Das Mannheimer Barockschloss und der Ehrenhof unter blauem Himmel.

Neue Studie: Wie CO₂-Bilanzierungs­regeln Anreize für klima­freundlichen Wasserstoff beeinflussen

Eine neue Studie der Mannheimer Wissenschaft­ler Gunther Glenk, Philip Holler und Stefan Reichelstein unter­sucht, wie die Berechnung von CO₂-Emissionen Investitionen von Unter­nehmen in die Produktion von elektrolytischem Wasserstoff beeinflusst. Zentrales Ergebnis: Auch strenge Bilanzierungs­regeln bieten in der Regel ausreichende Investitions­anreize. Sie garanti­eren jedoch keinen kohlenstoffarmen Wasserstoff.

Regierungen weltweit haben umfassende Förder­programme für Wasserstoff aufgelegt, um die industrielle Dekarbonisierung voranzutreiben. Zahlreiche Programme koppeln die Höhe der Förderung an die ermittelte CO₂-Intensität des Wasserstoffs. In den USA können Produzent*innen beispielsweise eine Steuergutschrift von bis zu drei US-Dollar pro Kilogramm produzierten Wasserstoffs erhalten. Politisch wird derzeit diskutiert, welche CO₂-Bilanzierungs­regeln dafür geeignet sind: Soll der für die Elektrolyse eingesetzte erneuerbare Strom stündlich nachgewiesen werden oder reicht eine jährliche Bilanz? Wenn strengere Vorgaben gewählt werden, haben Firmen noch ausreichende Anreize, notwendige Investitionen zu tätigen? Und stellen die Regeln sicher, dass geförderter Wasserstoff tatsächlich emissionsarm ist?

Diesen Fragen ging das Mannheimer Forschungs­team anhand des US-amerikanischen Inflation Reduction Act nach. Die Forscher unter­suchten elektrolytischen Wasserstoff, bei dem Wasser in sogenannten Power-to-Gas-Anlagen mithilfe von Strom aufgespalten wird. Die Ergebnisse der Studie wurden heute in der renommierten Fach­zeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Im Unter­schied zu vielen früheren Analysen nimmt sie die Perspektive von gewinn­orientierten Unter­nehmen ein, die die Investitionen in Power-to-Gas Anlagen tätigen würden.

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