Religiosität macht arme Menschen glücklicher

In einer neuen Studie untersucht ein internationales Forschungs­team den Zusammenhang zwischen sozialer Klasse, psychischem Wohlbefinden und Religiosität. Das Ergebnis: Religiosität kann durch Armut verursachte psychische Belastungen abfedern oder gar wettmachen. Die Studie legt außerdem nahe, dass mit fortschreitender Säkularisierung ein niedriges Einkommen immer gravierendere Effekte auf das Wohlbefinden haben wird.

Seit Jahrzehnten geht die sozial­wissenschaft­liche Forschung davon aus, dass ein niedriges Einkommen sich negativ auf das psychische Wohlbefinden von Menschen auswirkt. Bisher nahm man an, dass dieser Effekt schwächer wird, wenn Länder sich wirtschaft­lich weiterentwickeln. Das Gegenteil ist aber der Fall: Ein niedriges Einkommen wirkt sich in reichen Ländern stärker auf die Lebens­zufriedenheit der Menschen aus als in Entwicklungs­ländern. Die Gründe für diese unerwartete Beobachtung waren bisher unklar. Da die Bewohnerinnen und Bewohner von wirtschafts­starken Ländern im Durchschnitt weniger religiös sind als jene von ärmeren Ländern, hat ein internationales Forschungs­team unter Federführung von Prof. Dr. Jochen Gebauer und Jana Berkessel von der Mannheimer Heisenberg-Professur für Kulturvergleichende Sozial- und Persönlichkeits­psychologieden Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status, psychischem Wohlbefinden und Religiosität untersucht. Das Ergebnis:  Ärmere Menschen sind immer weniger zufrieden als ihre reicheren Mitbürgerinnen und Mitbürger. In armen und religiösen Ländern ist dieser Effekt aber deutlich weniger ausgeprägt als in den westlichen Industrienationen, in denen Religion eine kleinere Rolle spielt.

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