„Die Uni Mannheim hat es mir ermöglicht, meine Ziele zu erreichen“

Die 26-Jährige Yu-Han Mao stammt aus Taoyuan, einer Großstadt in Taiwan. Nach dem Bachelor in Diplomatie in Taiwan, absolviert sie nun den Master Political Science an der Universität Mannheim. Welche Herausforderungen sie im Studium meistern musste und was sie an der Uni Mannheim besonders schätzt, erfahrt ihr in ihrer myUniMA story.

Warum hast du dich für einen Master an der Uni Mannheim entschieden?

Ich habe meinen Bachelor in Diplomatie an der National Chengchi University in Taipeh gemacht. Das ist die beste Universität in Taiwan, um Internationale Beziehungen zu studieren. Da ich dort wenig Praktisches gelernt habe, wollte ich dies in meinem Master ändern, um so meine Berufsaussichten zu steigern. Während meines Bachelors habe ich 2017 ein Auslands­jahr in Würzburg gemacht und besuchte damals Mannheim. Dort stand ich im Dunkeln vor dem Schloss und konnte es nicht richtig erkennen. Daher dachte ich mir: Ich muss nochmal hierher zurückkommen. Wichtig ist für mich aber auch, dass der Fokus der Uni Mannheim in den Sozial­wissenschaften auf quantitativen Methoden liegt und dass wir sehr viel zur Datenanalyse lernen. Ein weiterer Grund, warum ich mich für Mannheim entschieden habe, ist das Ansehen der Universität, denn in nationalen Rankings belegt sie den 1. Platz in den Sozial­wissenschaften.

Und wie gefällt es dir an der Uni bisher?

Das Studium gefällt mir sehr gut. Unsere Professoren haben uns unsere vielfältigen Berufs­möglichkeiten aufgezeigt, so zum Beispiel, dass ich später als Daten­wissenschaft­lerin oder -analystin arbeiten kann. Wir haben gelernt, über den Tellerrand hinauszublicken und unsere Fähigkeiten auf andere Fach­bereiche zu erweitern, was uns optimal auf den späteren Berufseinstieg vorbereitet. Außerdem schätze ich die Unterstützung des International Office sehr: Sie haben mir zum Beispiel bei Fragen zur Arbeits­erlaubnis geholfen und mir Vorschläge zur Überarbeitung meines Lebenslaufs gemacht. Außerdem vergibt das International Office ein Abschlussstipendium für Studierende, und ich fühle mich sehr geehrt, dass ich zu den Empfängern gehöre.

Wie unterscheidet sich das Studium in Taiwan von dem in Deutschland?

Ich kann mich kaum an Diskussionen zwischen den Studierenden während meines Bachelor­studiums erinnern. Diese Erfahrung habe ich erst in Deutschland und an der Uni Mannheim gemacht. Hier haben wir oft die Chance, insbesondere durch viele Gruppen­arbeiten, uns untereinander auszutauschen. Vor allem weil die Studierenden meines Masters aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen stammen, kommen hier sehr interessante und bereichernde Diskussionen auf. Man lernt dabei seine Kommilitoninnen und Kommilitonen und auch sich selbst besser kennen.

Gibt es besondere Herausforderungen für dich als internationale Studentin?

Im Studium ist die Herausforderung, dass der Fokus des Masters auf europäischer Politik und der Arbeit mit quantitativen Methoden liegt, mit der ich mich zu Beginn kaum auskannte. Daher war auch die Lernkurve in diesem Bereich sehr steil. Allgemein ist die deutsche Sprache eine große Herausforderung. Es ist schwierig, sich im alltäglichen Leben zurecht zu finden, wenn man nicht so gut Deutsch spricht. Ich hoffe sehr, dass ich mein Deutsch noch verbessern kann, denn ich finde, man fühlt sich dann auch mehr mit der Kultur verbunden. Ich liebe Deutsch, spreche es aber leider nicht so oft, da mein Studium komplett auf Englisch ist und die meisten Studierenden in meinem Studien­gang Internationals sind.

Was vermisst du am meisten aus deiner Heimat?

Ich vermisse vor allem das Essen von zu Hause und kann es leider nicht so gut nachkochen. In Taiwan sind fast alle Speisen heiß und auch mit viel mehr Gewürzen zubereitet. Aber ich mag es sehr, dass man andere europäische Länder sehr schnell und einfach erreichen kann. Ich war vor Kurzem zum Beispiel mit Freunden in Portugal. Die Inlandsverbindungen sind auch sehr günstig, wenn man sich früh genug kümmert. Das ist auch eine Sache, auf die man in Deutschland achten sollte: früh planen und immer einen Alternativplan haben.

Hast du Tipps für andere Internationals?

Ich würde ihnen auf jeden Fall ans Herz legen, Deutsch zu lernen, auch schon bevor sie nach Deutschland kommen. Außerdem sollten sie sich im Vorfeld genau überlegen: Was möchte ich lernen? Ich möchte Mathematik und Methoden erlernen, deshalb ist die Universität Mannheim die beste Wahl für mich. Ich finde es auch sehr wichtig, Kontakte zu knüpfen: Man kann zum Beispiel bei Konferenzen die Diskussionsteilnehmerinnen oder -teilnehmer ansprechen. Diese Gespräche haben mich inspiriert, auch über das Studium hinaus mehr über Data Sciences zu lernen. So kam es, dass ich meine Master­arbeit bei SAP im Team Data Science schreibe. Vorher habe ich schon ein Jahr bei SAP als Werkstudentin im Bereich Customer Experience gearbeitet und dort sehr viel über Datenanalyse und digitales Content Management gelernt. Da ich in einem großen, internationalen Unternehmen arbeiten möchte, ist die Arbeit bei SAP ein Traum, der wahr geworden ist. Bisher hat die Uni Mannheim es mir in mehreren Bereichen ermöglicht, meine Ziele zu erreichen.

Hast du schon eine Idee, was du nach dem Abschluss beruflich machen möchtest?

Ich fände es toll, weiter bei SAP zu arbeiten, da es aktuell so viele interessante Entwicklungen in der Branche gibt und SAP eine internationale Firma ist. Am liebsten würde ich meine Data Science-Fähigkeiten ausbauen und diese dann einsetzen, um reale Probleme in den Sozial- oder Politik­wissenschaften sowie der Wirtschaft zu lösen. Meine Master­arbeit ist ein erster Schritt in diese Richtung, denn ich schreibe sie als interdisziplinäre Kollaboration mit SAP zu einem politischen Thema im Bereich Data Science. Die Master­arbeit ist für mich mehr als eine Abschlussarbeit, sie ist eine Art Selbstfindungs­prozess, denn sie zeigt mir auch, dass man mit einem Abschluss in Politik­wissenschaften aus Mannheim viele verschiedene Karriere­möglichkeiten hat.

Text: Rebecca Schanze / November 2021