„Kultur darf und muss kein Luxus sein“

Marie Abels studiert im sechsten Semester den Bachelor Kultur und Wirtschaft: Französisch und BWL. Nach ihrem Abitur absolvierte sie einen Freiwilligendienst in Frankreich, um sich für die deutsch-französische Zusammenarbeit einzusetzen. Auch jetzt im Studium engagiert sie sich in den Bereichen Kultur und Nachhaltigkeit. Warum Kultur und Sprachen für sie so bedeutend sind, erzählt Marie in ihrer myUniMA story.

Weshalb hast du dich für dein Studium an der Uni Mannheim entschieden?

Ich habe nach meinem Abitur einen Freiwilligendienst in Frankreich beim Goethe-Institut in Lille absolviert und das hat mir wahnsinnig gut gefallen. Dort habe ich in alle möglichen Bereiche einer Kulturinstitution einen Blick werfen können, z. B. Veranstaltungs­organisation, Kommunikations­arbeit und Übersetzung. Während dieses Jahres in Frankreich habe ich gemerkt, dass ich auch gerne in meinem Studium mit Französisch zu tun haben möchte. Weil ich mich gerne interdisziplinär aufstellen wollte, vor allem im Hinblick auf das spätere Berufsleben, habe ich daher nach einer Möglichkeit gesucht, Wirtschaft, Kultur und Sprache zu kombinieren. Dabei habe ich dann den Bachelor Kultur und Wirtschaft in Mannheim gefunden. Mich haben diese einzigartige Kombination und der gute Ruf der Mannheimer BWL überzeugt.

Du engagierst dich ehrenamtlich beim „Kulturparkett“. Was ist das?

Das Kulturparkett vergibt Kulturpässe an Menschen, die sozial benachteiligt sind und nicht genügend Geld haben, an Kultur­veranstaltungen teilzunehmen. Durch den Pass bekommen sie freien Eintritt in vielen Kultur­einrichtungen in der Rhein-Neckar-Region. Der Verein will zeigen, dass Kultur kein Luxus sein darf und auch nicht sein muss. Eine tolle Idee. Bald nehme ich zusätzlich am Kulturtandem-Projekt teil, was mir besonders gut gefällt: Es zielt darauf ab, die unterschiedlichsten Menschen, unabhängig von Alter, Beruf, Herkunft oder Behinderung, durch den gemeinsamen Besuch von Kultur­veranstaltungen zusammenzubringen. So sollen auch Vorurteile und Stereotypen abgebaut und Empathie in der Gesellschaft gefördert werden, das finde ich sehr wichtig.

Du bist auch in einer Studierenden­initiative aktiv und hast einen Nebenjob. Was genau machst du dort?

Nachhaltigkeit zählt zu meinen größten Interessen, denn es betrifft unser aller Zukunft. Daher bin ich auch Mitglied bei „Infinity“ und setze mich dort mit anderen engagierten Studierenden für dieses Thema ein. Bei Infinity dreht sich alles um Nachhaltigkeit, kombiniert mit Wirtschaft und Sozialem. Besonders begeistert mich der Bereich Second-Hand-Kleidung und ich bin deshalb im Team „MaSecondLove“ aktiv. Wir planen verschiedene Veranstaltungen während des Semesters, letztens haben wir zum Beispiel eine Kleidertauschparty organisiert. Außerdem arbeite ich als Hilfskraft für die Romanische Literatur- und Medien­wissenschaft und bin dort in verschiedenen Bereichen tätig, zum Beispiel in der Redaktion oder im Bereich Social Media, das macht sehr viel Spaß.

Du schließt gerade dein Bachelor­studium ab. Möchtest du auch deinen Master an der Uni Mannheim absolvieren?

Ja, die Uni Mannheim gefällt mir wirklich sehr gut und ich würde gerne den Master Kultur und Wirtschaft anschließen. Dadurch, dass der Bachelor und auch der Master Kultur und Wirtschaft relativ kleine Studien­gänge sind, ist man in sehr engem Kontakt zu den Dozierenden, Professoren und Professorinnen. Man kennt sich, und ich finde, das ist ein sehr großer Vorteil für das Studium. Generell ist das Studium hier sehr vielfältig, da man, so wie ich, verschiedene Fach­richtungen miteinander kombinieren und individuelle Schwerpunkte setzen kann. Außerdem bietet die Uni viele Möglichkeiten, sich zu engagieren, zum Beispiel in Initiativen. Das finde ich super.

Wo siehst du dich nach deinem Studium?

Ich würde sehr gerne im Marketing arbeiten, am liebsten in der Kulturbranche oder in der deutsch-französischen Zusammenarbeit. Vor allem der internationale Aspekt ist mir bei einer zukünftigen Arbeit wichtig, denn die Welt globalisiert sich immer mehr. Im Grunde sind Sprache und Literatur omnipräsent in vielen Berufen und ich fände es schön, wenn ich dazu mein Wissen einbringen könnte. Außerdem fände ich es großartig, in der Grenzregion zu Frankreich zu arbeiten, da die Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich zum einen sehr besonders und zum anderen zentral für Europa ist.

Hast du Tipps, die du an andere Studierende weitergeben möchtest?

Es lohnt sich auf jeden Fall, seinen Interessen im Studium nachzugehen und das zu tun, wofür man eine Leidenschaft hat. Ich glaube, man kann sich am besten da einsetzen und Erfolg haben, wofür man wirklich brennt. Deshalb lohnt es sich für mich auch so sehr, Französisch und Literatur zu studieren.

Text: Sophia Wiedmann / Juni 2022