Ausstellungen, die bewegen
Queeres Leben in Mannheim und Femizide: Zwei neue Ausstellungen in der Universität Mannheim nehmen Bezug auf wichtige gesellschaftliche Themen. Ab Ende August bis zu Beginn des neuen Jahres sind sie im Schloss zu sehen.

Die Ausstellung „Queer im Leben!“ zeigt Wege und Stationen von queerem Leben in Mannheim und der Rhein-Neckar-Region, darunter die Geschichte der Verfolgung und Emanzipation, Biografien und queere Orte. So lassen sich zum Beispiel schon in den 1910er und 1920er Jahren in Mannheim Gaststätten nachweisen, die als Treffpunkte queerer Menschen dienten.
Heute ist queeres Leben in der Region in vielen Bereichen sichtbar und gesellschaftlich akzeptierter als noch vor einigen Jahrzehnten. „Die Ausstellung möchte an dieser Stelle ein Zeichen setzen – auch, da sich in der letzten Zeit die Stimmung gegenüber queeren Menschen wieder verschlechtert“, sagt Dr. Benedikt Kastner, Kunstbeauftragter der Universität. Das MARCHIVUM kuratiert die Ausstellung, die im grünen Flur im Schloss Ostflügel bis Ende Januar 2027 zu sehen ist.

Frauen und Mädchen, die Opfer von Femiziden wurden, ein Gesicht geben: Das macht die Porträtausstellung „Ni una menos“ (Nicht eine weniger), denn hinter jedem Namen und jeder Statistik stehen Leben, Menschen und Träume. „Ni una menos“ ist der Name einer internationalen feministischen Bewegung, die 2015 in Argentinien startete und sich seither über viele Länder ausgebreitet hat. Die großflächigen Porträts wurden 2025 von Schüler*innen eines Kunstleistungskurses des Ubbo-Emmius-Gymnasiums in Leer (Ostfriesland) geschaffen und sind seither schon an mehreren Orten in Leer ausgestellt worden. Ab September 2026 sind sechs der Porträts im Schneckenhofforum (Schloss Ostflügel) zu sehen.
„Mit den beiden Ausstellungen in diesem Herbst möchte ich wichtige gesellschaftliche Diskurse in die Universität holen und auf ,blinde Flecken‘ – Femizide und Feindlichkeit gegenüber queeren Personen – in unserer Gesellschaft aufmerksam machen“, so Kastner.
Text: Luisa Gebhardt / August 2026
