EduSpace: Anpassungsfähiger Lehrraum
Von Plenum zu Gruppenarbeit in wenigen Minuten: Im neuen EduSpace wird Flexibilität in der Lehre konkret. Nach 18 Monaten Planungs- und Umbauzeit öffnet der Raum Ende April 2026 offiziell.

Mit wenigen Handgriffen schieben Mitarbeitende der Universität die Rollwände fast lautlos über den Boden, richten Bildschirme neu aus und gruppieren Sitzbereiche um. Wo gerade noch im Plenum diskutiert wurde, entstehen in nicht einmal 300 Sekunden fünf Zonen für einen Workshop mit Gruppenarbeiten.
„Im EduSpace zeigt sich ein Perspektivwechsel: Der Raum soll sich an den Menschen anpassen – nicht umgekehrt“, sagt Niko Baldus, stellvertretende Leitung am Zentrum für Lehren und Lernen (ZLL). Gemeinsam mit einem einrichtungsübergreifenden Team – darunter Jessica Kaiser von der Universitätsbibliothek, Ralf-Peter Winkens und Andreas Helbig von der Universitäts-IT sowie Annika Frank vom ZLL – hat er in 18 Monaten das Raumkonzept entwickelt und umgesetzt.
Interaktion und Bewegung
Von Anfang an gestalteten Lehrende und Studierende den Raum mit. In Workshops und Befragungen sammelten sie Ideen und Bedarfe. Die Wünsche waren klar: mehr Flexibilität, mehr Interaktion, mehr Methodenvielfalt und hybride Formate, die Präsenz und Online nahtlos verbinden. „Die größte Herausforderung war, einen passenden Ort zu finden, um diese Ideen auch umzusetzen“, erinnert sich Baldus.
Im ehemaligen Hörsaal 004 in L 9, 1–2 verwirklichte das Team schließlich die Vision: Nun können sich die Teilnehmenden frei bewegen, statt die ganze Zeit an einer Stelle zu sitzen. Mobile Whiteboards und Pinnwände lassen sich dorthin schieben, wo sie gebraucht werden. Bildschirme mit Videobars erlauben Gruppenarbeit auch mit zugeschalteten Gästen. „Unabhängig davon, ob Teilnehmende vor Ort sind oder nicht: Die Ausstattung und Gestaltung des Raums soll allen eine möglichst gleichwertige Erfahrung bieten.“

Wohlfühlen beim Arbeiten
Dazu kommt die besondere Atmosphäre: beruhigende Farben, wertige Materialien, viel Platz pro Person. An einer Präsentationswand im Eingangsbereich sorgt echtes Moos für ein gutes Raumklima und ein Stück Natürlichkeit in der künstlichen Umgebung. Der EduSpace bietet Platz für bis zu 40 Menschen – und für alle Ideen, die an solch einem Ort entstehen: von Gruppenarbeiten über Gallery Walks bis zu hybriden Veranstaltungen mit internationalen Partner*innen.
Nach gut zwei Stunden ist dann auch der Workshop zu Ende. Während die Teilnehmenden sich nach draußen verabschieden, schiebt drinnen schon das nächste Team die Rollwände in neue Konstellationen. Die offizielle Eröffnung findet zwar erst am 28. April 2026 – im Rahmen des Tags der Lehre – statt, der Raum wird aber schon jetzt gut genutzt.
Für Baldus ist der EduSpace mehr als ein flexibler Lehrraum: „In Zukunft werden Studierende sich Inhalte zunehmend selbstständig erschließen, unterstützt von digitalen Werkzeugen“, ist er überzeugt. „Gerade deshalb muss Präsenz gezielt das fördern, was im gemeinsamen Arbeiten entsteht: neue Einsichten, kritischer Diskurs und gemeinsame Problemlösung.“ Räume wie dieser zeigen, wie Lehre künftig aussehen kann. Und in A 5, 6 wartet bereits der EduSpace 2 auf seine Eröffnung.
Text: Patrick Kullmann / April 2026



