Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Gastvortrag: Prof. Dr. Jacob Rosenthal (Konstanz)

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EW 145

„Konditionalanalysen von Handlungs­optionen”

Konditionalanalysen von Handlungs­optionen

Auch wenn Handlungs­alternativen für Willensfreiheit und moralische Verantwortung nicht nötig sein sollten, wie Harry Frankfurt zu zeigen versuchte, sind sie es doch jedenfalls für Entscheidungen und die dazu gehörigen Abwägungen (Deliberationen). Das gilt zumindest für die Perspektive der 1. Person: Wer sich überlegt, ob er A oder B tun sollte, der nimmt an, dass er sowohl A als auch B tun kann oder könnte. Nur deshalb gibt es für ihn etwas abzuwägen. Der Begriff der Entscheidung oder Handlungs­wahl ist derjenige im Feld des Handelns, der am deutlichsten seinen Sinn daraus zieht, dass mehrere Handlungsoptionen im Raume stehen. Was aber bedeutet es, dass ein bestimmtes Subjekt in einer bestimmten Situation über eine bestimmte Handlungs­option verfügt? Was heißt es, dass das Subjekt in seiner Situation etwas Bestimmtes tun kann oder könnte? Was muss erfüllt sein, damit das der Fall ist? Eine naheliegende und natürliche Antwort auf diese Frage geben sogenannte Konditionalanalysen von Handlungs­optionen. Entsprechende Analysen für Dispositionen und für Fähigkeiten haben mit bekannten Schwierigkeiten zu kämpfen, aber für Optionen stellt sich die Lage etwas anders dar. Im Vortrag werden die wichtigsten Probleme von konditionalen Analysen von Handlungs­optionen vorgestellt und diskutiert.

Prof. Dr. Jacob Rosenthal, Professur für Praktische Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Ethik und Moralphilosophie und ihrer Grundlagen, Universität Konstanz, jacob.rosenthal(at)uni-konstanz.de

 

 

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