Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Wenn Paare umziehen: Neue Forschung zu Geschlecht, Mobilität und Karriere

Die Wirtschafts­wissenschaft­lerin Dr. Olatz Román Blanco erhält die renommierte Marie-Skłodowska-Curie-Förderung, um geschlechter­spezifische Chancen auf dem Arbeits­markt zu unter­suchen, wenn Paare sich für einen Umzug entscheiden.

Pressemitteilung vom 27. Juli 2026
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Die Arbeits­losigkeit in Deutschland liegt bei 6,2 Prozent (Stand Juni 2026) – und steigt. Wenn lokale Beschäftigungs­möglichkeiten zurückgehen, entscheiden sich viele Paare für einen Umzug in Länder mit besseren Perspektiven. Doch nicht alle können gleich­ermaßen mobil sein: Manche Berufe lassen sich aufgrund ihrer besonderen Anforderungen nur schwer in anderen Regionen ausüben. So können Meeresbiologen beispielsweise nur in Forschungs­zentren in Küstennähe arbeiten. Wenn also Männer und Frauen in unter­schiedlichen Berufs­gruppen arbeiten, macht das einen Umzug komplexer und führt oft zu Kompromissen.

Genau hier setzt das Forschungs­projekt von Dr. Olatz Román Blanco an. Sie unter­sucht, wie die geografische Verteilung von Arbeits­plätzen geschlechter­spezifische Unter­schiede bei Mobilität und Karriere­chancen beeinflusst. Werden die beruflichen Perspektiven von Frauen eingeschränkt, wenn Paare gemeinsam über einen Umzug entscheiden? Wie lässt sich der jüngste Rückgang der Mobilität von Paaren erklären? Und warum steigen die Einkommen von Frauen häufig stärker als die von Männern, wenn sie in größere Städte ziehen?

Für ihr Projekt „Die Geographie der Arbeits­plätze: Geschlechter­spezifische Unter­schiede bei Chancen und Mobilität“ erhält Román Blanco eine Marie-Skłodowska-Curie-Förderung für Postdoktorand*innen der Europäischen Union. Das zweijährige Projekt beginnt im September 2027 und wird an der Universität Mannheim unter der Leitung der VWL-Professorin Michèle Tertilt durchgeführt, einer international führenden Wissenschaft­lerin auf dem Gebiet der Gender- und Familienökonomie. Román Blanco wechselte bereits im Juli 2025 vom European University Institute in Florenz nach Mannheim.

Methodisch stützt sich das Projekt auf umfangreiche Datensätze aus Deutschland und den USA. Dabei kombiniert die Wissenschaft­lerin quasi-experimentelle Ansätze, die Veränderungen bei Berufszulassungs­regelungen ausnutzen, mit Modellen zu den Standortentscheidungen von Haushalten sowie detaillierten administrativen Beschäftigungs­daten.

Ziel des Projekts ist es, wissenschaft­liche Er­kenntnisse bereitzustellen, die politische Maßnahmen zur Verringerung geschlechts­spezifischer Ungleich­heiten auf dem Arbeits­markt unter­stützen. Zudem sollen die Er­kenntnisse Arbeitgeber*innen die Bedeutung von Arbeits­flexibilität für die Gewinnung vielfältiger Talente näherbringen. Nicht zuletzt soll das Projekt dazu beitragen, besser zu verstehen, warum manche Regionen Schwierigkeiten haben, Fach­kräfte zu gewinnen oder langfristig zu halten.

Das Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium zählt zu den renommiertesten Förder­programmen der Europäischen Union für exzellente Nachwuchs­wissenschaft­ler*innen. Es unter­stützt herausragende Forschungs­vorhaben, stärkt die internationale Mobilität und fördert die wissenschaft­liche Karriere­entwicklung von Postdoktorand*innen.

Kontakt: 

Dr. Olatz Román Blanco (verfügbar für Interviews in englischer Sprache)
Postdoktorandin am Lehr­stuhl für Makro- und Entwicklungs­ökonomie
Universität Mannheim
Tel. +49 621 181-1961
E-Mail: olatz.romanuni-mannheim.de

Yvonne Kaul
Forschungs­kommunikation
Universität Mannheim
E-Mail: kauluni-mannheim.de