetzen. Ich denke, dass das eine gute Entscheidung ist.“

DAAD-Preis

Der DAAD-Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird jedes Jahr an eine*n internationale*n Vollzeit­studierende*n der Universität Mannheim vergeben. Die Auswahl­kommission – bestehend aus Akademischem Auslands­amt und den Fakultäten – würdigt mit der Auszeichnung die hervorragenden akademischen Leistungen und das ehrenamtliche Engagement der Preistragenden. 

Text: Tamara Gminsky / Juli 2026

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