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Sechs Komponenten einer gesunden Familienmahlzeit

Pressemitteilung vom 14. Oktober 2019
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Fernseher aus, sich Zeit lassen beim Essen, kein Streit bei Tisch: Wissenschaft­ler und Wissenschaft­lerinnen der Universität Mannheim und des Max-Planck-Instituts für Bildungs­forschung haben Studien zur Qualität von Familienmahlzeiten ausgewertet. Ihre Ergebnisse können Eltern und Erziehungs­berechtigten als Leitfaden dienen, um die Ernährungs­gesundheit ihrer Kinder zu fördern. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fach­zeitschrift Health Psychology erschienen.

Häufige Familienmahlzeiten sind gut für eine gesunde Ernährung von Kindern. So konnten die Wissenschaft­ler und Wissenschaft­lerinnen der Universität Mannheim und des Max-Planck-Instituts für Bildungs­forschung bereits in der Vergangenheit zeigen, dass Kinder, in deren Familien häufiger zusammen gegessen wird, einen geringeren Body Mass Index (BMI) haben und sich insgesamt gesünder ernähren. Ungeklärt war jedoch bislang, was Familienmahlzeiten so besonders für die kindliche Ernährung macht. „Familienmahlzeiten führen nicht per se zu einem besseren Essverhalten. Soziale, psychologische und Verhaltensaspekte spielen eine wichtige Rolle“, sagt Erstautorin Mattea Dallacker vom Max-Planck-Institut für Bildungs­forschung.

Dazu legen die Forschenden nun eine Metaanalyse von Studien vor, die sich mit den qualitativen Aspekten von Familienmahlzeiten beschäftigen. Insgesamt sechs Komponenten stehen in korrelativem Zusammenhang mit einer besseren Ernährungs­gesundheit von Kindern: Eine gute Atmosphäre bei den Mahlzeiten zählt ebenso dazu wie gesunde Lebensmittel. Auch ernähren sich diejenigen Kinder gesünder, die bei der Zubereitung der Mahlzeiten mit einbezogen werden oder deren Eltern durch ihr eigenes Ernährungs­verhalten mit gutem Beispiel vorangehen. Darüber hinaus sind die Dauer der Mahlzeit sowie das Ausschalten des Fernsehers weitere wichtige Komponenten. „Wie eine Familie gemeinsam isst, ist genauso wichtig oder sogar wichtiger als die Häufigkeit der gemeinsamen Mahlzeiten“, kommentiert Co-Autor Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungs­forschung, die Ergebnisse. Das Alter der Kinder – ob Kleinkind oder bereits Heranwachsender – sowie der soziale und ökonomische Hintergrund der Familie hatten keinen Einfluss auf die Ergebnisse.

Familienmahlzeiten spielen nach Ansicht der Studien­autoren eine wichtige Rolle in der Adipositasprävention. „Um Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen zu bekämpfen sind vielfältigste Maßnahmen notwendig. Familienmahlzeiten sind eine Möglichkeit. Sie bieten die Chance, auf kindliche Essgewohnheiten unmittelbar und frühzeitig einzuwirken“, sagt Jutta Mata, Professorin für Gesundheitspsychologie an der Universität Mannheim. Im Hinblick auf die vielfältigen Familien­modelle, die es in modernen Gesellschaften gibt, erscheinen die Ergebnisse unabhängig von spezifischen Konstellationen. Beispielsweise mache es keinen Unterschied, ob nur ein oder zwei Elternteile bei den Familienmahlzeiten anwesend sind.

Die Metaanalyse untersuchte insgesamt 50 Studien mit über 29.000 Probanden und Probandinnen aus aller Welt, die sich mit dem Zusammenhang eines oder mehrerer Komponenten von Familienmahlzeiten und der Ernährungs­gesundheit von Kindern beschäftigen. Als Indikatoren für die Ernährungs­gesundheit wurden der BMI als indirektes Maß für Körperfett und Übergewicht sowie die Ernährungs­qualität herangezogen, gemessen an den pro Tag konsumierten Portionen an gesunden und ungesunden Lebensmitteln.

In weiteren Studien gilt es herauszufinden, ob sich die Aussagen beispielsweise mit Blick auf die Nutzung von Smartphones oder Tablets während Mahlzeiten oder auf andere Kontexte wie Schulessen verallgemeinern lassen.

Originalstudie
Dallacker, M., Hertwig, R., & Mata, J. (2019). Quality matters: A meta-analysis on components of healthy family meals. Health Psychology. Advance online publication. doi:10.1037/hea0000801

Dallacker, M., Hertwig, R., & Mata, J. (2018). The frequency of family meals and nutritional health in children: A meta-analysis. Obesity Reviews, 19(5), 638–653. doi:10.1111/obr.12659

Kontakt:
Jutta Mata
Professorin für Gesundheitspsychologie
Fakultät für Sozial­wissenschaften
Universität Mannheim
Telefon: +49 621 181-2595
E-Mail:  mata(at)uni-mannheim.de

Yvonne Kaul
Forschungs­kommunikation
Abteilung Kommunikation
Universität Mannheim
Telefon: +49 621 181-1266
E-Mail: kaul(at)uni-mannheim.de