Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Von Daten zu Wissen: BERD@NFDI startet in die zweite Förder­phase

Universität Mannheim koordiniert weiterhin nationale Forschungs­dateninfrastruktur für Wirtschafts- und Sozial­wissenschaften. Im Fokus steht dabei der Ausbau von Datenzugang und KI-gestützten Services.

Pressemitteilung vom 14. September 2026
Druckversion (PDF)

Daten sind eine zentrale Grundlage für moderne Forschung und Künstliche Intelligenz. Doch gerade große Mengen wirtschafts- und sozial­wissenschaft­lich relevanter Informationen – von Texten und Dokumenten über Bilder bis hin zu Audio- und Videodaten – sind für Forschende häufig nur schwer zugänglich und aufwendig auszuwerten. Das von der Universität Mannheim koordinierte Konsortium BERD@NFDI –Business, Economic and Related Data entwickelt Infrastrukturen und Services, um genau das zu ändern.

Nun geht BERD@NFDI in die zweite Förder­phase. Die Gemeinsame Wissenschafts­konferenz (GWK) hat auf Grundlage der Empfehlung der Deutschen Forschungs­gemeinschaft (DFG) die Weiter­förderung der zehn Konsortien der zweiten NFDI-Förderrunde beschlossen. Damit wird BERD@NFDI von Oktober 2026 bis zunächst Ende 2028 weiter gefördert. 

Unter Federführung der Universität Mannheim arbeiten Forschungs- und Infrastruktur­einrichtungen gemeinsam daran, den Zugang zu komplexen Forschungs­daten zu verbessern und neue Möglichkeiten für deren Verarbeitung und Analyse zu schaffen. Ein besonderer Fokus liegt auf unstrukturierten Daten wie Texten, Bildern, Audio- und Videodateien – Datenarten, die durch die rasante Entwicklung von Künstlicher Intelligenz erheblich an Bedeutung gewinnen.  

Die Universitäts­bibliothek Mannheim übernimmt eine zentrale Rolle bei der Koordination und Weiter­entwicklung des gesamten Konsortiums. „Der nächste große Fortschritt bei Künstlicher Intelligenz hängt nicht allein von besseren Algorithmen ab, sondern mindestens ebenso stark vom Zugang zu hochwertigen Daten. Gerade in den Wirtschafts- und Sozial­wissenschaften verfügen wir über enorme Datenbestände, deren Potenzial bislang nur teilweise genutzt werden kann. Mit BERD@NFDI wollen wir die Voraussetzungen dafür schaffen, diese Daten systematisch für Forschung und Innovation nutzbar zu machen“, sagt Prof. Dr. Florian Stahl, Sprecher des Konsortiums.

Von Forschungs­daten zu einer gemeinsamen Daten- und KI-Infrastruktur 
In seiner ersten Förder­phase hat BERD@NFDI seit 2021 eine Infrastruktur für die datenintensive Forschung in den Wirtschafts- und Sozial­wissenschaften aufgebaut. Neben technischen Lösungen entstanden Angebote für Forschungs­daten­management, Datenzugang, Weiterbildung und die Analyse komplexer Datenbestände.

Zu den zentralen Entwicklungen gehören die kostenlosen Trainingsangebote der BERD Academy, das BERD Data Portal zur Veröffentlichung und Auffindbarkeit von Forschungs­daten, das OpenBigData  Directory zur Suche nach frei verfügbaren Big-Data-Quellen, der Research Data Marketplace zur Vermittlung von Forschungs­daten zwischen datenanbietenden Unter­nehmen und Forschenden, KI- basierte Analysewerkzeuge zur Auswertung unstrukturierter Text- und Bilddaten sowie Services zur Erstellung und Nutzung synthetischer Daten. 

In der zweiten Förder­phase soll der Schwerpunkt noch stärker darauf liegen, die entwickelten Lösungen in die breite Anwendung zu bringen. Bestehende Services werden weiterentwickelt, miteinander verknüpft und für Forschende leichter zugänglich gemacht. Gleich­zeitig soll der Austausch mit Unter­nehmen und anderen gesellschaft­lichen Akteur*innen intensiviert werden, um neue Datenquellen für die Forschung zu erschließen und Er­kenntnisse schneller in die Praxis zu übertragen.

Ein weiteres Ziel ist die stärkere Vernetzung mit anderen NFDI-Konsortien sowie nationalen und europäischen Forschungs­dateninfrastrukturen. Damit trägt BERD@NFDI dazu bei, Daten über Fach- und Institutions­grenzen hinweg auffindbar, zugänglich und nachnutzbar zu machen.

„Wir wollen den Schritt von einzelnen Forschungs­daten­projekten hin zu einer dauerhaft nutzbaren Infrastruktur gehen. Forschende sollen künftig nicht bei jedem Projekt erneut überlegen müssen, wie sie Daten finden, aufbereiten oder rechts­sicher nutzen können. Die Infrastruktur soll einen erheblichen Teil dieser Hürden beseitigen“, erläutert Konsortiumssprecher Stahl.

Deutschland investiert langfristig in Forschungs­daten
Die Weiter­förderung von BERD@NFDI fällt in eine wichtige Phase für die deutsche Forschungs­datenlandschaft. Bund und Länder haben am 10. Juli 2026 eine neue Bund-Länder- Vereinbarung für die Jahre 2029 bis 2038 beschlossen. Die NFDI soll damit zu einer stärker koordinierten „One NFDI“ weiterentwickelt werden.

Gemeinsame Standards, stärker vernetzte Infrastrukturen und ein bedarfs­orientiertes Portfolio an Diensten sollen den Zugang zu Forschungs­daten vereinfachen. Ab 2029 stellen Bund und Länder hierfür gemeinsam bis zu 98,7 Millionen Euro jährlich bereit. 

Weitere Informationen
Konsortiumswebseite: www.berd-nfdi.de
Projektbeschreibung der DFG: https://gepris.dfg.de/project/460037581
Pressemitteilung der Gemeinsamen Wissenschafts­konferenz: https://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Redaktion/Dokumente/Pressemitteilungen/PM_09_26.pdf

Kontakt: 
Veronica Haas
Referentin für Kommunikation 
Universitäts­bibliothek der Universität Mannheim
Telefon: +49 621 181-2719
E-Mail: veronica.haasuni-mannheim.de