Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Forscherteam untersucht finanzielle Schocks durch Corona für private Haushalte

Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert interdisziplinäres Wissenschafts­team.

Pressemitteilung vom 8. Oktober 2020
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Neben starken Einschnitten im gesellschaft­lichen und wirtschaft­lichen Leben birgt die Corona-Pandemie für viele Menschen auch finanzielle Schwierigkeiten. Das gilt vor allem für einkommensschwache Bevölkerungs­gruppen oder für Personen, die durch ihre Berufswahl ökonomisch besonders von der Pandemie betroffen sind. Wie die Menschen in Deutschland mit finanziellen Schocks durch die Corona-Pandemie umgehen, untersucht nun ein interdisziplinäres Forscherteam der Universität Mannheim, des ZEW Mannheim und des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung Mainz. Die Projekt­partner vereinen dabei die Perspektiven der Wirtschafts­pädagogik (Prof. Dr. Carmela Aprea, Universität Mannheim), der Haushalts­ökonomie (Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen, ZEW Mannheim) sowie der psychologischen Resilienzforschung (Prof. Dr. Klaus Lieb und Dr. Donya Gilan, Leibniz-Institut für Resilienzforschung Mainz).

„Uns interessiert besonders, wie Menschen Entscheidungen unter hoher Unsicherheit und Komplexität treffen, nachdem sie von einem finanziellen Schock erfasst wurden. Denn daraus lässt sich ableiten, mit welchen sozial- und bildungs­politischen Maßnahmen sich die betroffenen Haushalte effektiv und nachhaltig unterstützen lassen“, erklärt Prof. Dr. Carmela Aprea, Universität Mannheim.

„Zu den allgemeinen psychischen und gesellschaft­lichen Folgen der Corona-Pandemie wird bereits geforscht. Doch gibt es bisher nur sehr wenige Forschungs­daten zu den finanziellen Herausforderungen und deren mittel- bis langfristigen Folgen für Haushalte und Gesamtwirtschaft“, sagt Prof. Dr. Tabea Bucher-Koenen, Leiterin des Forschungs­bereichs „Internationale Finanzmärkte und Finanz­management“ am ZEW Mannheim und Professorin an der Universität Mannheim.

„Für uns besteht eine zentrale Aufgabe darin, individuelle und strukturelle Handlungs­empfehlungen zu entwickeln, um Bürgerinnen und Bürger in solchen Situationen gezielt stärken und unterstützen zu können“, erklärt Prof. Dr. Klaus Lieb, wissenschaft­licher Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Resilienzforschung. „Denn die Betroffenen sind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt, das sie an den Rand der Gesellschaft drängen kann.“ Und Dr. Donya Gilan, Leibniz-Instituts für Resilienzforschung Mainz, ergänzt: „Psychische Gesundheit ist stark von der psychosozialen Lage eines Menschen abhängig. Gerade finanzielle Nöte treiben Menschen in psychische Erkrankungen wie beispielsweise Angsterkrankungen, Depressionen oder auch Suchterkrankungen, weil oft psychische Bewältigungs­strategien im Umgang mit solchen Sorgen fehlen. Dauerstress ist dann vor­programmiert und soziale Stigmata die Folge“.

Finanziert wird das Forschungs­vorhaben aus Mitteln des Bundes­ministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) in einem Projektzeitraum von 1. September 2020 bis 31. August 2021. Das Ministerium hat es als eines von zwölf Projekten mit Corona-Fokus in das Förder­netzwerk Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (FIS) aufgenommen. Ausgewählt wurden die Vorhaben hinsichtlich ihrer Eignung, auf wissenschaft­licher Basis die Grundlage zur Bewältigung der Corona-Pandemie zu schaffen. 

Link zum Projekt:
https://www.fis-netzwerk.de/foerderung/gefoerderte-projekte/forschungsprojekte/finanzielle-schocks-in-der-coronakrise-schock-co

Kontakt:
Prof. Dr. Carmela Aprea
Lehr­stuhl für Wirtschafts­pädagogik
Universität Mannheim
E-Mail: aprea(at)bwl.uni-mannheim.de

Yvonne Kaul
Forschungs­kommunikation
Universität Mannheim
Tel. +49 621 1266
E-Mail: kaul(at)uni-mannheim.de