Start-up Mirabesque gewinnt MCEI Seed Award

Tänzerinnen und Tänzern aus ganz Europa die Suche nach Kostümen und Ausstattung erleichtern – das ist das Ziel des jungen Start-ups Mirabesque. Gerade arbeiten die drei Gründerinnen am Aufbau ihres eigenen Online-Shops. Für die Idee wurden sie mit dem Seed Award des Mannheim Center for Entrepreneur­ship and Innovation (MCEI) ausgezeichnet. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Unter Mitgliedern der Mannheimer Gründerszene ist die MCEI Start-up-Lounge im Café L3 ein beliebter Treffpunkt. Normalerweise geht es hier entspannt zu. Junge Gründerinnen und Gründer treffen sich unter dem Semester rund alle zwei Wochen zum Netzwerken, Plaudern und zur Vorstellung neuer Ideen. Doch heute liegt Spannung in der Luft: Das Mannheim Center for Entrepreneur­ship and Innovation (MCEI) steht kurz davor, das beste Start-up des Jahres 2017 mit dem Seed Award auszuzeichnen. Auf die Gewinner wartet ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, gestiftet von der Heinrich-Vetter-Stiftung.

18 Teams hatten sich um die Starthilfe beworben, drei davon hat die Jury ins Finale gewählt. Sie sind heute hier vor Ort, um ihre Geschäftsidee zu „pitchen“ – also vor der Jury und dem Publikum zu präsentieren. Was die Ideen der Finalisten betrifft, so könnten sie kaum unter­schiedlicher sein: Das Start-up evid.one bietet Arztpraxen und Krankenhäusern eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Datenbank, die ihnen dabei helfen soll, schnell und einfach die passende Behandlungs­möglichkeit für die Patienten zu finden. Reportix möchte das Versicherungs­geschäft durch den Einsatz von Blockchain-Technologie digitalisieren und revolutionieren. Und Victoria Seibert, Gründerin des Start-ups Mirabesque und selbst begeisterte Tänzerin, will gemeinsam mit ihren Mitgründerinnen Hannah Fuchs und Jana Hoffmann ein Problem lösen, das Tanzbegeisterte in ganz Europa aus dem Alltag sehr gut kennen: Wie kommt man ohne großen Aufwand an günstige Kostüme, Bühnenschmuck und Tanzaccessoires für Freizeit, Shows und Wettbewerbe? Ihr Onlineshop soll die Markt­lücke schließen und Tänzer aller Sparten mit passender Ausrüstung versorgen.

Eine Sache haben die drei Finalisten gemeinsam – denn sie ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung: Mindestens eines ihrer Team-Mitglieder studiert derzeit an der Universität Mannheim oder hat hier einen Abschluss gemacht. Darüber hinaus stehen die Finalisten allesamt nicht komplett am Anfang ihrer Start-up-Karriere, sondern haben bereits einen fortgeschrittenen Prototyp ihrer Idee entwickelt und ein Mindest­maß an Formalität erreicht. 10.000 Euro zu gewinnen ist für sie also ein entscheidender Schritt – möglicherweise das Quäntchen Erfolg, das darüber entscheidet, ob und wie gut es mit der Markt­einführung vorangeht.

Ein wenig nervös sind die Finalisten daher alle – trotzdem überzeugen sie durch souveräne Präsentationen und sind auf die Fragen der Jury gut vorbereitet. Wer am Ende als Gewinner nach Hause geht, bleibt bis zum letzten Augenblick spannend. Als der Moderator schließlich Mirabesque zum Sieger kührt, strahlt Victoria Seibert, die als einzige aus ihrem Team zu Pitch und Preisverleihung erscheinen konnte. „Jetzt können wir endlich Gas geben und mit dem Geld unsere erste eigene Kollektion produzieren lassen“, sagt die Gründerin.

Text: Kathrin Holstein / April 2018