Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Wie steht es um die Vorsorge im Alter?

Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler erforschen Verständnis und Haltungen zur Altersvorsorge in Deutschland und wie sich dies auf vorsorgebezogenes Verhalten auswirkt

Pressemitteilung vom 12. September 2019
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Die Rente ist sicher. Das Wort vom ehemaligen Arbeits­minister Norbert Blüm hat schon lange keine Gültigkeit mehr. Der demographische Wandel ist einer von mehreren Faktoren, der die Trag­fähigkeit der gesetzlichen Renten­versicherung ins Wanken bringt. Doch wie weit ist diese Er­kenntnis in der Erwerbsbevölkerung verbreitet und welche Konsequenzen zieht sie daraus? Diese Thematik untersucht ein neues Forschungs­projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Carmela Aprea, Inhaberin des Lehr­stuhls für Wirtschafts­pädagogik – Design und Evaluation instruktionaler Systeme an der Universität Mannheim. Kooperations­partner sind Prof. Dr. Silke Übelmesser von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Prof. Dr. David Leiser von der israelischen Ben Gurion University of the Negev. Das Vorhaben wird vom Bundes­ministerium für Arbeit und Soziales gefördert.

„Dass die Rente nicht mehr sicher ist, bedeutet zum einen für sozialpolitische Entscheidungs­träger, dass sie erforderliche Anpassungen adäquat kommunizieren und die Betroffenen von deren Notwendigkeit überzeugen müssen. Zum anderen müssen Arbeitnehmer eine stärkere Eigen­initiative in Bezug auf ihre Altersvorsorge ergreifen, stehen dabei aber vor der Herausforderung, dass das wirtschaft­liche Umfeld immer unsicherer wird. Um sie hierfür zu be­fähigen, ist auch die Bildungs­politik gefragt“, erklärt Prof. Aprea den Forschungs­ansatz. „Wir wollen herausfinden, inwieweit die Bürgerinnen und Bürger das aktuelle System der Altersvorsorge überhaupt verstehen und ob bei einem besseren Verständnis die Akzeptanz für Reformen und die Bereitschaft für mehr Eigen­initiative steigen“, fügt Prof. Übelmesser hinzu. „Dazu gibt es bisher keine Untersuchungen.“

Fragen, auf die die Forscherinnen und Forscher unter anderem Antworten finden wollen, lauten: Welches (Miss-)Verständnis und welche Haltungen zum Thema Altersvorsorge liegen in Deutschland vor? Variieren (Miss-)Verständnis und Haltungen für bestimmte Bevölkerungs­gruppen? Lassen sich zwischen (Miss-)Verständnis, Haltungen und Verhaltensweisen im Kontext der Altersvorsorge kausale Beziehungen (Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge) ermitteln? Auf der Basis der Beantwortung dieser Forschungs­fragen sollen Empfehlungen für die Bildungs- und Sozialpolitik entwickelt werden.

Kontakt:

Prof. Dr. Carmela Aprea
Lehr­stuhl für Wirtschafts­pädagogik – Design und Evaluation Instruktionaler Systeme
Universität Mannheim
Tel:+49 621 181-2196
E-Mail:aprea(at)bwl.uni-mannheim.de

Prof. Dr. Silke Übelmesser
Lehr­stuhl für AVWL / Finanz­wissenschaft
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Tel.: +49 (0)3641 94323-0 /-1
E-Mail:silke.uebelmesser(at)uni-jena.de

Katja Bauer
Stellv. Pressesprecherin
Universität Mannheim
Telefon: +49 621 181-1080
E-Mail: bauer(at)uni-mannheim.de