Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

GBP-Monitor Juli: Mehr Bürokratie statt mehr Lohn­gerechtigkeit

Obwohl die Frist zur Umsetzung der EU-Entgelttrans­parenz­richtlinie in nationales Recht bereits im Juni 2026 abgelaufen ist und zentrale Trans­parenzpflichten grundsätzlich für alle Unter­nehmen gelten, hat sich bislang nur rund jedes fünfte Unter­nehmen intensiver mit den neuen Vorgaben auseinandergesetzt. Gleich­zeitig traut lediglich eine kleine Minderheit der Richtlinie zu, ihr eigentliches Ziel zu erreichen: die Entgelt­unter­schiede zwischen Frauen und Männern zu verringern. Stattdessen erwarten viele Unter­nehmen vor allem zusätzlichen Verwaltungs­aufwand. Das zeigt die Juli-Umfrage des German Business Panel (GBP) an der Universität Mannheim.

Die EU-Entgelttrans­parenz­richtlinie soll sicherstellen, dass Frauen und Männer für gleich­wertige Arbeit gleich bezahlt werden. Anders als das bisherige deutsche Entgelttrans­parenzgesetz gelten die Trans­parenzansprüche künftig unabhängig von der Unter­nehmens­größe. Zusätzlich werden für Unter­nehmen ab 100 Beschäftigten schrittweise neue Berichtspflichten zu geschlechts­spezifischen Entgelt­unter­schieden eingeführt.

Die aktuelle Umfrage des German Business Panel unter­sucht, wie deutsche Unter­nehmen auf diese neuen Anforderungen blicken und welche Veränderungen sie erwarten.

Ein zentrales Ergebnis: Die Bewertung der Richtlinie hängt eng mit der Einschätzung der aktuellen Wirtschafts­politik zusammen. Unter­nehmen, die mit der Wirtschafts­politik der Bundes­regierung zufrieden sind, beurteilen auch die Richtlinie deutlich positiver. Umgekehrt lehnen Unter­nehmen, die die Wirtschafts­politik vor allem mit Wachstumshemmnissen und zusätzlicher Bürokratie verbinden, auch die Richtlinie häufiger ab. So sprechen sich 54 Prozent der wirtschafts­politisch Un­zufriedenen gegen die neuen Vorgaben aus.

Zur Pressemitteilung

Zurück