Verschiedene bunte Comicköpfe sind oben und unten in zwei Reihen zu sehen. Dazwischen steht: Fit für die Zukunft. Die Forschungsstrategie der Uni Mannheim.

Es war einmal … das Mannheimer Europa-Institut

Fach- und fakultäts­übergreifende Zusammenarbeit prägen schon seit über 60 Jahren Forschung und Lehre an der Universität Mannheim. Institutionalisiert fand das unter anderem seinen Ausdruck im 1965 gegründeten Europa-Institut.

In Reaktion auf die Über­füllung der wissenschaft­lichen Hochschulen im Land sah sich das baden-württembergische Kultus­ministerium in Zusammenarbeit mit dem Wissenschafts­rat dazu veranlasst, neben den Neugründungen der Universitäten Ulm und Konstanz den Ausbau der Wirtschafts­hochschule Mannheim zu einer Universität voranzutreiben. In der „Denkschrift über die Errichtung von wissenschaft­lichen Hochschulen in Baden-Württemberg“ vom Oktober 1962 wird als dringlichste Aufgabe eine „organische Entwicklung“ der hiesigen Gegebenheiten genannt.

Insbesondere sollten durch die Einrichtung von interdisziplinären Instituten die Mannheimer Lehr­enden die Möglichkeit erhalten, über ihre Fach­grenzen hinaus mit „fach­lich benachbarten, aber anders gearteten Disziplinen“ zusammenzuarbeiten. Daher wurde bereits in der ersten Ausbaustufe der Wirtschafts­hochschule zur Universität die Einrichtung eines zentralen interdisziplinären Europa-Instituts zur Erforschung gesamteuropäischer Probleme unter wirtschafts- und sozial­wissenschaft­lichen sowie rechtlichen und kulturellen Aspekten vorgesehen.

Starke erste Forschungs­jahre 

Die Umsetzung erfolgte nach einem Senatsbeschluss vom 15. Dezember 1965. Mit dem Aufbau des neuen Instituts wurde der Jurist Ernst-Werner Fuß betraut, der gerade neu an die Mannheimer Wirtschafts­hochschule berufen worden war. Folgerichtig wurde er auch zum ersten Direktor des Europa-Instituts ernannt. Erste größere Forschungs­projekte befassten sich mit europäischen Wirtschafts­fragen, europäischer Sprache und Kultur, europäischer Geschichte, europäischen sozial­wissenschaft­lichen Problemen und dem Europarecht. Bereits der Tätigkeits­bericht über die Jahre 1968 bis 1970 weist eine in Fülle und Breite beeindruckende Zahl an Publikationen, Vorträgen, Tagungs­teilnahmen und abgehaltenen Lehr­veranstaltungen auf. Zur Ausstattung gehörten anfangs drei Assistenzstellen, ein Sekretariat und eine Spezialbibliothek zu europarechtlichen und wirtschafts­wissenschaft­lichen Themen, die kontinuierlich erweitert wurde.

1992 erfolgte die Umwandlung der Bibliothek des Europa-Instituts zur Volldokumentations­stelle (Europäisches Dokumentations­zentrum). Ihre Bestände sind ab diesem Zeitpunkt über den Bibliothekskatalog recherchierbar und als Präsenzbibliothek für Nutzende zugänglich.

Text: Dr. Sandra Eichfelder / August 2026


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