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Zwei Mannheimer Psychologie-Professoren erhalten Preise für ihre Arbeit

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) ehrt Prof. Dr. Edgar Erdfelder für sein Engagement in der Förderung des wissenschaft­lichen Nachwuchses mit dem Martin-Irle Preis. Prof. Dr. Jochen E. Gebauer erhält den Charlotte- und Karl-Bühler-Preis für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Selbstkonzeptforschung.

Pressemitteilung vom 16. September 2020
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Professor Edgar Erdfelder ist Lehr­stuhl­inhaber für Kognitive Psychologie und Differentielle Psychologie an der Universität Mannheim. Mit seinem Engagement, aber auch einer großen fach­lichen Expertise und seiner Fähigkeit, für die Inhalte zu begeistern, überzeugte er die Jury und den DGPs-Vorstand als „großartiges Vorbild für den wissenschaft­lichen Nachwuchs“. Seine Arbeit ist der Jury zufolge gekennzeichnet durch eine individuell ausgerichtete und wertschätzende Unterstützung, sowohl in fach­lichen als auch persönlichen Fragen. Erdfelder fördert Eigenständigkeit in der Entwicklung und Umsetzung von Ideen genauso wie in der wissenschaft­lichen Vernetzung. Dass bereits mehr als ein Dutzend seiner Mentees selbst eine Professur innehaben, unterstreiche den Erfolg seiner Arbeit. Für sein Engagement erhält Erdfelder den Martin-Irle-Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychologie.

Die Bandbreite an Positionen, die Erdfelder inne hatte oder hat, belege, wie sehr die Förderung angehender Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler im Fokus seiner Arbeit steht: Erdfelder war Studien­dekan, akademischer Direktor und Sprecher einer Graduiertenschule, engagierte sich für ein universitäts­übergreifendes DFG-Graduiertenkolleg und ist seit 2018 Prorektor für Forschung und wissenschaft­lichen Nachwuchs an der Universität Mannheim. Nicht zuletzt hat Erdfelder auch mit seiner eigenen Forschung wichtige wissenschaft­liche Beiträge geleistet. Das von ihm mitentwickelte Programm G*Power wird weltweit für Teststärkenanalysen in der Forschung eingesetzt.

Professor Jochen E. Gebauer ist Heisenberg-Professor für Kulturvergleichende Sozial- und Persönlichkeits­psychologie an der Universität Mannheim, wo er zuvor auch Emmy-Noether-Nachwuchs­gruppen­leiter war. Er beschäftigt sich in seinem Forschungs­programm mit dem Selbstkonzept, also vereinfacht gesagt damit, was Menschen über sich selbst denken und fühlen. Gemeinsam mit seinem Team erforscht er alle drei Phänomen­bereiche des Selbstkonzepts: Die Semantik des Selbst (z.B. „Ich bin kompetent“, „Ich bin warmherzig“), die Valenz des Selbst (z.B. „Ich mag mich“, „Ich kann mich selbst nicht ausstehen“) und kognitive Verzerrungen des Selbst (insb. Selbstüberschätzung: „Ich bin über­durchschnittlich hilfsbereit“, auch wenn dies nicht der Wahrheit entspricht).

Gebauer hat zu diesen drei Phänomen­bereichen des Selbstkonzeptes ein theoretisch innovatives Forschungs­programm aufgebaut, das von empirischen Befunden auf höchstem methodischen Niveau getragen wird. In seiner Forschung revidiert er gängige Lehr­meinungen der Persönlichkeits- und Sozialpsychologie und führt diese beiden Fächer auf überzeugende Weise zusammen. Die Jury und der DGPs-Vorstand heben die Strahlkraft des Forschungs­programms von Gebauer hervor, die sich sowohl innerhalb der Fach­grenzen seiner beiden Disziplinen entfaltet, als auch durch die innovative Integration von Persönlichkeits- und Sozialpsychologie über die jeweiligen Fach­grenzen hinaus. Gebauer wird mit dem Charlotte- und Karl-Bühler-Preis ausgezeichnet.

Die Preise werden im Rahmen einer virtuellen Sitzung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie am 16. September 2020 verliehen.

Martin-Irle-Preis der Deutschen Gesellschaft für Psychologie
Mit dem Martin-Irle-Preis werden psychologische Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler geehrt, die in besonderem Maße Studierende, Doktorandinnen und Doktoranden, Habilitandinnen und Habilitanden darin gefördert haben, eine wissenschaft­liche Laufbahn in der Psychologie einzuschlagen.

Charlotte- und Karl-Bühler-Preis
Mit dem Charlotte- und Karl-Bühler-Preis werden jüngere Wissenschaft­lerinnen und Wissenschaft­ler ausgezeichnet, deren wissenschaft­liches Werk den Rang eines Forschungs­programms erreicht hat, das bereits ein Forschungs­gebiet der Psychologie beeinflusst und möglicherweise Auswirkungen auf Nachbargebiete gezeigt hat. Ausgezeichnet wird ein noch in der Entwicklung befindliches Programm. Der Preis, der alle zwei Jahre einmal verliehen wird, hat zum Ziel, Geleistetes zu honorieren und Anreiz für weitere hervorragende Arbeiten zu sein. Er ist mit 1.000 Euro dotiert.

Link zur Webseite der Deutschen Gesellschaft für Psychologie: https://www.dgps.de/

Bilder der beiden Preisträger finden Sie auf der Seite Pressefotos.

Kontakt:
Prof. Dr. Edgar Erdfelder
Professur für Kognitive Psychologie und Differentielle Psychologie
Universität Mannheim
erdfelder(at)psychologie.uni-mannheim.de

Prof. Dr. Jochen E. Gebauer
Heisenberg-Professur für Kulturvergleichende Sozial- und Persönlichkeits­psychologie
Universität Mannheim
Jochen.Gebauer(at)uni-mannheim.de

Dr. Maartje Koschorreck
Stellvertretende Pressesprecherin
Universität Mannheim
Tel.: +49 621 181-1080
E-Mail: koschorreck(at)uni-mannheim.de