Hohe Lebenshaltungskosten und schwindendes Vertrauen in die Politik prägen die Stimmung in der Metropolregion Rhein-Neckar

An der nicht-repräsentativen Befragung nahmen insgesamt 558 Personen online oder vor Ort teil – davon 288 aus Mannheim und 270 aus der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN). Als drängendste Probleme nannten Mannheimer Teilnehmende „Schmutz/Lärm“ (39 Prozent), „Preise (Leben, Miete…)“ (39 Prozent) und „Armut/Ungleichheit“ (32 Prozent). In der MRN steht ebenfalls das Thema „Preise“ (39 Prozent) sowie die Themen „Verkehr/Infrastruktur“ (36 Prozent), „Sozialer Zusammenhalt“ und „Umwelt/Energie“ mit je 32 Prozent im Vordergrund. Astrid Kickum, Co-Projektleitung Evaluation bei TransforMA, geht davon aus, dass sich aktuelle Krisen auch auf die Problemwahrnehmung vor Ort auswirken: „Die Menschen in der Region spüren Ereignisse wie beispielsweise den zugespitzten Nahostkonflikt und die gestiegenen Benzinpreise vor allem wirtschaftlich. Das zeigt sich auch in der Zufriedenheit mit der eigenen finanziellen Situation – dieser Wert ist von 76 Prozent auf 71 Prozent gefallen.“ Eine weitere Erklärung könnte die mediale Berichterstattung über die genannten Problemfelder sein: „Themen wie Schmutz, Lärm, Probleme bei der Müllabfuhr, illegale Müllablagerungen und mangelnde Mülltrennung sind Dauerbrenner in der kommunalen Berichterstattung“, so Kickum.
Schwindendes Vertrauen in die Politik, gleichbleibendes Vertrauen in wissenschaftliche Institutionen
Im Vergleich zur Befragung des Vorjahres zeigt sich ein abfallendes Vertrauen in Politik und in die Mitmenschen. Besonders deutlich zeichnet sich dieser Trend beim Vertrauen in die Lokalpolitik ab: Nur noch 23 aller befragten Bewohner*innen der MRN und Mannheims gaben an, den vor Ort ansässigen Politiker*innen ziemlich oder sehr zu vertrauen. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 30 Prozent. Auch das Vertrauen in die Mitmenschen ist um 6 Prozentpunkte gefallen – 60 Prozent der Befragten vertrauen ihren Mitmenschen ziemlich oder sehr, im Vorjahr waren es 66 Prozent.
Ähnlich wie im Vorjahr gaben auch in der diesjährigen Befragung knapp die Hälfte aller Befragten an, dass aus ihrer Sicht die wissenschaftlichen Institutionen der Region zu den bestehenden Problemen einen Lösungsbeitrag leisten können (2026: 47 Prozent, 2025: 49 Prozent). Hierzu Julia Derkau, Co-Projektleiterin TransforMA: „Wir schätzen das Vertrauen, das die Menschen in uns und unsere Forschung setzen. Gleichzeitig sehen wir es als Ansporn, den Austausch mit den Bewohner*innen der MRN noch zu verstärken und gemeinsam mit ihnen praxisorientierte Lösungen für dringende Probleme zu erarbeiten.“
