Bilder der sechs im FORUM porträtierten Professorinnen in bunten Farben. Darunter der Schriftzug: "Im Schwerpunkt: Berufung Professorin"

v²onnem – vegan in Monnem

Eine vegane Metzgerei? Was auf den ersten Blick widersprüchlich klingen mag, ist auf den zweiten ein großer Schritt in Richtung nachhaltiger Campus: Unter dem Namen v²onnem stellt das Mannheimer Studierenden­werk nun eigene vegane Produkte her.

Currywurst, Cevapcici oder doch lieber ein Burger? Wer beim Essen auf tierische Produkte verzichten, aber dennoch traditionelle Gerichte genießen will, sollte einen Blick auf die Speisekarten von Mensa und EO werfen: Ein kleines, weiß-grünes v² weist auf die neue vegane Produktlinie des Mannheimer Studierenden­werks hin. Mit v²onnem – vegan campus food bietet es nachhaltige Alternativen zu Fleischprodukten an, die in der hauseigenen veganen Metzgerei produziert werden.

Zum derzeitigen Portfolio der Metzgerei, die sich im Küchen­bereich der Mensa am Schloss befindet und wie eine klassische Metzgerei ausgestattet ist, gehören sechs Produkte: vegane Bratwurst, Frikadellen, Merguez, Cevapcici, Burger-Patties sowie vielseitig einsetzbare Bällchen. „Daraus entstehen dann verschiedene Gerichte, beispielsweise die vegane Currywurst, die es jeden Abend im EO gibt“, erklärt Ulrich Opatz, Abteilungs­leiter Hochschul­gastronomie des Studierenden­werks. 

Die Basis aller Produkte ist Erbsenprotein. „Bei den Zutaten orientieren wir uns an den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Dazu legen wir großen Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität“, sagt Astrid Brandenburger, Abteilungs­leiterin Kommunikation und Studierenden­service. „Deswegen achten wir auf kurze Lieferwege, um den CO₂-Fußabdruck möglichst gering zu halten und sicherzustellen, dass wir die Produkte nicht nur qualitativ hochwertig, sondern auch umweltbewusst produzieren.“

Testessen im Team

Entstanden sei die Idee während der Corona-Pandemie, als das Studierenden­werk wegen der Auflagen seine Öffnungs­zeiten verkürzte und das Angebot reduzierte. „In der dadurch gewonnenen Zeit haben wir überlegt, welche Produkte wir in der Hochschul­gastronomie selbst herstellen können, um bei Lieferausfällen oder -engpässen unabhängiger zu werden“, erinnert sich Opatz. Gemeinsam mit der Kommunikations­abteilung des Studierenden­werks und der Agentur RAUMSIEBEN entwickelte die Hochschul­gastronomie das Konzept von v²onnem, das sie 2025 offiziell als Marke registrierten. „Damit sind wir deutschland­weit das erste Studierenden­werk mit eigener veganer Metzgerei und Produktlinie“, freut sich Brandenburger.

Die Vorschläge für neue Produkte stammen stets aus den eigenen Reihen: „Wir testen sie in unserem Team so lange, bis wir mit Geschmack, Würzung und Konsistenz wirklich zufrieden sind“, sagt Opatz. Dazu seien in der Regel zehn oder mehr Testproduktionen nötig, erläutert er die Herausforderungen. In der Produktion der veganen Metzgerei sind derzeit zwei Mitarbeitende beschäftigt.

„Natürlich möchten wir unser Sortiment in Zukunft noch erweitern“, ergänzt der Abteilungs­leiter. Zudem sei geplant, die v²onnem-Produkte häufiger in den elf Mensen und Cafeterien, die das Studierenden­werk Mannheim betreibt, anzubieten – derzeit gibt es einmal pro Woche ein selbst hergestelltes, veganes Produkt. Und was sagen die Gäste dazu? „Wir sind begeistert von der positiven Resonanz in den sozialen Medien und den zahlreichen persönlichen Rückmeldungen“, sagt Brandenburger zufrieden. „Das zeigt uns, dass wir mit v²onnem den Geschmack unserer Gäste getroffen haben.“

Text: Jessica Scholich / April 2026


Weitere Artikel aus dem FORUM

Zwei Personen betrachten ein Foto an der Wand. Auf diesem sind zwei Spitzensportler zu sehen.
Porträtbilder von Karin Hoisl und Christiane Koch, die mit bunten Farben grafisch illustriert wurden.