Verschiedene bunte Comicköpfe sind oben und unten in zwei Reihen zu sehen. Dazwischen steht: Fit für die Zukunft. Die Forschungsstrategie der Uni Mannheim.

Macht Rauchen depressiv?

Eine Forschungs­gruppe unter Leitung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim hat erstmals innerhalb der NAKO-Gesundheits­studie einen Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und Depressionen bestätigt. An der Studie hat unter anderem die Mannheimer Psychologin Carolin Marie Callies mitgewirkt.

Die Analyse umfasste 173.890 Teilnehmende im Alter von 19 bis 72 Jahren, davon 50 Prozent Frauen. In Interviews sowie mithilfe standardisierter Fragebögen berichteten die Teilnehmenden über ärztlich diagnostizierte Depressionen, aktuelle depressive Symptome, Lebens­umstände und ihr Rauch­verhalten. Auf dieser Grundlage ergaben sich drei Gruppen: 81.775 Nie-Raucher*innen, 58.004 ehemalige Raucher*innen und 34.111 aktuelle Raucher*innen. 

Aktuelle und ehemalige Raucher*innen nannten außerdem das Alter, in dem sie mit dem Rauchen begonnen hatten. Zusätzlich wurde die durchschnittliche Anzahl der pro Tag gerauchten Zigaretten erfasst – bei aktiven Raucher*innen und rückblickend bei ehemaligen Raucher*innen. Für Letztere wurde zudem die Zeit seit dem Rauchstopp berechnet.

Beziehung von Dosis und Wirkung

Die Forschenden zeigten, dass Depressionen über die Lebens­zeit bei aktuellen und ehemaligen Raucher*innen häufiger vorkamen als bei Personen, die nie geraucht haben. „Besonders ausgeprägt zeigten sich diese Unter­schiede in den mittleren Alters­gruppen zwischen 40 und 59 Jahren. Das unter­streicht, dass soziale Faktoren eine Rolle im Zusammenspiel von Rauchen und psychischer Gesundheit spielen könnten“, sagt Carolin Marie Callies, Doktorandin am Lehr­stuhl für Gesundheits­psychologie an der Universität Mannheim.

Außerdem ließ sich eine Dosis-Wirkungs-Beziehung beobachten: Je mehr Zigaretten pro Tag geraucht wurden, desto stärker fielen die aktuellen depressiven Symptome aus (0,05 Symptome mehr pro zusätzlicher Zigarette). Ein späterer Beginn des Rauchens war mit einem späteren Auftreten der ersten Depression verbunden (0,24 Jahre späterer Erkrankungs­beginn pro Jahr späterem Rauchbeginn). Auch der Rauchstopp zeigte einen positiven Effekt: Je länger dieser zurücklag, desto länger lag die letzte depressive Episode in der Regel zurück (0,17 Jahre pro Jahr Rauchabstinenz).

Text: Redaktion / August 2026