Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Land fördert neues Forschungs­datenzentrum in den Wirtschafts­wissenschaften mit 1,1 Millionen Euro

Die Universität Mannheim und das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschafts­forschung erhalten rund eine Million Euro vom Wissenschafts­ministerium im Rahmen seiner Digitalisierungs­strategie digital@bw. Die Fördergelder dienen dem Aufbau eines leistungs­starken Science Data Centers.

Pressemitteilung vom 12. März 2019
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Die Digitalisierung hält inzwischen in den meisten Lebens- und Unternehmens­bereichen Einzug: Die Menschen kommunizieren zunehmend über soziale Netzwerke und Messenger-Dienste, kaufen online ein und lesen am Frühstückstisch die Zeitung auf dem iPad. Auch Unternehmen werden immer digitaler, etwa in der Produktion, Logistik und Kunden­kommunikation. Dabei entstehen massenhaft Daten in den unterschiedlichsten Formaten, die auch für die Forschung sehr interessant sind.

Die Universität Mannheim und das ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschafts­forschung erhalten 1,1 Millionen Euro Förderung für den Aufbau eines leistungs­starken Forschungs­datenzentrums im Bereich der Wirtschafts­wissenschaften. Das Mannheimer Business and Economic Research Data Center (BERD) soll die zunehmende Menge an Daten für die Forschung besser nutzbar machen. Es wird als eines von insgesamt vier Forschungs­datenzentren in Baden-Württemberg für drei Jahre im Rahmen der Digitalisierungs­strategie digital@bw des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg  gefördert. Im Konsortium des Forschungs­datenzentrums sind Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler des ZEW, des Mannheim Centers for Data Science sowie der Universitäts­bibliothek Mannheim und des Rechenzentrums der Universität Mannheim vertreten.

„Das Besondere an diesem Projekt ist die Verzahnung von Wissenschaft und Infrastruktur“, erklärt Dr. Sabine Gehrlein, Direktorin der Universitäts­bibliothek. „Erstmalig kommen Forschende sowie Vertreterinnen und Vertreter der Fakultäten, der Bibliothek, Rechen- und Datenzentren zusammen, um die Datenverfügbarkeit und Datenanalyse in den Wirtschafts­wissenschaften neu aufzustellen“, so Gehrlein. Als eine der forschungs­stärksten Hochschulen in den Wirtschafts- und Sozial­wissenschaften ist die Universität Mannheim für diese Aufgabe besonders gut gerüstet. Prof. Dr. Florian Stahl, Professor an der betriebs­wirtschaft­lichen Fakultät, ergänzt: „Das neue Science Data Center eröffnet der Universität Mannheim die Möglichkeit, Aktivitäten im Bereich Data Science zu vernetzen, die Lehre zu neuen Methoden im Umgang mit strukturierten und unstrukturierten Daten auszubauen und aus Big Data neue Er­kenntnisse für Konsumenten und Firmen, Wirtschaft und Gesellschaft zu erarbeiten“.

Ein Ziel des Forschungs­datenzentrums ist es, die bisher stark fragmentierten Datenangebote in den Wirtschafts­wissenschaften zusammenzuführen und über eine intelligente Suche auffindbar zu machen. Die Daten reichen von historischen, gedruckten Börsendaten, Steuerdaten und Konjunkturerhebungen, die erst ins Digitale überführt werden müssen, bis hin zu digitalen Datensätzen zur Social-Media-Kommunikation, zur Online-Werbung oder zur Verwaltung von Kunden­beziehungen. „Die Förderung des Landes­wissenschafts­ministeriums kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Sie hilft uns, den Sprung zu einer neuen Generation von Verfahren zur Gewinnung und Analyse von Forschungs­daten zu Unternehmen zu bewältigen“, erklärt Dr. Georg Licht, Leiter des ZEW-Forschungs­bereichs „Innovations­ökonomik und Unternehmens­dynamik“. Er betont weiter: „Die Förderung ermöglicht es, die Forschung des ZEW zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz, aber auch zu Big Data und Textanalysen bei der Gewinnung und Analyse von Unternehmens­daten deutlich auszubauen.“

Eine weitere wichtige Aufgabe des BERD ist es, neuartige Methoden zu entwickeln, um mit diesen Daten umzugehen. Wie sollen die unterschiedlichsten Formate wie Text, Bild oder Video abgelegt und genutzt werden? Das neue Science Data Center erweitert das Angebot für die Aus- und Weiterbildung, damit Studierende die notwendige methodische Expertise erhalten, die generierten Daten richtig auszuwerten und aus diesen neue Er­kenntnisse zu erarbeiten. „Die neuen Lehr­angebote werden nicht nur vor Ort stattfinden, sondern auch denjenigen zur Verfügung stehen, die nicht vor Ort in Mannheim sind. Wir werden dazu die berufsbegleitende Weiterbildungs­plattform des ‚International Program for Survey and Data Science‘ verwenden, das wir in den vergangenen Jahren zusammen mit der University of Maryland aufgebaut haben“, erklärt Prof. Dr. Frauke Kreuter, Professorin für Statistik und sozial­wissenschaft­liche Methodenlehre an der Universität Mannheim.

Beim Aufbau der neuen Infrastruktur sind die Universität Mannheim und das ZEW mit Partnern wie der Deutschen Bundes­bank, dem Rat für Sozial- und Wirtschafts­daten und den Universitäten Hamburg und Köln strategisch vernetzt.

Zur Pressemitteilung des Wissenschafts­ministeriums: https://mwk.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/vier-science-data-centers-in-baden-wuerttemberg/

Kontakt:

Prof. Dr. Florian Stahl
Lehr­stuhl für Quantitatives Marketing
Universität Mannheim
Tel: +49 621 181-1572
E-Mail: florian.stahl(at)uni-mannheim.de


Dr. Sabine Gehrlein
Direktorin der Universitäts­bibliothek Mannheim
Tel: +49 621 181-2941
Email: sabine.gehrlein(at)bib.uni-mannheim.de