„Man macht alles richtig, wenn man an der Uni Mannheim studiert“

Der 23-jährige Talha Güney aus Oggersheim studiert Politik­wissenschaft mit VWL im Beifach und schreibt gerade seine Bachelor­arbeit. Wieso er im Bachelor Veranstaltungen an vier verschiedenen Universitäten besuchte und weshalb sich sein Interesse für Außen- und Sicherheitspolitik durch sein gesamtes akademisches Leben zieht, erfahrt ihr in seiner myUniMA story.

Du bist Gründer der Orts­gruppe der Jungen Gesellschaft für Sicherheitspolitik (JGSP). Was macht ihr dort?

Mein Interesse für Sicherheitspolitik wurde durch ein Seminar an der Uni Mannheim über Demokratien und Autokratien geweckt. Später habe ich von der JGSP erfahren und dann die Mannheimer Sektion mit aufgebaut. Unser Ziel ist es, überparteilich und mit neuen Perspektiven über Themen der Sicherheitspolitik zu informieren sowie zu diskutieren und einen Anlaufpunkt für junge Interessierte zu bieten. Ich bin zwar noch immer dort engagiert, aber nicht mehr haupt­verantwortlich: Als ich ins Auslands­semester ging, habe ich den Posten abgegeben, denn man sollte als leitende Person vor Ort sein. Das Thema Außen- und Sicherheitspolitik zieht sich durch mein akademisches Leben: Von einer Geopolitik-Vorlesung bei einem italienischen Diplomaten während meines Auslands­semesters bis hin zu meinem HiWi-Job an einem Lehr­stuhl, bei dem ich an einem Projekt zu öffentlichen Einstellungen über europäische Sicherheits- und Verteidigungs­politik arbeite. Und auch meine Bachelor­arbeit schreibe ich momentan über dieses Thema.

Du hast dich in deiner Freizeit in mehreren Studierenden­initiativen engagiert. Kannst du näheres darüber erzählen?

Ein Alleinstellungs­merkmal der Uni Mannheim ist ihr breites Angebot für studentisches Engagement und das wollte ich nutzen. Ich habe mich daher früh dazu entschieden, bei der Data Science-Initiative STADS im Marketing mitzumachen. Sie bildet Studierende durch Kurse und Vorträge im Bereich Datenanalyse aus. Die meisten Mitglieder dort sind Wirtschafts­wissenschaft­ler oder ‑mathematiker; ich fand es spannend, mit Leuten aus anderen Studien­gängen zusammenzuarbeiten und die Kenntnisse aus meinem eigenen Studium in die Arbeit einzubringen. Bei der Studierenden­initiative für Kinder organisieren Studierende ehrenamtlich Nachhilfestunden für Schülerinnen und Schüler – dort habe ich einer Mannheimer Schülerin Nachhilfe gegeben.

Warum hast du dich für den Studien­gang „Politik­wissenschaft“ an der Universität Mannheim entschieden?

Mein Abitur habe ich an einem altsprachlich-humanistischen Gymnasium gemacht. Daher war es für mich klar, dass ich mit gesellschaft­lichen Themen im breiteren Kontext arbeiten möchte. Nach dem Abitur bin ich gereist und habe auch ein Praktikum im Bundestag gemacht. Unter anderem dadurch hat sich mein Entschluss gefestigt, Politik­wissenschaft zu studieren. Für die Uni Mannheim habe ich mich wegen der sehr guten Reputation und der Möglichkeit, VWL als Nebenfach zu studieren, entschieden. Ein weiterer Grund war die Internationalität und auch die Ausrichtung: Im deutschland­weiten und internationalenVergleich liegt in Mannheim ein klarer Fokus auf quantitativen Methoden. Wir versuchen mit Daten und Analysen zu erklären, wie die „echte Welt“ da draußen ist. Das finde ich sehr spannend, weil es so handfest ist.

Du hast die Internationalität an der Uni erwähnt – wie macht sich diese bemerkbar?

Am deutlichsten durch die internationalen Semesterzeiten – die gibt es sonst an keiner deutschen Uni. Abgesehen davon hatte ich immer viel Kontakt zu internationalen Austausch­studierenden. Die Uni Mannheim hat sehr viele Partnerunis und mein Studien­gang kann bis zu 60 Prozent aus englischen Veranstaltungen bestehen. Ich konnte auch selbst viel Auslands­erfahrung sammeln: Ich war für eine Summer School in Oslo – pandemiebedingt leider nur digital – und später für ein Auslands­semester in Rom. Währenddessen habe ich noch einen Kurs über die ENGAGE.EU-Exchange-Initiative in Wien belegt. Wenn man möchte, kann man viel Auslands­erfahrung sammeln – das spricht für die Uni Mannheim.

Was macht die Uni Mannheim für dich persönlich zu einer besonderen Universität?

Die sehr gute Betreuung an der Uni ist etwas ganz Besonderes: Der Kontakt zu Dozierenden kann, wenn man das möchte, sehr eng sein. Durch meine Tätigkeit als HiWi bekomme ich einen praxis- und forschungs­nahen Einblick in mein Fach­gebiet, das schätze ich sehr. Außerdem zieht die Uni gute Studierende an, wodurch man selbst noch motivierter ist, zu lernen und sich zu engagieren. Ich finde, die Uni Mannheim ist das Go-To. Man macht alles richtig, wenn man an der Uni Mannheim studiert.

Was sind deine Pläne für die Zeit nach dem Bachelor?

Zunächst werde ich ein Gap Year machen und die Zeit nutzen, um mich für einen Master im Ausland zu bewerben, da sind die Bewerbungs­prozesse etwas aufwändiger. Außerdemhabe ich Praktika geplant: In Berlin bei einer Beratung zur Verbesserung des öffentlichen Sektors, in Brüssel bei einer strategischen Kommunikations­beratung und in Madrid an der deutschen Botschaft. Bei den Bewerbungs­gesprächen habe ich bemerkt, wie sehr es mir geholfen hat, in Mannheim zu studieren: Neben dem guten Ruf der Uni konnte ich mit analytischen Kenntnissen punkten.

Was meine berufliche Zukunft angeht, muss ich noch überlegen: Mit Politik­wissenschaft ist man breit aufgestellt. Es gibt viele spannende Felder, in denen man tätig sein kann und gerade jetzt ist die Welt aus politik­wissenschaft­licher Perspektive sehr interessant. Vielleicht komme ich nach meinem Master zurück nach Mannheim für eine Promotion. Ich könnte mir aber auch eine diplomatische Laufbahn vorstellen. Ich mag es, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen in Kontakt zu kommen. Während meines Studiums an insgesamt vier Unis hatte ich Kommilitoninnen und Kommilitonen aus aller Welt, das hat mich geprägt. Außerdem kann man in der Diplomatie sowohl etwas für Deutschland als auch für die globale Gemeinschaft tun.

Kannst du drei Dinge nennen, die dir an deinem Studium in Mannheim besonders fehlen werden?

Mir ist das Café Sammo sehr ans Herz gewachsen (lacht). Ich finde es super, weil es so nah an allen Bibliotheken liegt und man immer neue Leute kennenlernt oder alte Freunde trifft. Außerdem wird mir die Atmosphäre an der Uni fehlen. Wegen Corona konnte ich das zwar nicht in vollem Umfang erleben, aber das Gefühl, zusammen mit Kommilitoninnen und Kommilitonen in Vorlesungen im Schloss zu sein, ist einfach unvergesslich. Ebenso der gute Kontakt zu den Dozierenden. Die Uni Mannheim ist wie eine eingeschworene Community und es macht mich schon etwas stolz, ein Teil davon zu sein. Ich kann nur sagen: Stünde ich nochmal vor der Entscheidung, Politik zu studieren, würde ich mich jedes Mal wieder für die Uni Mannheim entscheiden.

Text: Sarah Kempe / Mai 2022