Grundrechtliche Pflichten gegenüber künftigen Generationen – neue Veröffentlichung

Neue Publikation:

Behrendt, Facing the Future: Conceiving Legal Obligations Towards Future Generations, in: Politics and Governance 12 (2024), 7839.

Der englischsprachige Artikel kann open access hier her­unter­geladen werden. Der Beitrag ist Teil eines umfangreicheren Projekts.

Worum es geht?

Die Konzipierung rechtlicher Verpflichtungen gegenüber künftigen Generationen ist eine Herausforderung – insbesondere aus einer positivistischen Sicht und wenn Verpflichtungen und Ansprüche als korrelativ verstanden werden. Rechtliche Verpflichtungen gegenüber künftigen Generationen werden oft von vornherein abgelehnt, wenn (und soweit) es keine ausdrückliche Anerkennung im Gesetz oder in der Rechts­prechung gibt. Damit wird die Relevanz der Interpretation von Normtexten unter­schätzt. In dem Beitrag argumentiere ich, dass Verpflichtungen gegenüber zukünftigen Menschen und Generationen im relationalen Charakter der Menschenrechte begründet sind und dass ihre Positivität in einer Rechts­ordnung, die Normtexte enthält, die vernünftigerweise als Anerkennung der Menschenrechte interpretiert werden können, kein Problem darstellt; es ist kein zusätzlicher gesetzgeberischer Akt notwendig, damit diese Verpflichtungen Teil des positiven Rechts sind. Diese Behauptung stützt sich auf ein Konzept der Grundrechte, das mit dem Rechts­positivismus vereinbar ist und das ich in meiner Dissertation entwickelt habe. 

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