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Hunderte Exemplare von Newtons Philosophiae Naturalis Principia Mathematica in neuer Zählung gefunden

Dr. Andrej Svorenčík, Postdoktorand an der Universität Mannheim, und Professor Mordechai Feingold vom California Institute of Technology (Caltech) haben in jahrelanger Suche bisher unbekannte Exemplare von Isaac Newtons bahnbrechendem Wissenschafts­buch aufgespürt.

Die Ergebnisse der Zählung deuten darauf hin, dass Isaac Newtons Meisterwerk aus dem 17. Jahrhundert, umgangssprachlich Principia genannt, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich war als bisher angenommen. Durch die neue Zählung hat sich die Zahl der bekannten Exemplare der berühmten Erstausgabe, die 1687 veröffentlicht wurde, mehr als verdoppelt. Die letzte Exemplarzählung dieser Art, die 1953 veröffentlicht wurde, hatte 189 Exemplare identifiziert, während die neue Suche 386 Exemplare hervorbrachte.

Die Suche von Dr. Andrej Svorenčík, Postdoktorand für Geschichte der Wirtschafts­wissenschaften an der Universität Mannheim und seinem ehemaligen Professor für Wissenschafts­geschichte am Caltech, Mordechai Feingold, dauerte mehr als ein Jahrzehnt. Dennoch vermuten die beiden Wissenschaft­ler, dass wahrscheinlich bis zu 200 weitere Bücher immer noch undokumentiert in öffentlichen und privaten Sammlungen lagern. Sie schätzen, dass im Jahr 1687 etwa 600, möglicherweise sogar 750 Exemplare der Erstausgabe des Buches gedruckt wurden.

Neben unbekannten Exemplaren fanden die Forscher Belege dafür, dass die Principia, von der man einst annahm, sie sei nur einer ausgewählten Gruppe von Mathematikexperten vorbehalten, umfassender gelesen und verstanden wurde als zuvor angenommen. „Wenn Sie die Exemplare durchsehen, finden Sie kleine Notizen oder Anmerkungen, die Hinweise darauf geben, wie sie verwendet wurden“, sagt Svorenčík, der etwa 10 Prozent der in der Zählung dokumentierten Exemplare persönlich inspiziert hat.

Wenn Svorenčík zu Konferenzen in verschiedene Länder reiste, nahm er sich Zeit, lokale Bibliotheken zu besuchen. „Man schaut sich die Eigentumsmerkmale an, den Zustand des Einbands, die Druck­unterschiede und vieles andere“, so der Wissenschaft­ler. Auch ohne die Bücher aus der Nähe zu inspizieren, konnten die Historiker anhand von Bibliotheksaufzeichnungen und anderen Briefen und Dokumenten herausfinden, wem sie gehörten und wie die Exemplare weitergegeben wurden.

Svorenčík und Feingold haben nun gemeinsam einen Artikel über die Zählung in der Zeitschrift „Annals of Science“ veröffentlicht. Der Artikel ist unter https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00033790.2020.1808700 erhältlich.

Als Fortführung des Forschungs­projekts planen sie, das Verständnis darüber weiter zu verfeinern, wie die Principia die Wissenschaft des 18. Jahrhunderts geprägt hat.

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