Neue Studie: Wie CO₂-Bilanzierungsregeln Anreize für klimafreundlichen Wasserstoff beeinflussen

Regierungen weltweit haben umfassende Förderprogramme für Wasserstoff aufgelegt, um die industrielle Dekarbonisierung voranzutreiben. Zahlreiche Programme koppeln die Höhe der Förderung an die ermittelte CO₂-Intensität des Wasserstoffs. In den USA können Produzent*innen beispielsweise eine Steuergutschrift von bis zu drei US-Dollar pro Kilogramm produzierten Wasserstoffs erhalten. Politisch wird derzeit diskutiert, welche CO₂-Bilanzierungsregeln dafür geeignet sind: Soll der für die Elektrolyse eingesetzte erneuerbare Strom stündlich nachgewiesen werden oder reicht eine jährliche Bilanz? Wenn strengere Vorgaben gewählt werden, haben Firmen noch ausreichende Anreize, notwendige Investitionen zu tätigen? Und stellen die Regeln sicher, dass geförderter Wasserstoff tatsächlich emissionsarm ist?
Diesen Fragen ging das Mannheimer Forschungsteam anhand des US-amerikanischen Inflation Reduction Act nach. Die Forscher untersuchten elektrolytischen Wasserstoff, bei dem Wasser in sogenannten Power-to-Gas-Anlagen mithilfe von Strom aufgespalten wird. Die Ergebnisse der Studie wurden heute in der renommierten Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht. Im Unterschied zu vielen früheren Analysen nimmt sie die Perspektive von gewinnorientierten Unternehmen ein, die die Investitionen in Power-to-Gas Anlagen tätigen würden.
